Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?44339

Camper Horror-Trash

M3gan, die neue queere Ikone

Der Horror-Kassenschlager aus den USA ist jetzt auch in Deutschland angelaufen. Schon jetzt gilt die Puppe mit der künstlichen Intelligenz als LGBTI-Ikone.


M3gan ist nicht so kuschelig, wie es auf den ersten Blick scheint… (Bild: Universal Pictures)
  • 13. Januar 2023, 09:09h - 4 Min.

Sie ist die campe Ergänzung zu Chucky: Seit dem 5. Januar ist die Science-Fiction-Horrorkomödie "M3gan" über eine gleichnamige Mörderpuppe in ausgewählten Ländern im Kino zu sehen. Am Donnerstag lief der Streifen auch in Deutschland an. Und die Freude ist groß: Der offizielle englische Trailer wurde bei YouTube über 24 Millionen Mal angeklickt. Einzelne Szenen gingen in den sozialen Medien bereits viral und an den Kinokassen konnte der Film am ersten Wochenende überzeugen. Allein in den USA nahm er bislang rund 40 Millionen Dollar ein – mit einem für amerikanische Verhältnisse lächerlichen Budget von zwölf Millionen Dollar. Unter Filmkritiker*innen war der Horrorstreifen ebenso beliebt wie im allgemeinen Publikum.

Schon als der erste Trailer im Oktober 2022 veröffentlicht wurde, war vielen in der queeren Community klar: M3gan (Model 3 Generative Android) hat das Zeug zur Ikone. Auf Social Media feiern vor allem queere Menschen die Androidin. Ein TikTok-User teilte ein virales Video, das die Reaktion des Kinosaals auf M3gans legendäre Tanzszene zeigt. Der lustige Clip mit dem kreischenden Publikum hat bereits über eine Million Views.

Doch die Schöpfer*innen des Streifens haben auch andere Theorien, weshalb "M3gan" gerade in der queeren Community so beliebt ist. Wie "Comic Book Resources" berichtet, sprach Drehbuchautorin Akela Cooper (43) dieses Thema kürzlich an: "Ich habe tatsächlich einen meiner schwulen Freunde dazu befragt und er sagte, die Geschichte dreht sich um eine gefundene Familie. Dieses Mädchen hat seine Familie verloren, sie muss nun bei ihrer Tante wohnen. Dann tritt diese Puppe in ihr Leben. Viele Leute in der schwulen Community können sich damit identifizieren, mit dem Konzept, eine Familie zu 'finden'."

Hinzu kommt, dass mit Brian Jordan Alvarez ein bekannter schwuler Schauspieler in einer Nebenrolle zu sehen ist: Der 35-jährige Amerikaner spielte in der Neuauflage von "Will & Grace" (2017-2020) Estéfan, den Freund von Jack (Sean Hayes). Statt eines spanischen Akzents wie in "Will & Grace" hat seine neue Figur im Horrorfilm jedoch einen australischen Dialekt.

Darum geht es bei "M3ghan"

Die Handlung des Films: Bei einem Autounfall verliert die achtjährige Cady (Violet McGraw, 11) ihre Eltern. Ihre Tante Gemma (Allison Williams, 34), die als geniale Wissenschaftlerin gilt, übernimmt nun die Verantwortung. Gemmas Firma hat eine Hightech-Puppe entwickelt, die mit künstlicher Intelligenz funktioniert. Sie soll der nächste Verkaufsschlager in der Spielzeugbranche werden. Um Cadys Einsamkeit zu mildern, nimmt Gemma den Prototyp der M3gan-Androidin (Amie Donald) mit nach Hause. Schnell freundet sich das Mädchen mit dem Spielzeug an – doch das Blatt wendet sich. M3gan entwickelt plötzlich ihr eigenes Bewusstsein und wird schnell zur Bedrohung für ihre Mitmenschen.

M3gan wird bereits mit der Mörderpuppe Chucky verglichen, die vom schwulen Filmemacher Don Mancini erfunden wurde. Seit 1988 wurden acht Kinofilme gedreht, 2021 kam eine Serie hinzu. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr queere Inhalte in die Reihe integriert – in der Serie war die menschliche Hauptfigur, der 14-jährige Jake, ein schwuler Schüler (queer.de berichtete).

Kommt schon bald ein Sequel?

"M3gan" konnte zahlreiche Kinobesucher bereits von sich überzeugen. Und auch Regisseur Gerard Johnstone ist stolz auf sein Werk. Kein Wunder also, dass er sich eine Fortsetzung gut vorstellen kann. "Wir hatten noch so viele Ideen und Facetten von M3gans Persönlichkeit, die wir entwickeln wollten", erklärte er im Interview mit "Variety". Er würde es "lieben", ein Sequel zu drehen. Und das am besten so schnell wie möglich, "solange es frisch ist und in jedermanns Köpfen".

/ FlippsNews

"M3gan" sollte noch viel "blutiger" werden

In den USA hat "M3gan" eine Altersempfehlung ab 13 Jahren, in Deutschland dürfen junge Erwachsene ab 16 Jahren den Film sehen. Für einen Horrorfilm sind das äußerst vielversprechende Altersfreigaben. Normalerweise gibt es Horror-Spaß in Deutschland erst ab 18 Jahren. Doch die niedrige Altersbeschränkung hat einen Grund: Nachdem der Trailer besonders bei Teenager*innen gut ankam, soll sich der Filmverleiher Universal Studios dazu entschieden haben, einen weniger brutalen und mit weniger Schimpfworten befrachteten Schnitt in den Kinos zu zeigen. "Es sollte irgendwann eine unzensierte Version geben … ich habe gehört, es ist in der Planung", gab Akela Cooper im Gespräch mit der "Los Angeles Times" bekannt. Die Originalfassung von "M3gan" sei viel "blutiger" gewesen. (spot/dk)

-w-