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Frankreich

Katholische Kirche bestraft homophoben Missbrauchspriester

Tony Anatrella wollte Homosexualität mit Homo-Sex "heilen" und legte dabei offenbar selbst Hand an: Rund 20 Jahre nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe zieht die katholische Kirche nun Konsequenzen.


Tony Anatrella missbrauchte offenbar jahrzehntelang junge Männer sexuell, während er öffentlich über Homosexuelle herzog.

Die katholische Kirche hat dem Pariser Priester und Psychotherapeuten Tony Anatrella alle priesterlichen und therapeutischen Tätigkeiten untersagt. Das teilte die Erzdiözese der französischen Hauptstadt am Dienstag mit. Dem 81-Jährigen war sexueller Missbrauch von männlichen Jugendlichen und Männern vorgeworfen worden. Konkret dürfe Anatrella laut der Erzdiözese etwa keine Bücher mehr veröffentlichen, keine öffentlichen Veranstaltungen abhalten, keine Beichte abnehmen und nicht als Therapeut arbeiten. Details zu den Vorwürfen und dem Kirchengerichtsverfahren nannte das Erzbistum – wie in der katholischen Gerichtsbarkeit üblich – nicht.

Bereits seit zwei Jahrzehnten gibt es Vorwürfe gegen den prominenten Priester. 2006 berichtete etwa Daniel Lamarca davon, er habe sich 1987 von Anatrella behandeln lassen. Dieser habe ihm gesagt, er könne seine "Pseudo-Homosexualität" heilen, indem er Sex mit ihm habe. Lamarca erklärte weiter, er hätte die Erzdiözese bereits 2001 über den Fall informiert, sei aber ignoriert worden. Außerdem gab es mehrere weitere Vorwürfe sexueller Übergriffe – 2019 beschuldigte ein Patient den Priester etwa, ihn im Alter von 14 Jahren sexuell missbraucht zu haben. Laut investigativen Journalist*innen hat Anatrella seine Missbrauchs-Methoden im Namen der Kirche von den Siebzigerjahren bis 2011 angewendet.

Antrella formulierte das vatikanische Homo-Verbot mit

Der Fall ist für die Kirche besonders brisant, weil Anatrella den Vatikan jahrelang zu Fragen der Sexualität beraten und auf einen homosexuellenfeindlichen Kurs eingeschworen hat. 2005 war er etwa der Mitverfasser eines Vatikan-Papiers, in dem homosexuellen Männern grundsätzlich wegen ihrer sexuellen Orientierung die Weihung zum Priesteramt verboten wurde. Anatrella begründete das unter anderem damit, dass Schwule eine "unvollständige und unreife Sexualität" hätten und ihnen deshalb pauschal nicht vertraut werden könne. Dieses Homo-Verbot ist bis heute offizielle Linie des Vatikans.

Zudem verbreitete Anatrella in der Öffentlichkeit offensichtliche Lügen über queere Menschen. So behauptete er etwa, dass 40 Prozent der Kinder, die bei Homosexuellen aufwüchsen, selbst schwul oder lesbisch werden würden. Homosexualität destabilisiere außerdem grundsätzlich "Volk und Gesellschaft". Auch politisch engagierte er sich, um die Akzeptanz Schwuler und Lesben zu verhindern – etwa bei der Abschaffung des staatlichen Eheverbots für schwule und lesbische Paare 2013 in Frankreich. Damals bezeichnete er gleichgeschlechtliche Eheschließungen als "einfach nur lächerlich".

Vor dem französischen Gesetz gilt Anatrella weiter als unbescholtener Mann: Die staatliche Justiz ist nicht gegen Anatrella vorgegangen, weil die Vorwürfe verjährt seien. (dk)

#1 VitelliaAnonym
  • 20.01.2023, 17:15h
  • Unglaublich, was in der kath. Kirche (zu der ich früher auch gehörte! Kath. Eltern aus dem kath. Köln) für hochgradig gestörte Typen gibt, die zum
    Psychiater gehörten!
    Und nicht an den Altar, um blöd von anderer Leute Sünden zu predigen.
    Und für die Frommen gilt, alles brav glauben und nichts selber denken - über die ganze Unlogik in der Bibel, die von MENSCHEN und nicht von einem Gott geschrieben wurde.
    Wo Religion anfängt, hört der Verstand auf!
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#2 dellbronx51069Anonym
  • 20.01.2023, 18:21h
  • Was ein durchgeknallter Vogel! Da braucht es keine weiteren Erklärungen mehr. Bei dem Punkt, Homosexualität sei eine Gefahr für Volk und Gesellschaft ist allerdings definitiv Schluss mit Lustig , denn da beginnt die NS Ideologie . Gegen solche Typen muss hart vorgegangen werden.
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