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Zu wenig Widerstand

Bischöfe: Kirche hatte Mitschuld bei Verfolgung queerer Menschen im Dritten Reich

Der Queerbeauftragte der Bischofskonferenz bedauert, dass die Kirche während des Nationalsozialismus und auch danach "homophobes Verhalten" unterstützt habe.


Weihbischof Ludger Schepers sieht Fehler bei der Kirche im Umgang mit queeren Menschen (Bild: Bistum Essen)

Die Deutsche Bischofskonferenz hat eine Mitschuld der katholischen Kirche bei der Verfolgung queerer Menschen im Nationalsozialismus eingeräumt. Zum Jahrestag für die Opfer des Nationalsozialismus an diesem Freitag erklärte der Queerbeauftragte der Bischöfe, der Essener Weihbischof Ludger Schepers: "Dieser Tag ist Anlass für die katholische Kirche, sich zu ihrer eigenen Geschichte der Unterstützung homophoben Verhaltens während des Nationalsozialismus und auch danach zu bekennen."

Schepers sagte, die Einstellung der Kirche habe mit dazu beigetragen, dass homosexuelle und andere Menschen mit queerer Identität in der NS-Zeit gedemütigt, verraten und ermordet worden seien. Es habe zu wenig Widerstand auch unter den Bischöfen gegeben, was es den Nazis erleichtert habe, brutal gegen queere Menschen vorzugehen.

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"Kirche hat eine Lerngeschichte durchlebt"

"Die Kirche hat in den zurückliegenden Jahren eine Lerngeschichte durchlebt", so Schepers. Zuletzt habe der seit 2019 laufende Reformprozess Synodaler Weg die Notwendigkeit unterstrichen, anzuerkennen, "dass Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität uneingeschränkt Gottes Schöpfung sind". Die lange Geschichte der Homophobie innerhalb der Kirche sei bis heute aber weder aufgearbeitet noch überwunden. Auch deshalb erlebten viele queere Menschen bis heute Verletzungen in der Kirche.

Am kommenden Freitag, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, wird bundesweit der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Dabei steht dieses Jahr die Opfergruppe der Homosexuellen im Mittelpunkt des Gedenkens im Deutschen Bundestag. Im deutschen Parlament werden dazu die queeren Schauspieler*innen Jannik Schümann und Maren Kroymann Lebensgeschichten zweier Menschen vorstellen, die im Nationalsozialismus verfolgt worden waren (queer.de berichtete).

Die katholische Kirche hält bislang trotz der Äußerungen von Weihbischof Schepers daran fest, dass Schwule und Lesben grundsätzlich anders zu bewerten seien als Heterosexuelle: Papst Franziskus erklärte erst am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass Homosexuelle wegen ihrer sexuellen Orientierung Sünder*innen seien (queer.de berichtete). (dpa/dk)

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#1 CyrisAnonym
  • 25.01.2023, 15:38h
  • Gott wie verlogen !
    "Zu wenig" hätte die Kirche getan? In Wahrheit hat sie überhaupt nichts getan!
    Sie war doch froh, diese "Perversen" und "Todsünder" endlich los zu sein!

    Und dass die Kirche und das Paulinische Christentum überhaupt erst die URSACHE dieser Homophobie sind, wird auch fein säuberlich unter den Tisch gekehrt
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#2 stephan
  • 25.01.2023, 21:27h
  • Nicht lange labern! Endlich Schlussfolgerungen daraus ziehen ... und sagt es auch dem lustigen Mann in Rom, der Homosexualität für eine Sünde hält! Ich bin mir sicher: Erklären, was er sagen wollte, kann Franzi nicht!
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