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Interview

Jazzsänger Erik Leuthäuser: Biete Sexfilme gegen Geld

Schon früh hat Erik Leuthäuser damit begonnen, sich beim Sex mit anderen Männern zu filmen. Die Videos veröffentlicht er auf OnlyFans. Doch wird man damit wirklich reich? Und was sagt der Partner dazu?


Erik Leuthäuser betreibt auf OnlyFans einen Kanal namens "barebackfaggot" (Bild: Jürgen Thomas)

Erik Leuthäuser wohnt nur wenige Minuten vom Nollendorfplatz, dem wohl buntesten Ort in Berlin, entfernt. In seiner künstlerisch eingerichteten Wohnung haben wir uns mit ihm verabredet und ihm wohl alle Fragen gestellt, die einem zum Thema OnlyFans schon immer auf der Seele brannten.

Hi Erik, viele kennen dich ja bereits als Jazzsänger. Wie kamst du nun auf die Idee, mit OnlyFans zu starten?

Während der Corona-Pandemie ging, wie bei eigentlich allen Künstler*innen, die Anzahl meiner Auftritte erheblich zurück. Deshalb habe ich zunächst damit begonnen, Gesang zu unterrichten, um mich weiter über Wasser zu halten. Doch schnell habe ich gemerkt, dass ich eigentlich Lust auf etwas ganz anderes habe: Pornos zu drehen! Sexfilme auf den klassischen Porno-Plattformen wurden es dann zwar nicht, dafür habe ich einen eigenen OnlyFans-Account kreiert.

Hattest du keine Angst, dass deine OnlyFans-Aktivitäten deiner Karriere als Jazzsänger schaden könnten?

Ich muss zugeben, dass ich anfangs schon ein wenig Zweifel hatte. Doch dann dachte ich mir: "Wenn ich dadurch einen Gig nicht bekommen sollte, würde ich diesen auch nicht spielen wollen." Und der Erfolg gibt mir recht. Durch meinen OnlyFans-Channel werden immer mehr Menschen auf meine Musik aufmerksam – und umgekehrt. Insofern treibt "OnlyFans" meine Karriere eher voran, als dass es ihr schadet.

Welche Inhalte veröffentlichst du denn auf OnlyFans?

Eigentlich alles Mögliche. Tatsächlich stammen viele der Fotos und Videos noch von meinen alten Festplatten. Natürlich zensiere ich die Gesichter der anderen Männer dabei aber immer oder frage sie vorher, ob ich den Content posten darf. Und ansonsten kreiere ich natürlich auch stets neue Inhalte – von Masturbationsvideos bis hin zu tatsächlichen Analverkehr-Videos.

Wie kommst du denn an die Sexualpartner?

Tatsächlich kontaktieren mich inzwischen viele User über Twitter und fragen mich, ob ich Lust hätte, mal gemeinsam Content mit ihnen zu drehen. Zudem treffe ich mich auch häufiger mal mit meinem Nachbarn, der witzigerweise ebenfalls sehr erfolgreich auf OnlyFans ist. Auch bei Grindr-Dates kommt es vor, dass man mal spontan die Kamera zückt. Jemanden zu finden ist also gar nicht so schwer, wie man vielleicht denkt.

Direktlink | Dieses Video gibt's umsonst: Erik Leuthäuser singt in der Berliner Bar Jeder Vernunft
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Was sagt eigentlich dein Partner dazu?

Mein Partner und ich führen seit über sieben Jahren eine offene Beziehung. Da wir direkt von Anfang an vereinbart haben, dass wir "offen" leben, ist es für ihn kein großer Unterschied zu früher – nur, dass man die Sexfilmchen nun eben im Internet finden kann.

Könntet ihr euch vorstellen, auch gemeinsame Inhalte für OnlyFans zu kreieren?

Ich denke, zur Zeit eher nicht, da er gerade viel beschäftigt mit seiner Tischlerei-Ausbildung ist, und ich viel verreise. Da bleibt gerade generell wenig Zeit für Sex. Auch wenn Pärchencontent bei meinen Abonnent*innen sicherlich gut ankommen würde. Aber sag niemals nie.

