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Prozess in Hamburg

Nicolas Puschmann erfand schwulenfeindliche Attacke

Peinlicher Gerichtstermin für den ersten "Prince Charming": Beim angeblichen Angriff auf Puschmann 2021 auf einem Hamburger Weihnachtsmarkt wurde der total betrunkene Promi selbst ausfallend und gewalttätig.


Nicolas Puschmann beim Fototermin zur TV-Show "Das RTL Turmspringen" am 2. Juni 2022 in Berlin (Bild: IMAGO / mix1)

Eine angeblich schwulenfeindliche Attacke auf den Reality-TV-Star Nicolas Puschmann stellte sich am Dienstag als frei erfunden heraus. Nach einem Vorfall Anfang Dezember 2021 auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt "Santa Pauli" hatte der erste "Prince Charming" einen leitenden Security-Mitarbeiter, der ihn beleidigt und mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben soll, wegen schwerer Körperverletzung angezeigt. Das Amtsgericht Hamburg sprach den 39 Jahre alten Adriano P. jedoch nach einem kurzen Prozess frei. Die Kosten für das Verfahren trägt die Staatskasse.

Puschmann hatte nach dem Vorfall in einer Instagram-Story schwere Vorwürfe gegen den Sicherheitsmann erhoben. "Wie ekelhaft können Menschen bitte sein?", fragte der 31-Jährige damals sichtlich aufgebracht, mit blutverschmiertem Gesicht und einer aufgeplatzten Lippe seine Fans.


Auf Instagram präsentierte sich Puschmann im Dezember 2021 als Opfer (Bild: Screenshot Instagram-Story)

"Wenn ihr meint, dass man sich nicht mehr dafür einsetzen sollte, dass Mann und Mann gemeinsam im TV tanzen dürfen und man nicht mehr CSD feiern sollte, weil wir ja sowieso schon alle die gleichen Rechte hätten – nein, haben wir nicht! Manche Menschen finden uns einfach richtig scheiße!", sagte der Reality-Star mit Tränen in den Augen. "So ist es eben manchmal als schwuler Mann in Deutschland."

Zeugin widerspricht Puschmann

Eine 47-jährige Zeugin, die einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt hatte, schilderte die Auseinandersetzung zwischen Puschmann und dem Sicherheits-Mitarbeiter allerdings ganz anders. "Der Herr Puschmann hat sich danebenbenommen. Er war stark alkoholisiert und wollte den Platz nicht verlassen und hat den Security-Mann aufs Übelste beleidigt", erklärte sie in einem Interview mit RTL. Zusammen mit einem Kumpel soll der ehemalige "Prince Charming" offenbar einen Wasserschlauch abgerissen haben.

"Herr Puschmann sagte immer wieder: 'Du weißt nicht, wer ich bin' und hat ihn als 'fette Wanze' betitelt", so die Zeugin weiter. Laut ihrer Aussage sei der Angeklagte dennoch ruhig geblieben: "Der Security-Mann hat immer gesagt: 'Mir egal wer du bist – wer sich nicht benimmt, verlässt den Platz'". Die Gewalt sei allein vom "Prince Charming"-Teilnehmer ausgegangen. "Herr Puschmann hat seine letzte Kraft genommen und ist auf den Security los, der sich dann letztendlich gewehrt hat. Und Herr Puschmann ist dann gestürzt."

Puschmann hatte 1,66 Promille Alkohol im Blut

Wie ein von der Polizei durchgeführter Atem-Alkoholtest ergab, hatte Nicolas Puschmann bei dem Vorfall auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt 1,66 Promille Alkohol im Blut. Vor dem Amtsgericht zeigte er sich entsprechend kleinklaut: "Es ist mir super unangenehm, so betrunken und wahrscheinlich nicht zurechnungsfähig gewesen zu sein", sagte der 31-Jährige in der Verhandlung. Er könne sich auch an gar nichts mehr erinnern. Selbst den Angeklagten erkannte er angeblich nicht. Auch wisse er nicht mehr, ob er von P. – wie zuvor behauptet – als "Schwuchtel" beschimpft worden sei. "Ich verspüre weder Groll noch sonst was. Ich habe damit schon abgeschlossen."

Für Adriano P. ist die Sache jedoch noch nicht erledigt. Sein Anwalt Christian Lange sprach bereits zu Beginn der Verhandlung von einer vorgetäuschten Straftat Puschmanns. Außerdem überlege er, den Reality-Star auf Schadenersatz zu verklagen. Nach dem Vorfall habe seine Sicherheitsheitsfirma mehrere Aufträge verloren.

