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Kulturkampf um Zuckerkugeln

Zu queer: Mars stoppt M&M's-Werbung nach Kritik von Rechtsaußen-Moderator

Nachdem die neuen M&M's-Figuren als "woke" beschimpft worden waren, zog Mars die Reißleine.


Diese Schokolinse brachte amerikanische Konservative zur Weißglut (Bild: Mars, Inc.)

Der US-Lebensmittelkonzern Mars hat eine Werbekampagne für die Schokolinsen M&M's nach Kritik des rechtspopulistischen Fox-News-Moderators Tucker Carlson vorerst gestoppt. Das Unternehmen teilte am Montag mit, es wolle mit seiner Werbung nicht polarisieren, sondern "Menschen zusammenbringen". Carlson hatte die neuen M&M's-Figuren als "woke" kritisiert.

M&M's hatte im September ein neues Mitglied der "Spokescandies", der sprechenden Schokolinsen, vorstellt: Purple (Lila). Wie die zuvor eingeführten Figuren Green (Grün) und Brown (Braun) ist diese Figur weiblich – und steht laut Unternehmen für "Akzeptanz und Inklusion". Der Hintergrund: Lila ist in der queeren Geschichte eine wichtige Farbe, die etwa für weibliche Homosexualität oder Bisexualität steht. Im Internet gab es daraufhin Kritik, M&M's politisiere die Süßigkeit.

Die Kritik flammte Anfang Januar wieder auf, als M&Ms als vorübergehende Aktion Tüten nur mit lila, grünen und braunen Linsen anpries. Einen Teil der Einnahmen spendete die Firma an Frauenrechtsorganisationen. Moderator Carlson höhnte über die PR-Aktion auf Fox News, "die woken M&M's sind wieder da". Grün sei wahrscheinlich lesbisch, Lila fett, mutmaßte der 53-Jährige. Der Begriff "woke" beschreibt das "Wachsein" gegenüber rassistischen und diskriminierenden Tendenzen in einer Gesellschaft, er wird rechtsaußen gerne als Kampfwort gegen Linke verwendet.

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Der Hass Carlsons auf die grüne M&M-Linse geht offenbar auf einen viralen Tweet von Mars aus dem Jahr 2015 zurück. Damals wurde gezeigt, wie die beiden weiblichen Figuren in Braun und Grün Händchen hielten.


(Bild: Screenshot Fox News)

Vor etwa einem Jahr hatte Carlson schon kritisiert, dass Grün keine weißen Schuhe mehr trage, sondern Turnschuhe – das sei "weniger sexy". Mars werde nicht eher ruhen, bis jede Figur "komplett unattraktiv und total androgyn" sei.

M&M's schrieb am Montag nun auf Twitter, man habe die Aufregung über die neuen Figuren im Internet nicht erwartet. Doch nun "haben wir verstanden: Selbst die Schuhe einer Süßigkeit können polarisieren". Das aber "ist das Letzte was wir wollten. Unser Ziel ist vielmehr, die Menschen zusammenzubringen". Die Werbung mit den Spokescandies sei daher "auf unbestimmte Zeit" ausgesetzt. Für neue Werbespots habe M&M's Comedy-Star Maya Rudolph engagiert.

Mars hatte bereits vor 15 Jahren mit M&M's mit regenbogenfarbenen CSD-Schokolinsen geworben (queer.de berichtete).

Tucker Carlson ist Moderator der erfolgreichsten Sendung unter Kabel-Nachrichtensendern – seine Show "Tucker Carlson Tonight" erreicht jeden Abend ein Millionenpublikum. Immer wieder macht er Stimmung gegen queere Menschen – mit teils absurden Behauptungen: So behauptete er etwa letztes Jahr, Milchtrinken mache trans (queer.de berichtete). (AFP/dk)

#1 RigolettoAnonym
  • 24.01.2023, 13:29h
  • Bunte Schokoperlen, das geht natürlich gar nicht. Das sollte verboten werden. (Ironie aus)
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#2 EvilAnonym
  • 24.01.2023, 13:49h
  • Antwort auf #1 von Rigoletto
  • Naja, jemand der sich auch nur einem Hauch um Menschenrechte, Klima, Tierschutz und Nachhaltigkeit scherrt würde sowieso nie etwas von Marc Incorporated kaufen.

    Sollen doch bitte gemeinsam mit Fox im Nirgendwo verschwinden !

    Und das Maya Rudolph sich hierfür hergibt ist schäbig !
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#3 _Patrick_Profil
  • 24.01.2023, 14:44hRLP
  • Woke - laut Duden die Bezeichnung für in hohem Maße politisch wach und engagiert gegen rassistische, sexistische und soziale Diskriminierung" !

    Das verdeutlicht doch, wie hirnkrank und absurd die Verwendung dieses Wortes als Herabwürdigung ist, dieselbe lässt dabei aber sogleich den Rückschluss zu, um welche Art von Mensch es sich handeln muss, der dieses tut.