Wo wir gerade schon bei der Meinung anderer sind: Was haben denn deine Eltern gesagt, als sie von deinen OnlyFans-Plänen erfahren haben?

Anfangs waren sie natürlich schon ziemlich skeptisch, doch dann haben sie schnell gemerkt, dass mir OnlyFans zusätzliche finanzielle Sicherheit bietet. Ich glaube, ich habe meine Eltern eh ziemlich gut erzogen. (lacht)

Um ein Thema kommen wir aber natürlich auch nicht herum: Geld. Wird man durch OnlyFans denn wirklich reich?

Aktuell verdiene ich im Monat ca. 500 bis 600 Euro. Ich finde das eigentlich einen ganz guten Betrag, auch wenn andere Creator*innen sicherlich noch mehr Profit daraus schlagen.

Könntest du dir vorstellen, deinen Fans noch mehr anzubieten, etwa getragene Unterwäsche?

Ich bin eigentlich für alles offen und wäre auch nicht davon abgeneigt, getragene Socken oder so zu verkaufen. Auch auf richtige Pornodrehs hätte ich zum Beispiel noch Lust, da es mich einfach interessiert, wie es an einem professionellen Pornoset so abgeht.

#1 fredinbkkkkkAnonym
  • 14.01.2023, 03:01h
  • 500 bis 600 Euro. im Monat haben wir auch .,..
    Papa,Papi und Soehnchen.....das ist verdammt wenig....ab jedem 20. im Monat gibts nur noch Mamasuppe ,und Bananen....
    in Berlin mit 600 Euro wie kann der denn ueberleben????
    Gruss aus dem Land der Laechler....
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#2 StrottiAnonym
#3 Das zerstört OnlyFans irgendwannAnonym
  • 14.01.2023, 10:03h
  • Natürlich zensiere ich die Gesichter der anderen Männer dabei aber immer oder frage sie vorher, ob ich den Content posten darf.

    Heißt das, dass Ex-Lover alte Sex-Tapes ungefragt veröffentlichen dürfen, solange sie nur die Gesichter zensieren? Ist das legal?
    Mich stört die Ungewissheit, auf welchem Wege die Aufnahmen zustandekommen. Ich hätte erwartet, dass ein Content-Producer die Daten aller Partner inklusive deren Einverständnis irgendwo hinterlegen muss.
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#4 Gerd WächterAnonym
  • 14.01.2023, 14:09h
  • Ich würde mich an seiner Stelle in Grund und Boden schämen....Offene Beziehungen scheinen ja in Mode zu sein.?
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#5 OchnöAnonym
  • 14.01.2023, 14:31h
  • So so ... man lebt seit sieben Jahren in einer ach so offenen Beziehung ... lässt sich von wildfremden Schwänzen gegen Kohle durchpimpern (oder pimpert selbst?) und stellt das dann auch noch öffentlich ins Netz.

    Doch damit nicht genug: man sucht auch weiterhin die große Öffentlichkeit, um all das zu "promoten".

    Happy New Gay World in 2023! Moralisch ist mir das ja alles pupsegal. Aber was das auf Dauer mit der Psyche aller Beteiligten macht, möchte ich nicht wissen ...
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#6 Die MoralkeuleAnonym
  • 14.01.2023, 15:02h
  • Antwort auf #5 von Ochnö
  • Schön, dass Sie das christlich-heteronormative Mantra "du darfst nur 1 Person" so verinnerlicht haben, dass Sie all denen, die völlig zurecht einen feuchten *** drauf geben, als "psychisch gefährdet" darstellen. Die Chuzpe muss man auch erst mal haben, Respekt.

    Dass es vielleicht auch andere Lebensentwürfe gibt, die sich um Ihre Vorstellungen nicht scheren, weil - so schlimm das sicherlich auch sein mag - Sie weder der Nabel der Welt, noch im moralisch-gesellschaftlichen Sinne auch nur ansatzweise relevant sind (keine Sorge, ich natürlich auch nicht), das kommt Ihnen gar nicht erst in den Sinn. "Die sind anders als ich mir das vorstelle, die sind krank" - die Denke kennt man auch von anderer Stelle.

