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Nach 16 Jahren

Anne Will beendet ihren Sonntags-Talk

Die lesbische Talkerin hört auf: Nach rund 16 Jahren wird die Politshow von Anne Will zum Jahresende eingestellt.


Welches Problem Deutschland auch immer hatte: Bei Anne Will tauschten sich seit 2007 führende Politiker*­innen darüber aus (Bild: Das Erste)

  • 13. Januar 2023, 11:08h 13 3 Min.

Anne Will wird Ende 2023 zum letzten Mal durch die nach ihr benannte Talk-Sendung im Ersten führen. Damit endet "Anne Will" nach 16 Jahren, teilte der Norddeutsche Rundfunk am Freitag mit. Eine erneute Vertragsverlängerung für die bisherige Sendung schließe die 56-Jährige zugunsten neuer Projekte aus, über die sie sich auch mit dem NDR bereits im Gespräch befinde. Noch ist nicht bekannt, wer die Nachfolge der Sendung übernimmt, die sonntagabends um 21.45 Uhr zu sehen ist.

"Anne Will" ist die meistgesehene politische Diskussionssendung im deutschsprachigen Fernsehen. Die zurückliegenden beiden Jahre waren die erfolgreichsten seit dem Start 2007 – im Jahr 2022 verfolgten im Schnitt mehr als 3,6 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer den Talk am Sonntagabend, das entspricht einem Marktanteil von 15,1 Prozent.

"Gäste und Publikum schätzen ihre Gradlinigkeit und Professionalität"

"Die sonntäglichen Streitgespräche im Ersten sind Teil der deutschen TV-Geschichte und gelebte Pluralität", erklärte NDR-Intendant Joachim Knuth. "Unterschiedliche Positionen helfen dem Publikum bei der Meinungsbildung. Anne Will hat die politische Diskussion im Land über viele Jahre mit großem Erfolg geprägt: Sie informiert, überrascht, manchmal provoziert sie auch. Gäste und Publikum schätzen ihre Gradlinigkeit und Professionalität." Knuth dankte Will für die "konstante und starke Leistung". "Wir richten den Blick nun nach vorne, freuen uns auf die nächsten Ausgaben 'Anne Will' und arbeiten bereits an Projekten für die Zukunft."

/ annewill
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Anne Will kommentierte: "Ich habe die Sendung immer außerordentlich gerne gemacht und bin unendlich dankbar für das Vertrauen in meine journalistische Arbeit und den großen Erfolg unserer Sendung." Nun sei angesichts der guten Quoten ein guter Zeitpunkt, "um zu sagen: Ich will mich gemeinsam mit meinem tollen Team voll auf die noch verbleibenden Sendungen konzentrieren, den Vertrag also mit unvermindertem Engagement und großer Freude erfüllen, möchte ihn aber nicht verlängern".

Nachfolgerin von Sabine Christiansen

Will hatte die Sendung als Nachfolgerin von Sabine Christiansen begonnen. Die erste Folge wurde am 16. September 2007 ausgestrahlt. Zwischen 2011 und 2016 musste Will am Sonntag Günther Jauch für seine Polit-Talkshow Platz machen und durfte mittwochabends ran – nachdem der "Millionär"-Star aber die Show beendete, erhielt sie den angestammten Sendeplatz zurück.

Die queerfeindliche AfD-Vizefraktionschefin Beatrix von Storch reagierte bereits auf Twitter auf das Ende der Show – und zeigte sich sichtlich beleidigt darüber, dass Will Rechtspopulist*innen und Rechtsextreme zuletzt nicht mehr eingeladen hatte: "Anne #Will nicht mehr? Das hätte ich bedauert, wenn denn die AfD und unsere Positionen in dieser Sendung noch vorgekommen wären. Sind sie aber nicht."



Will hatte sich 2007 geoutet und erklärt, sie lebe mit Miriam Meckel zusammen (queer.de berichtete). 2019 gaben die beiden ihre Trennung bekannt (queer.de berichtete). (pm/cw)

-w-

#1 Anne WollteAnonym
  • 13.01.2023, 14:12h
  • Na endlich. Es war ja die ganze Zeit nicht mitanzusehen, wie Will regelmäßig ihren Gästen nicht gewachsen war und die Sendung in gegenseitiges lautstarkes Anpöbeln ausartete.
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#2 HofberichterstattungAnonym
#3 userPrideAnonym
  • 13.01.2023, 16:08h
  • Für die beiden Geschmacksverwirrungen hier vor mir kann Anne Will nichts. Dank ihr auch für ihre gendergerechte Sprache. Insbesondere leuchtet sie kritische Themen gut aus.
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