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Trotz langer Debatte

Englische Staatskirche hält an Ehe-Verbot für gleichgeschlechtliche Paare fest

Seit rund acht Jahren dürfen Schwule und Lesben in England heiraten – die der Krone unterstehende Staatskirche will davon aber nichts wissen.


In England bleiben anglikanische Kirchen – etwa die Kathedrale in Newcastle – exklusive Orte für Heterosexuelle (Bild: bvi4092 / flickr)

Trotz einer jahrelangen Debatte wird es gleichgeschlechtlichen Paaren in England weiterhin nicht möglich sein, kirchlich zu heiraten. Das berichtete die BBC am Mittwoch unter Berufung auf Insiderquellen nach einem Treffen der Bischöf*innen der englischen Kirche. Diese hatten zuvor fünf Jahre lang über die Position der Kirche beraten. Die 25 Millionen Mitglieder zählende anglikanische Church of England ist eine Staatskirche, formales Oberhaupt ist König Charles III.

Mehrere Bischöf*innen teilten der BBC mit, dass es auf einer im kommenden Monat anstehenden Kirchenversammlung nicht zu einer Abstimmung über die Öffnung der kirchlichen Ehe für homosexuelle Paare kommen werde.

England öffnete 2014 die staatliche Ehe

Seit 2014 sind gleichgeschlechtliche Ehen in England und Wales rechtlich erlaubt (queer.de berichtete). Drei Jahre später startete die Kirche einen Beratungsprozess. Der Bischof von Oxford, Steven Croft, und einige andere Kirchenvertreter sprachen sich öffentlich dafür aus, gleichgeschlechtliche Paare auch kirchlich zu vermählen.

In Schottland sind kirchliche Ehen für gleichgeschlechtliche Paare hingegen möglich (queer.de berichtete). In Wales können diese zwar nicht heiraten, aber eine Art Segen bekommen. Über ähnliche Formen könnte dem Bericht zufolge auch in England debattiert werden.

Der Londoner Geistliche Charlie Bell, der seinen Partner gerne kirchlich heiraten würde, zeigte sich enttäuscht. "Als gleichgeschlechtliches Paar bleibt man in einer Hängepartie und als zweitklassiger Bürger zurück", sagte er der BBC. "Wir sagen homosexuellen Paaren immer noch, dass ihre Beziehung weniger wert ist als die von gemischtgeschlechtlichen Paaren." Er werde sich trotz des Rückschlags aber weiter dafür einsetzen, dass die Kirche ihre Lehre ändert. (dpa/dk)

#1 Grund zum AustrittAnonym
  • 18.01.2023, 11:42h
  • Mal ganz im Ernst: wer braucht dieses Scheinheilige Getue noch? Egal ob Anglikanisch, Katholisch oder Orthodox: keine dieser Kirchen verdient unser Geld und wir nicht deren Segen, man kann auch wirklich ein schönes Fest haben ohne dieses fromme Getue.
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#2 SeraphinaAnonym
#3 VitelliaAnonym
  • 18.01.2023, 12:20h
  • Dann würde ich nicht mehr an irgendeiner Kirche festhalten.
    Ist doch ganz einfach: Homo-Ehe ohne Kirche, fertig!
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#4 PräzisierungAnonym
#5 HmmmAnonym
  • 18.01.2023, 12:42h
  • Warum existieren weltweit Sonderbehandlungen für Religionen in Form von Gesetzen?

    Beispielsweise musste Charles (III) schwören, dass er die Interessen der Kirche vertritt, sonst hätte er nicht mal König werden dürfen.

    Warum gewährt man ihnen alles und es ist eine Selbstverständlichkeit in der Gesellschaft, dass wir uns jedes Recht hart erkämpfen müssen?

    Ich könnte es verstehen, wenn all das wissenschaftlich belegt wäre. Aber so, habe ich jedwedes Verständnis verloren.

    Auch wenn man ihnen den Geldhahn zudreht und sie einem deshalb entgegenkommen. Die Einstellung dahinter wird sich niemals ändern.
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#6 KopfschüttelAnonym
  • 18.01.2023, 13:00h
  • Antwort auf #5 von Hmmm
  • Das Ganze ist ein Treppenwitz der Geschichte, wenn man überlegt, warum die anglikanische Kirche überhaupt existiert?! Ach ja, weil die ehemalige Kirche, an die England gebunden war, am Verbot der Wiederverheiratung festhielt.
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