    Und noch ein fun fact zum Abschluss (auch für Ihren Vorschreiber, "Gerd Wächter"):
    Offene Beziehungen und Promiskuität sind mitnichten die "Happy New Gay World in 2023", sondern in Deutschland seit Anfang der 70er bekannt. Aber dann hätte man ja nicht auf "die Jugend von heute" schimpfen können, gell?
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#7 NajaAnonym
  • 14.01.2023, 15:30h
  • Alle sollen machen was sie wollen und wenn es seiner Karriere nutzt, super! Allerdings empfinde ich diesen Umgang mit Sexualität zumindest mal bedenklich! Die vielen Suizide der Pornodarsteller, von denen hier immer öfter zu lesenen ist, zeigen deutlich, dass selbst unter professionellen Bedingungen, langfristig Probleme entstehen können, die nicht immer sofort abzusehen sind. Das Beziehungsmodell spielt dabei gar keine Rolle. Ein Abend in einem Sexclub oder Grindrdates sind private Erlebnisse und nach dem "Akt" auch wieder beendet. Werden Sexvideos veröffentlicht, bleiben diese für immer verfügbar und man hat Aufzeichnungen seiner intimsten Handlungen nicht mehr selbst unter Kontrolle. Dieser Onlyfans Trend ist gefährlich und sollte nicht als Lifestyle gehyped werden!
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#8 56James35Anonym
  • 14.01.2023, 16:13h
  • Im Fernsehen hatte ich eine Interview von ihm gesehen. Was er über die Homophobie sagte, muss gehört werden.
    Aus diesem jungen Mann ist aber ein armer Kerl geworden, dessen einziger Lebensinhalt Sex ist.

    "Rien n'est plus limité que le sexe"
    Marcel Proust
    Deutsch = "Es gibt nichts Begrenzteres / Beschränkteres als Sex "
    Englisch = "There ist nothing more limited than sex"
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#9 UngleichAnonym
  • 14.01.2023, 18:24h
  • Antwort auf #7 von Naja
  • Kurz der Hauptunterschied zwischen professionellen Pornofilmen und OnlyFans:
    - professionelle Pornofilme werden von Studios produziert. Da bist du als Darsteller*in angestellt, bzw. wirst gebucht.
    - OnlyFans: Du machst dein Ding selbst. Ohne irgendein Management, das dich scheiße behandelt.

    Joey Mills hatte mal sehr diplomatisch den Grund erwähnt, weshalb er von Helix weg ist und primär Eigenproduktionen nachgeht.
    Ein Zuschauer stellte fest: "Helix losing all the talent". Worauf Mills antwortete: "Poor management"*.

    Auch wenn beides nichts für mich wäre, aber letztlich wäre eine Umgebung, in der ICH entscheide, was ich wie zeige, doch angenehmer als eine, in der ich einem Management ausgesetzt bin, das, sagen wir, "suboptimal" mit seinen Darsteller*innen umgeht.

    *) Quelle (NSFW!):
    qlifemedia.com/news/item/5c6cd0d3bb5c22384f74de5d
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#10 CornyAnonym
  • 14.01.2023, 19:41h
  • Antwort auf #3 von Das zerstört OnlyFans irgendwann
  • Nein, das ist so natürlich nicht möglich (oder zumindest nicht rechtens). Sowohl die Aufnahme als auch deren Verbreitung erfordert die Zustimmung aller "Hauptmotive".
    Sprich, wer ohne Einverständnis aufnimmt (oder gar veröffentlicht) muss mit Klage rechnen. Ob man da auch ein Anrecht auf mittelbaren Schadensersatz hat, weiß ich allerdings nicht (also wenn bspw. der Arbeitgeber ein Video sieht, von dem die betroffene Person nicht mal weiß, dass es existiert).

    Zu "offenen Beziehungen": Das werde ich wohl nie verstehen, aber jede*r, wie er*sie möchte. Das wäre für mich sofortiges Ausschlusskriterium.
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