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Wissenschaft

Aussichtsreicher HIV-Impfstoff schützt nicht

Die Suche nach einem Impfstoff gegen Aids wurde laut dem HIV-Experten Hendrik Streeck "deutlich zurückgeworfen": Ein besonders aussichtsreiches Präparat erwies sich in einer Studie als wirkungslos.


Symbolbild: Ein Impfstoff gegen die Immunschwächekrankheit Aids ist noch immer nicht in Sicht (Bild: 11082974 / pixabay)

Ein besonders aussichtsreicher Impfstoffkandidat gegen die Immunschwächekrankheit Aids schützt nicht ausreichend vor einer HIV-Infektion. Das gab der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson nach der Begutachtung von Daten der entscheidenden klinischen Studie bekannt. "Wir sind enttäuscht von diesem Ergebnis", sagte die verantwortliche Forscherin Penny Heaton laut einer Mitteilung. Die Phase-III-Studie ("Mosaico") mit 3.900 Testpersonen werde beendet.

Dem HIV-Experten Hendrik Streeck zufolge, der an der Studie am Rande beteiligt war, hatte kein anderes Präparat so gute Aussichten gehabt. Die nun veröffentlichten schlechten Ergebnisse der Studie hätten die Suche nach einem Impfstoff "deutlich zurückgeworfen", sagte Streeck, der das Institut für Virologie der Uni Bonn leitet, der Deutschen Presse-Agentur. "Bis vor Kurzem habe ich noch gehofft, dass dieser Impfstoff funktionieren könnte." So hätten Affen seine sehr gute Immunantwort gegen das Virus gezeigt. Allerdings war im Jahr 2021 bereits eine Studie ("Imbokodo") zu einem ähnlichen HIV-Impfstoff gestoppt worden, das habe auch die Erwartungen in die "Mosaico"-Studie gedämpft.

Vektorbasierter Impfstoff

Der Impfstoff, dessen Studie nun beendet wird, ist ein sogenannter vektorbasierter Impfstoff. Dabei wird ein abgeschwächtes Erkältungsvirus so verändert, dass es einen Bauplan für das Virus in Zellen einschleusen kann, damit das Immunsystem Antikörper gegen HIV produziert. Zusätzlich wird das Immunsystem noch durch das Oberflächenprotein des HI-Virus angeregt. Insgesamt sind vier Impfdosen notwendig.

Der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids ist global gesehen eine der größten medizinischen Herausforderungen. Zuletzt steckten sich rund 1,5 Millionen Menschen pro Jahr mit HIV an. Wenn eine Infektion nicht behandelt wird, schwächt das Virus das Immunsystem so stark, dass lebensgefährliche Krankheiten auftreten. Man spricht dann von Aids (Erworbenes Immunschwäche-Syndrom).

Zwar gibt es für Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko mittlerweile Medikamente, die vor einer Ansteckung schützen (PrEP). Dabei wird eine tägliche Einnahme empfohlen. Zudem gibt es für Infizierte wirksame Therapien, die die HIV-Vermehrung stabil unterdrücken, so dass das Virus im Blut nicht mehr nachweisbar ist. HIV kann dann selbst beim Sex nicht mehr übertragen werden.

Besondere Herausforderungen für Impfstoffentwicklung

Einen Impfstoff gibt es bislang aber noch nicht, denn das Virus stellt Forscher vor besondere Herausforderungen. So komme das HI-Virus in vielen verschiedenen Varianten vor und verändere sich vergleichsweise schnell, erklärte Streeck. Das macht es schwer, einen Impfstoff zu entwickeln, der auf breiter Front schützt. Außerdem habe das Virus eine besondere Oberfläche, an die – durch den Impfstoff angeregte – Immunstoffe vergleichsweise schwer angreifen können.

