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Filmpreis

Critics Choice Awards: Tränenreicher Triumph für Brendan Fraser

Brendan Fraser hat bei den Critics Choice Awards den Preis als bester Hauptdarsteller für "The Whale" eingesackt. Der Schauspieler kämpfte auf der Bühne mit den Tränen – und brachte wiederum das Publikum mit einer emotionalen, mutmachenden Dankesrede zum Weinen.


Brendan Fraser war nach seinem Sieg sehr emotional (Bild: Screenshot The CW)

  • 16. Januar 2023, 10:29h 1 3 Min.

Brendan Fraser (54) triumphiert bei den Critics Choice Award. Am Sonntag zeichnete ihn die Vereinigung von Filmkritiker*innen aus den USA und Kanada für seine Rolle in "The Whale" als besten Hauptdarsteller aus. In dem Film, der am 27. April in die deutschen Kinos kommen soll, spielt Fraser einen 270 Kilo schweren schwulen Mann. Der Critics Choice Award gilt als einer der wichtigsten Kritikerpreise in Nordamerika. Die Preisverleihung wurde live im amerikanischen Fernsehen übertragen.

Standing Ovations und Tränen für emotionale Rede

Auf der Bühne des Fairmont Century Plaza Hotel in Los Angeles brach Fraser in Tränen aus. Einzelne Zuschauer*innen im Publikum feierten den "Die Mumie"-Star mit Standing Ovations. Neben seinen Dankesbekundungen machte Fraser allen Menschen Mut, die wie seine Filmfigur in "The Whale" an schwerer Adipositas leiden.

"Wenn Sie mit Fettleibigkeit zu kämpfen haben oder das Gefühl haben, dass Sie sich in einem dunklen Meer befinden, möchte ich Sie wissen lassen, dass, wenn Sie die Kraft haben, einfach aufzustehen und sich dem Licht zuzuwenden, gute Dinge geschehen werden", sagte er. Nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum flossen nach der emotionalen Rede Tränen.

Comeback-Lauf für Brendan Fraser geht weiter

Für Fraser setzt sich mit dem Critics Choice Awards sein spektakuläres Comeback fort. Der Schauspieler, der um die Jahrtausendwende mit dem Abenteuerfilm "Die Mumie" zum Star wurde, verschwand in den letzten knapp 15 Jahren in einem Karriereloch. Gründe für sein Abtauchen waren ein durch Actionszenen zerrütteter Körper und sexuelle Belästigung durch den Präsidenten der Hollywood Foreign Press Association, die den Golden Globe vergibt. Der Globe-Verleihung blieb Fraser deshalb auch vergangene Woche fern, dort zog er gegen "Elvis"-Darsteller Austin Butler (31) den Kürzeren (queer.de berichtete).

Mit seiner Rolle in "The Whale" von Darren Aronofsky (53) begeisterte Fraser die Kritiker*innen wie nie zuvor in seiner Karriere. Bei der Premiere des Films beim Festival von Venedig erntete der US-Kanadier ebenfalls Standing Ovations – die ihn wie jetzt zu Tränen rührten (queer.de berichtete). Auch beim Filmfestival von Toronto wurde Fraser gefeiert, erhielt sogar einen Preis für seine Darstellung.

Einen Preis gab es auch für Cate Blanchett (53), die als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Die US-Australierin spielte in "Tár" eine lesbische Dirigentin. Der Film soll Anfang März in Deutschland anlaufen (queer.de berichtete). Angela Bassett (64) ist beste Nebendarstellerin für ihre Rolle als Königin in "Black Panther: Wakanda Forever". Als bestes Schauspielensemble wurden die Darsteller*innen von "Glass Onion: A Knives Out Mystery" geehrt, der Netflix-Film gewann auch den Preis für die beste Komödie des Jahres. Zudem gewann die nichtbinäre Janelle Monáe den #SeeHerAward, mit dem Menschen geehrt werden, die sich für Geschlechtergerechtigkeit und gegen Stereotype einsetzen.

/ CriticsChoice
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Critics Choice Award für weiteren Comeback-Star

Die Critics Choice Awards erlebten einen weiteren Sieg für einen Comebacker. Ke Huy Quan (51) gewann den Preis als bester Nebendarsteller für "Everything Everywhere All at Once". Mit "Indiana Jones und der Tempel des Todes" und "Die Goonies" wurde er in den Achtzigerjahren zum Kinderstar, beendete dann aber seine Filmkarriere. Mit "Everything Everywhere All at Once" hat er nun den Sprung zum erwachsenen Darsteller geschafft. Das Multiversums-Spektakel gewann außerdem den Hauptpreis als bester Film.

Im Serienspektrum der Critics Choice Awards triumphierten "Better Call Saul" als bestes Drama und "Abbott Elementary" als beste Comedy. Einen weiteren Preis erhielt auch Jennifer Coolidge als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in "The White Lotus". (spot/cw)

-w-

#1 Ith_Anonym
  • 16.01.2023, 11:57h
  • "Wenn Sie mit Fettleibigkeit zu kämpfen haben oder das Gefühl haben, dass Sie sich in einem dunklen Meer befinden, möchte ich Sie wissen lassen, dass, wenn Sie die Kraft haben, einfach aufzustehen und sich dem Licht zuzuwenden, gute Dinge geschehen werden".

    Also, ich verstehe schon, dass man als Publikum da heult, wenn das emotional vorgetragen wird, aber ehrlich betrachtet ist das eine ganz schöne Respektlosigkeit von jemandem, der mit den Diskriminierungen, die er geschauspielert hat, nie im Leben echten Kontakt haben wird.

    Es macht halt schon einen Unterschied, ob du dich für einen begrenzten Zeitraum im sicheren Umfeld eines Sets in eine Rolle hineindenkst und sie darstellst, oder ob du nach zehn Jahren an Kommentaren, wenn du gerade mal versuchst, aufzustehen, dich auf die Straße wagst und innerhalb von weniger als einer halben Stunde wieder (mehr oder weniger Mikro-)Aggressionen und die damit verbundenen psychischen Schmerzen erleidest. Wenn du als marginalisierter Mensch aufstehst und dich dem Licht zuwendest, aka in die Sichtbarkeit trittst, geschehen im realen Leben keine guten Dinge. Im realen Leben werden irgendwelche Leute, die Hass auf Menschen der Art haben, wie du zur Welt gekommen wirst, dich angreifen und ausgrenzen und mit ein bisschen Pech eine Doxxing- und Hate-Kampagne gegen dich veranstalten.

    Wenn man ein gutaussehender, reicher, weißer, heterosexueller cis-Mann ist, haut dich nicht jemand aktiv jedes Mal um, wenn du versuchst, aufzustehen. Respekt für Menschen daran zu knüpfen, ob sie mit durchgedrücktem Kreuz in der Welt stehen können, ist gegenüber wirklich marginalisierten Menschen eine ganz schön brutale Forderung.

    Aber dann erzählt er das alles in so einer Rede natürlich auch keinem Publikum, das in irgendeiner Weise von dem betroffen wäre, worüber er da redet. Für dieses Publikum sind marginalisierte Rollen ein genauso theoretischer Brainfuck, der nach dem Film wieder vorbei ist, oder vielleicht mal nach ein paar Jahren eigener, psychischer Krise, wie für den Schauspieler selbst. Und klar, bei so einem Publikum kommt das als mutmachend an.
    Ich finde es einfach nur sehr, sehr schlimm.
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