    Peinlicher ist da nur noch ein Weltkonzern, der seine propagierten Werte bei der erstbesten Kritik von Rechtsaußen in die Restmülltönne tritt.
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#4 JustJoeAnonym
  • 24.01.2023, 15:10h
  • Turnschuhe sind weniger sexy... Wozu sich straighten cis dudes so alles einen runter holen wollen ist schon faszinierend. Is natürlich schon hart wenn Mann die grüne Schokolinse plötzlich nicht mehr mega heiß findet weil sie den Schuhfetisch nicht mehr erfüllt. Ich rolle so hart mit den Augen dass es weh tut
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#5 Missed PointAnonym
  • 24.01.2023, 16:09h
  • We are confident Ms. Rudolph will champion the power of fun to create a world where everyone feels they belong.

    Liebes Mars-Management,
    offenbar ist Ihnen trotz aller Lautstärke der "Besorgten", Reaktionären und Faschisten in den asozialen Hetzwerken ein kleiner Punkt entgangen, der Ihre Confidence bereits jetzt zum Scheitern verurteilt:
    Menschen wie Carlson, Di Santis, Trump, Putain, Erdogan, Xi, Bergoglio, von Storch, Beverfoerde, Schwarzer et al. werden sich NIE wohlfühlen können, "where everyone feels they belong".
    Das erklärte Ziel dieser Menschen: Sie werden erst Ruhe geben, wenn sämtliches queeres Leben ausgeschlossen, am besten ausgelöscht ist. Das ist der fundamentale Wunsch all dieser Kreise: Dass cis Hetero die einzig valide Kategorie ist. Alles andere darf es nicht geben - es *kann* also nie und unter gar keinen Umständen eine Welt geben, "where everyone feels they belong".

    Aber gut, wir reden von Konzernen und Konzernen geht es wenig um Menschenrechte, sondern nur darum, dass das Maximum an Geld kundenseitig reinkommt. Deshalb knickt man, wie hier im Land ja auch in ähnlicher Manier mit den Wählerstimmen, vor den lauten Rechten und Faschisten ein. Bloß nicht "anecken", bloß nicht dem rechten Pack verdeutlichen, dass es sich selbst aus einer demokratischen und auf wenigen und einfachen Grundrechten (Menschenrechten) basierten Gesellschaft entfernt hat. Nein, man muss ja "den Dialog suchen" etc.

    Ich kann. es. nicht. mehr. hören.
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#6 Nicht so schnellAnonym
  • 24.01.2023, 17:30h
  • Antwort auf #2 von Evil
  • "Und das [sic!] Maya Rudolph sich hierfür hergibt(,) ist schäbig !"

    Nicht so schnell. Das Zurückrudern von Mars ist widerlich und kontraproduktiv, keine Frage.

    Aber Maya Rudolph hat Fundraising für Harris und andere Demockat:innen gemacht, also für Menschen, auf die Carlson regelmäig eindrischt. Rudolphs erster Spot für M&M wird beim Super Bowl zu sehen sein. Dort werden traditionell besonders starke Werbeclips gezeigt. Ich vermute, Carlson hat dann einiges von M&M zu sehen bekommen, an dem er sich abarbeiten wird.
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#7 EvilAnonym
#8 Tom27Anonym
  • 24.01.2023, 18:19h
  • Ach nein, ein Moderator lästert über woke m&m's und Mars nimmt deswegen Werbespot zurück? HAHA.
    Nein, da steht knallhartes Geschäft dahinter und entlarvt die ganze Falschheit der Firmen mit ihrem buntem Getue.
    Mars hat nur gemerkt, die Kundschaft mag keine woken m&m's, also gibt es jetzt erstmal keine woken m&m's mehr.
    Dem Kunden sollen die Dinger ja schmecken damit er sie kauft und lila versaute leider gerade den Geschmack.
    Nur mit Moral kommt eben auch bei Mars kein Geld in die Kasse.
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#9 Teppichboden112Anonym
  • 24.01.2023, 18:35h
  • Mars sagt: "Wir erlauben jetzt auch Frauen (+*etc.) unsere überteuerten Diabeteskugeln zu fressen!!! Dafür müsst ihr euch nichtmal bedanken. " Das ist pure Emanzipation. Man könnte meinen 30 Sekunden Werbung sie eh zu kurz um "woke" zu sein. Aber ich muss zugeben m&ms sind wesentliche Vorbilder nach denen ich mein Leben modelliere.

    Eigentor. Da hat einer erfolgreich Pinkwashing bekämpft.
    Aber der Kontroversengenerator für rechte Populisten ist schnell angeworfen.
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#10 Alexander_FAnonym
  • 24.01.2023, 18:37h
  • Einerseits jammern die Rechten über "Frühsexualisierung", und dann jammern sie, wenn anthropomorphe Schokolinsen (sic!) nicht aufreizend genug sind. Entscheidet euch endlich, Herrgott Donnerkeil nochmal!
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