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USA

Drag-Shows erst ab 18?

Konservative Republikaner sehen Dragqueens als Gefahr für Kinder und Jugendliche an – und wollen gesetzlich gegen Aufführungen vorgehen.


Eiferer verbreiten die Mär, dass sich die unschuldigen Söhne Amerikas beim Anblick der Dragqueens plötzlich in kreischende Schwule verwandeln (Bild: freepik.com)
  • 10. Januar 2023, 12:45h 12 3 Min.

Republikanische Politiker*innen aus den konservativen US-Bundesstaaten Arkansas und Arizona gehen mit mehreren Gesetzentwürfen gegen Dragqueens in der Öffentlichkeit vor. Senator Gary Stubblefield brachte in Arkansas den Entwurf SB43 auf den Weg, mit dem Drag-Shows als "adult-oriented business" (also Gewerbe für Erwachsene) definiert werden sollen, ähnlich wie Escort-Agenturen oder Sexshops. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürften damit in solchen Veranstaltungen nicht mehr dabei sein.

Stubblefield begründete seine Initiative im Lokalfernsehen mit den Worten: "Dies zerstört die Unschuld der Kinder. Sie sind dann keine Kinder mehr. Sie sehen Dinge, die sie nicht sehen wollen."


Gary Stubblefield behauptet, Dragqueens würden Kindern die Unschuld stehlen (Bild: Screenshot KHBS)

In dem Gesetzentwurf wird eine "Drag-Aufführung" als Auftritt einer Person oder mehrerer Personen definiert, die "eine Geschlechtsidentität zeigen, die anders ist als bei der Geburt des Aufführenden", etwa durch "Kleidung, Schminke oder anderes Beiwerk". Dieses Verbot gelte, wenn der Aufführende "singt, zu einem Lied seine Lippen bewegt, tanzt oder anderweitig vor mindestens zwei (2) Personen zur Unterhaltung performt, egal ob Eintritt genommen wird oder nicht" und das Hervorrufen von "lüsternem Interesse" das Ziel sei.

CSD-Verbot durch die Hintertür?

Die weite Definition könnte laut Kritiker*innen sogar dazu führen, dass es sich gegen trans Menschen bei Theateraufführungen wenden könnte oder sogar Aufführungen von Männern in Schottenröcken in Gegenwart von Jugendlichen verboten werden. Auch CSDs wären damit praktisch illegal, warnte Megan Tullock von der queeren Organisation NWA Equality.

In Arizona sind sogar drei gegen Dragqueens gerichtete Gesetzentwürfe im parlamentarischen Prozess – SB1026, SB1028 und SB1030. Die Entwürfe würden Drag-Aufführungen zu bestimmten Zeiten, etwa sonntags bis 13 Uhr, grundsätzlich verbieten – auch für Erwachsene. Zudem wird Einrichtungen, die Drag-Angebote an Kinder und Jugendliche richten, mit dem Entzug von öffentlichen Fördermitteln für drei Jahre gedreht. Ziel dieser Initiativen sind die sogenannten "Dragqueen-Lesestunden", in der Dragqueens in Bibliotheken Kinderbücher vorlesen.

In den USA tobt derzeit ein Kulturkampf um queere Rechte, der sich zuletzt insbesondere um trans Rechte drehte. In mehreren republikanisch dominierten Staaten gibt es etwa Gesetze, die den Zugang zu Toiletten oder Schulsport von trans Schüler*innen einschränken sollen (queer.de berichtete). Dragqueens rückten zuletzt immer mehr in den Mittelpunkt: Den Travestie-Künstlerinnen wird von queerfeindlichen Kräften vorgeworfen, Kindern zu "groomen", also in Missbrauchsabsicht zu kontaktieren. Außerdem glauben viele Konservative, dass Kinder eher trans oder homosexuell werden, wenn sie Dragqueens sehen.

Die aggressive Atmosphäre führte sichtlich zu einer Verrohung: Letztes Jahr verteidigten etwa in Texas mehrere mit Sturmgewehren bewaffnete Menschen den Auftritt von Dragqueens vor ebenfalls bewaffneten Rechtsradikalen, die das Event stürmen wollten (queer.de berichtete).

Die Angriffe auf Dragqueen-Veranstaltungen beschränken sich nicht auf die USA: Letztes Jahr gab es rechtsextreme Übergriffe auf Lesestunden auch in Wien und Zürich. (dk)

-w-

#1 KopfschüttelAnonym
  • 10.01.2023, 13:53h
  • Komischerweise haben diese Idioten kein Problem damit, Kleinkindern mit echten Waffen spielen zu lassen.
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#2 LothiAnonym
  • 10.01.2023, 13:56h
  • Schon ein doch recht merkwürdiges Verhalten. Wo es doch in den USA tatsächlich u.a.Drag Queens gibt die dies Trumpeltier als Präsident auch noch gut finden.
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#3 HmmmAnonym