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Manchester/England

Boxer Chris Eubank Jr. setzt Zeichen gegen Homophobie

Nach homophoben Attacken seines Gegners erschien Box-Star Chris Eubank Jr. mit einer Regenbogenbinde. Den Kampf verlor er im Anschluss.


Chris Eubank Jr. tritt seinem homophoben Kontrahenten Liam Smith mit der Regenbogenbinde entgegen (Bild: Instagram / Chris Eubank Jr.)
  • 23. Januar 2023, 14:16h 5 2 Min.

Der britische Boxer Chris Eubank Jr. wehrt sich gegen homophobe Andeutungen seines Landsmanns und Gegners Liam Smith mit einem starken Zeichen: Beim Wiegen erschien er am Freitag im englischen Manchester mit einer Regenbogen­binde. Dazu verkündete der 33-Jährige auf Twitter: "Wir diskriminieren nicht. Wir entfremden uns nicht. Wir wollen, dass Boxen und jeder Sport inklusiv ist."

Der Hintergrund ist ein homophobes Psychospielchen von Smith, das Eubank in der Pressekonferenz am Donnerstag angesprochen hatte. Er hatte seinen Gegner "beschuldigt", homo­sexuell und deswegen kein guter Boxer zu sein. Konkret erklärte Eubank: "Du hast mir eine SMS geschickt, in der du geschrieben hast: 'Ich bin es gewohnt, Mädels in meiner Timeline zu sehen, nicht Jungs'."

Daraufhin setzte Smith noch einen oben drauf: "Chris, du redest hier über Mädchen. Hat irgendwer in diesem Raum dich je mit einem Mädchen gesehen? Willst du uns etwas sagen? Denn du bist 33. Willst du uns etwas mitteilen? Denn niemand hier in diesem Raum hat dich je mit einer Frau gesehen."

Eubank antwortete darauf: "Mein Privatleben, ist mein Privatleben. Das ist für das Boxen völlig irrelevant, aber ich bin glücklich, mir geht's gut." Smith ließ aber nicht locker und provozierte weiter: Willst du uns etwas erzählen?" Als Eubank weiter auf seine Privatsphäre pochte, erklärte Smith: "So ein Typ bin ich nicht, ich mag Frauen."

Doch dann legte Eubank nach: "Wenn du hier dunkel und persönlich wirst, davon sprichst, ich sei schwul und ob ich Mädchen mag: Mir haben mehrere Quellen berichtet, dass du deine Frau betrügst. Glashaus, mein Freund, lass uns das Persönliche nicht rauskehren. Ich wäre lieber schwul als ein Fremdgeher." Daraufhin Smith: "Du hast keine Misses, die du betrügen kannst."

Späte Entschuldigung

Den Kampf am Samstag konnte Smith dann gewinnen. Auf der Pressekonferenz im Anschluss bedauerte der 34-Jährige seine homosexuellenfeindliche Taktik: "Ich entschuldige mich bei jedem, der sich von dem, was ich gesagt habe, angegriffen gefühlt hat. Ich bin in keiner Weise homophob, ganz im Gegenteil."

/ ChrisEubankJr
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Homophobie hat gerade im britischen Boxsport eine lange Tradition. Boxstar Tyson Fury sorgt etwa seit Jahren mit homosexuellenfeindlichen Äußerungen für Schlagzeilen (queer.de berichtete). Trotzdem wird er von den Medien bis heute gefeiert. Allerdings wird dieses Verhalten in Teilen der Branche inzwischen nicht mehr akzeptiert: 2020 feuerte die Agentur MTK Global etwa Nachwuchsboxer James Hawley nach einem extrem queerfeindlichen verbalen Ausbruch (queer.de berichtete). (cw)

-w-

#1 _Patrick_Ehemaliges Profil
  • 23.01.2023, 16:12h
  • Ich fände es angebracht, endlich damit aufzuhören eine Nichtentschuldigung als Entschuldigung zu beschönigen. Eine Entschuldigung entsteht aus Einsicht, Reue und Ehrlichkeit und bringt dieselben in ihr zum Audruck. Die Verwendung der Worte "falls", "wenn" und die ihrer Äquivalente sollten doch Hinweis genug sein, dass die Person es nicht begriffen hat oder es nicht begreifen will.

    Ein Homofeind sagt homofeindliche Dinge, so wie ein Rassist rassistische Dinge ausspricht und wie ein Faschist ala Höcke Hitler zitiert. Der Herr hat diese Dinge in der Absicht geäußert, einen Menschen dadurch öffentlich herabzuwürdigen und zu verletzen. Die sexuelle Orientierung galt ihm hierbei als ausreichend. Wenn diese Geisteshaltung nicht Kern eines Homophoben ist, sollte eine neue Verwendung für das Wort gefunden werden.
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#2 MuschebubuAnonym
  • 23.01.2023, 18:57h
  • Antwort auf #1 von _Patrick_
  • Sätze, die mit einer Entschuldigung beginnen, nehme ich sowieso nicht ernst. Es geht darum, sich so schnell wie möglich reinzuwaschen, und man kann nicht warten, bis die Gesellschaft die Entschuldigung auch annimmt. Noch einmal, man entschuldigt sich nicht, sondern bittet um Entschuldigung.
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#3 HaoloAnonym
  • 23.01.2023, 21:42h
  • Ich verabscheue diesen "Sport".

    Aber gut, dass auch bei diesem einige den Mut aufbringen gegen Homophobie Zeichen zu setzen und sich damit auseinandersetzen.
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