"Große Erinnerungslücken: Bei 1,6 Promille durchaus erklärbar", kommentierte Rechtsanwalt Lange das Verhalten Puschmanns im Interview mit RTL. "Auf der anderen Seite: Bei der polizeilichen Vernehmung konnte er sich noch ganz gut erinnern. Er hat möglicherweise den Weg gewählt, der für ihn hier den geringsten Widerstand gebracht hat." (cw)

#1 Ohrfeige02Anonym
  • 25.01.2023, 06:31h
  • Promis brauchen halt Schlagzeilen.
    Die Leute, die in den scripted Shows mitmachen, wollen sich auch behaupten, um jeden Preis.
    Nun ist der Schaden da .... leider scheint das jetzt Schule zu machen.
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#2 ZürichAnonym
#3 KainAnonym
  • 25.01.2023, 07:49h
  • Muss das sein?
    Und beim nächsten echten Übergriff heißt es dann "Ist doch auch wieder nur fake".
    Ist noch nicht schwer genug für queere Ernst genommen zu werden in den Situationen
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#4 TruvaniAnonym
  • 25.01.2023, 08:22h
  • Wie peinlich kann man sein. Der sicherheitsmitarbeiter hätte seinen Job verlieren können, nur weil er den narzisstischsten Spacko nicht kennt. Diese Leute sind teilweise so verblendet durch Social Media, dass sie echt meinen jeder kennt sie außerhalb ihrer bubble
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#5 GrixisAnonym
  • 25.01.2023, 08:39h
  • Antwort auf #3 von Kain
  • Genau das habe ich auch gedacht, das ist wie bei Gil Ofarim der Antisemitismus einem Hotelmitarbeiter vorwarf.
    Es ist ekelhaft, wenn man einer Gruppierung angehört dies so zu benutzen um anderen zu schaden. Damit schadet man nämlich nur wirklichen Opfern.
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#6 AngwiderterAnonym
  • 25.01.2023, 08:41h
  • Schönen Dank auch, Herr Puschmann. Bärendienst.
    Wird sich natürlich bei den Queerfeinden jetzt als schöne Ausrede einbürgern, dass "wir" uns nur wieder wichtig machen wollen, wenn über tatsächliche Gewalt gegen uns berichtet wird. Nach dem Motto: "Ach, die Perversen wieder, müssen sich wieder in Szene setzen und rumlügen."

    Ich weiß schon, weshalb ich das mir Mögliche tue und die Formate dieser "Promis" meide.
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#7 JulianFixAnonym
  • 25.01.2023, 08:46h
  • Herr P. meint offenbar, er habe als Reality-Star mehr Rechte als andere. Das spricht für sich. Er hat zudem einen unschuldigen Menschen massiv beleidigt, falsch verdächtigt, um so dann noch selbst Kapital rauszuschlagen. Für jeden Nichtjuristen sei nochmal erklärt, dass er seine Version auch gegenüber der Polizei/Sta geschildert haben muss,sonst wäre der Mann gar nicht erst angeklagt worden. Über dem Mann schwebte also ein Jahr lang ein Verfahren. Ohne die Zeugin hätte Herr P. also sicher keinen reinen Tisch gemacht. Dazu hatte er ja ein Jahr Zeit und er dürfte ja nicht 365 Tage 1,66 Promille gehabt haben.

    Und nochmal ein abschließender Gedanke: Wie viel Entrüstung hätten die üblichen Kommentatoren hier an den Tag gelegt,hätte die Sta das früher durchschaut und den Mann nicht angeklagt?Ich habe die Kommentare vom üblen,homophoben Staatsapparat bildlich vor Augen.
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#8 AntwortAnonym
  • 25.01.2023, 08:50h
  • Antwort auf #2 von Zürich
  • Das dürfte sich aus §§ 449-473a Strafprozessordnung (StPO) ergeben. Das Gericht entscheidet am Ende des Prozesses, ob die Kosten vom Angeklagten oder der Staatskasse getragen werden. Hier dürfte das nach §§ 465 und 467 gelaufen sein. Der Angeklagte ist unschuldig, also trägt zunächst die Staatskasse die Kosten. Die Frage, ob der Zeuge P die Kosten zahlen muss, weil die Anzeige unwahr war, ist ein eigenes Verfahren nach § 469 StPO, weil der ja auch ein Recht auf Anhörung und Verteidigung hat, dieses Verfahren aber das Verfahren des eigentlich Angeklagten nicht weiter verlangsamen soll.
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#9 DominikAnonym
  • 25.01.2023, 09:10h
  • Lerne: Wer wirklich Opfer von homophober Gewalt geworden ist, wendet sich meist an Polizei und Justiz und schmeißt nicht als erstes seine Cam für Instagram an.

    #Z-Promi-News #Fakepotenzial_very_high
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#10 RealityIrsinnAnonym
  • 25.01.2023, 09:33h
  • Antwort auf #6 von Angwiderter
  • In Szene setzen ist bei der Puschmanns etwas untertrieben. Er glaubt wirklich, er wäre ein echter Star. RTL befördert das auch noch durch sämtliche Reality-Trash-Shows, in denen die Teilnehmer durchgereicht werden.
    Diese Teilnehmer denken dann wirklich, sie wären echte Stars, kündigen ihren normalen Job, ziehen nach Köln und geben sich hier ihren Allüren hin.
    Obwohl sie halt einfach nur Teilnehmer von irgendeinem Reality-Trash waren und bestenfalls irgendwann im Dschungel landen, so wie das die Puschmanns früher oder später auch der Fall sein wird.
    Es ist unerträglich, wie alle diese Wannabe-Stars hier rumlaufen, nach jedem Funken Aufmerksamkeit gieren und eigentlich zu gescheiterten Existenzen werden, sich dabei aber völlig überheblich und abgehoben ggü. Nicht-TV-Trashies verhalten. Wann hört das endlich auf?
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