Eine weitere Herausforderung sei, dass ein Impfstoff dazu führen müsste, dass man eine komplett schützende, also sterile, Immunität erzeugen muss. Eine kurzfristige oder leichte Infektion trotz Impfung ist hierbei nicht möglich, da das Virus direkt das Immunsystem angreift. (cw/dpa)

#1 PrideProfil
  • 20.01.2023, 09:11h...
  • Streeck könnte ja "der" HIV-Experte sein, aber mit seinen Behauptungen zu Corona sehe ich ihn als Wissenschaftler unten durch und eher rechten Politiker, der mit mit seinen Äußerungen Corona-Leugner*innen auch noch in die Hände spielte.
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#2 JulianFixAnonym
  • 20.01.2023, 10:23h
  • Antwort auf #1 von Pride
  • So unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein. Ich finde, die Zeit zeigt dich sehr klar,dass er in Sachen Covid in vielen Dingen mit deutlich kühlerem Kopf und klüger agiert hat,als diese ganzen Panikärzt*innen.

    Das mit dem Impfstoff ist natürlich echt sehr bedauerlich. Hatte Moderna nicht auch einen Kandidaten,der getestet wird und nicht vektorbasiert ist?
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#3 AndiAnonym
  • 20.01.2023, 10:29h
  • Antwort auf #1 von Pride
  • Ja, wenn man sich die Welt von Böhmermann und seiner Twitterblase erklären lässt, kann so etwas schon passieren, dass man das so sieht. Rückblickend betrachtet haben sich aber weder Streeck noch Drosten in der COVID19-Pandemie mit Ruhm bekleckert, von Virus-Eliminierungs-Strategen wie Brinkmann ganz zu schweigen.

    Das krampfhafte Bedürfnis, widersprechende Seuchenbekämpfungsratschläge politisch einordnen zu wollen -- und dann auch noch so schlecht, "rechter Politiker", also bitte --, hat aber unnötig zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen. Es wird Zeit, solche Einordnungen abzustreifen.
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#4 Gute SpaltungAnonym
  • 20.01.2023, 11:17h
  • Antwort auf #3 von Andi
  • Nein, nein - die Einordnungen und die "Spaltung", wie ihr sie immer nennt, die sind schon sinnvoll. So weiß mensch wenigstens direkt, mit wem man seine Zeit sinnvoll verbringen kann und bei wem es hingegen sinnvoller ist, keine gemeinsame Zeit zu verschwenden.
    Ich für meinen Teil finde es sehr gut, dass die Pandemie gezeigt hat, wo die Menschen sitzen, die überlegt und ohne großes Tamtam an Lösungen in einem "Flug durch den Nebel bei Turbulenzen" arbeiten und dabei mithelfen - und wer eben "Team Freiheit" (im SInne von: Ich, Ich, Ich!) war, das auf alles und jeden schei*t, Vorsicht für DiKtAtUr hielt und sich hier in der DDR 2.0 wähnte (bzw. immer noch wähnt).

    Die Querfront insbesondere der Querdenken-nahen Personen mit den Rechten ist auch nicht selten zutage getreten - was nicht verwundert, eint beide ja ein gemeinsamer "Feind". Zudem: Die "Spaltung", die war schon immer da. Die Pandemie hat sie lediglich -und das ist vielleicht das einzig gute daran- in den Fokus gerückt. Und zumindest ich für meinen Teil kann sagen: Gut so - und "Überwindung der Spaltung", danke nein. Mit diesen Egoist*innen, Schwurbler*innen und rechtsdrehenden Elementen möchte zumindest ich keine Einigung beschließen.
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#5 SeraphinaAnonym
  • 20.01.2023, 12:04h
  • Antwort auf #4 von Gute Spaltung
  • Danke für den Beitrag, vollste Zustimmung von mir! Lieber habe ich eine offen für jeden sichtbare "Spaltung" post Corona als das Neonazis, Antideutsche Allianzen von Links- und Rechtsaußen und sonstiges Geschwurbel komplett ungestört ihre Egomanie "Freiheit" durchziehen können ohne unten durch zu sein.
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#6 KeroxAnonym
  • 20.01.2023, 14:52h
  • Antwort auf #2 von JulianFix
  • Masken anziehen und Hände Waschen würde ich nicht als Panik bezeichnen. Schon ziemlich am Anfang wurde klar, dass eine Rückverfolgung nicht mehr möglich sein würde, und sehr früh wurde gebeten sich zu schützen, um die Kurve abzuflachen damit unser Gesundheitssystem nicht kollabiert. Damit wir nicht in eine Triage kommen.
    Die Krankenhäuser waren teilweise am Limit und Streeck plappert munter das alles ganz locker sei.

