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Serientipp

Heimlich verliebt in den Sohn des Hotelbesitzers

Jetzt auf Magenta-TV: "Hotel Portofino" ist mehr als ein kitschiges Familiendrama. In den sechs Episoden der britischen Serie geht es auch um Coming-out, Rassismus und das Aufbegehren der Arbeiter*innen.


Der heimlich schwule Arzt Anish "Nish" Sengupta (Assad Zaman) will die Hochzeit seines Schwarms verhindern (Bild: Magenta TV)

Eines vorweg: Alles an dieser Serie ist bunt, prachtvoll und schön. Die Menschen, die italienische Landschaft, auch das Obst in den Schüsseln und die Kostüme der Darsteller. Der blanke Kitsch – und doch macht "Hotel Portofino" Spaß. Worum geht's?

Wir schreiben das Jahr 1926. Knapp zehn Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wagt das britische Ehepaar Ainsworth (Natascha McElhone und Mark Umberseinen) einen Neuanfang und eröffnet das luxuriöse "Hotel Portofino" an der italienischen Riviera. Klar, solch ein Ort war damals nichts für die Armen und auch nicht für den Mittelstand – die britische Upper-Class vertrieb sich hier die Zeit, lauschte den Zikaden, trank Limoncello, trieb es bunt miteinander und klatschte heftig in lauer Luft, während man in Korbsesseln auf die Küste schaute.

Doch, recht erwartbar, schon bald nach der Eröffnung des Hotels gibt es "trouble in paradise": Hotelchefin Bella wird von einem korrupten, Moussolini-nahen Polizisten erpresst, ihr Mann hat außerdem etliche Bargeldreserven verprasst, es fehlt daher an Geld und Personal.Die dekadenten Gäste der britischen Society mit hohen Erwartungen machen das Hotelier-Leben auch nicht gerade einfach.

Liebe auf Italienisch

Sohn Lucian (Oliver Dench), der selbst schwer traumatisiert aus dem Krieg zurückgekehrt ist, sehnt sich nach einem unbeschwertem Künstlerdasein und sucht nach der Liebe. "Kann die Liebe zu einem Menschen einem die absolute Erfüllung geben", fragt Lucian gleich in der ersten Folge. Um dem Sohn nicht zu viel Dolce-Vita zu gönnen und nebenbei die finanzielle Situation der Familie zu verbessern, plant Lucians Vater ihn mit der wohlhabenden Rose Drummond-Ward (Claude Scott-Mitchell) zu verheiraten. Doch da gibt es noch den schwulen Anish "Nish" Sengupta (Assad Zaman). Der in Indien geborene Arzt ist in Lucian verknallt und will die Ehe verhindern.


Das sechsteilige Familiendrama "Hotel Portofino" startet am 26. Januar 2023 bei Magenta TV (Bild: Magenta TV)

Man muss es nochmal betonen: Die Serie ist nichts für jene, die nicht mit Kitsch können. Das ganze Setting erinnert ein wenig an "Downton Abbey" und an den Agatha Christie-Film "Das Böse unter der Sonne" von 1981, auch wenn in "Hotel Portofino" kein Mord passiert. Heutige Serien müssen, trotz des kitschigen äußeren Rahmens auch ein paar Anklänge an Diversity haben – und die liefert die Serie auch.

In sechs Episoden geht "Hotel Portofinio" hier und da über das übliche Familiendrama hinaus, etwa wenn Themen wie Coming-out, uneheliche Kinder, offener oder versteckter Rassismus oder das Aufbegehren der Arbeiter*innen angesprochen werden. Und, unterschwellig geht es natürlich auch um den damals bevorstehenden Zerfall der britischen Upperclass. Ganz so schnell zerfiel die aber dann doch nicht – zumindest ist eine zweite Staffel von "Hotel Portofino" bereits geplant.

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