    Streeck hat die Ansteckungsgefahr und Auswirkung von COVID-19 stark unterschätzt. Er dachte das sei viel ungefährlicher als ne normale Grippe und damit lag er komplett falsch. Er hat vom Masken-Tragen abgeraten und lag damit falsch. Seine eingeschätzte Letalität von COVID-19 war falsch.
    Und auch heute sind die Auswirkungen von Long-Covid noch nicht vollständig klar.
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#7 AndiAnonym
  • 20.01.2023, 15:53h
  • Antwort auf #6 von Kerox
  • Sehr richtig, er lag falsch, und da war er nicht der einzige. Falsch zu liegen ist aber was anderes als ein "rechter Politiker" zu sein, wie von anderen Kommentatoren hier unterstellt wird, für welche die Pandemie dem eigenen Bekunden nach eine willkommene gesellschaftliche "Sortierfunktion" hatte.
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#8 PrideProfil
  • 20.01.2023, 16:30h...
  • Antwort auf #3 von Andi
  • Also Andy, bitte doch ein bißchen mehr Respekt! Mir wohlmöglich unterstellen zu wollen, ich würde mich mit Böhmerman fortbilden oder gar seinem Sender ZDF, hat doch im Gegensatz zu mir hier etwas von Einfachheit und Spaltung. Die mir bekannten Inhalte zum Thema TERF würde ich von meiner Kritik an Böhmermann ausnehmen.
    Der Streeck ist zu Corona wohl kaum als Wissenschaftler, sondern als Politiker und als ein rechter aufgetreten, weil er eben, auch von der Wissenschaft widersprochen und isoliert, mit seinem blossen Etikett als Wissenschaftler und damit allerdings eben sehr gefährlich, den Coronaleugner*innen in die Hände gespielt hat. Und ganz im Gegensatz dazu bin ich Drosten unendlich dankbar dafür, daß er nicht nur mich, sondern inzwischen umfassend anerkannt, mit seinem wissenschaftlichen Leumund auch gerade in dergestalt seines Podcastes, uns so sicher durch die Corona-Zeit geführt hat.
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#9 DannyMarc
  • 20.01.2023, 16:55h
  • Irgendwann wird es soweit sein. Eine Impfung, oder eine Heilung durch die Crispr-Genschere oder man findet irgendwann heraus wo im Körper sich dieses Virus versteckt. Was leider immer vergessen wird bzw. unbeachtet bleibt ist, was für unfassbare Fortschritte in extrem kurzer Zeit gemacht wurden. Vor 30 Jahren sind die Menschen gestorben wie die Fliegen und innerhalb weniger Jahre hatte man Medikamente die in rasanter Zeit immer besser wurden und heute kann man ein (fast) normales Leben führen mit einer normalen Lebenserwartung. Von so einem Fortschritt könnte ein:e Onkologe:in nur träumen.
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#10 Evolution ist kein MythosAnonym
  • 20.01.2023, 17:11h
  • Antwort auf #8 von Pride
  • "Also Andy, bitte doch ein bißchen mehr Respekt!"

    Willst Du ernsthaft behaupten Deine Ausführungen über Herrn Streeck bzw. dessen Gesinnung seien von Respekt erfüllt.
    Herr Streeck hat bezüglich CoViD durchaus wissenschaftliche Fehleinschätzungen zu verantworten, aber da ist steht er nicht alleine da.
    Gerade in der Anfangszeit der Pandemie waren wissenschaftlicher Dissens und teils kurzfristige Revision von Theorien und Empfehlungen sowohl der wissenschaftlichen Arbeit als solcher und der Schnelllebigkeit der Pandemie geschuldet.
    Herrn Streeck deshalb als rechten Politiker zu bezeichnen grenzt an Verleumdung.
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