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- 13. März 2006 2 Min.
Den Haag (queer.de) - Ab Mittwoch werden potenzielle Einwanderer darauf getestet, ob sie die liberalen Ansichten in den Niederlanden kennen und akzeptieren. Teil des Tests ist ein Film, den die Antragsteller in der holländischen Botschaft in ihrem Heimatland ansehen. Dieser zeigt unter anderem zwei küssende Männer in einem Park. Beim schriftlichen Test wird gefragt, ob die Homo-Ehe in den Niederlanden legal ist (ja) und ob Geschäfte sich weigern können, Schwule zu bedienen (nein). Außerdem werde gefragt, was der Antragsteller tun würde, wenn in einem Restaurant neben ihm ein schwules Pärchen anfängt, sich zu küssen. Der Test ist vor allem an Immigranten aus islamischen Ländern gerichtet. Er ist eine Reaktion auf den Mord an Filmemacher Theo van Gogh, der von einem muslimischen Fundamentalisten 2004 auf offener Straße erstochen wurde. Einwanderer aus Ländern wie Japan, den USA, Kanada und Australien sind von der Überprüfung ausgenommen, ebenso wie EU-Bürger. Im Iran und anderen Ländern des Nahen Ostens müsste allerdings eine geänderte Version des Filmes gezeigt werden, da dort Bilder von homosexuellem Verhalten illegal seien, teilte die niederländische Regierung mit. Immigrantenverbände kritisieren die neue Regelung. Mit der empfohlenen Trainingsstunden koste der Prozess über 2.000 Euro, zu viel für ärmere Bewerber. "Das ist wirklich eine Provokation, die die Einwanderung verringern soll", so Abdou Menebhi von der Einwanderhilfsorganisation Emcemo. "Das hat nichts mit den Rechten von Homosexuellen zu tun. Auch Niederländer wollen so etwas nicht sehen." Opositionspolitiker begrüßen die von Einwanderungsministerin Rita Verdonk initiierten Tests. So unterstützt das Immigrationsausschuss-Mitglied Jeroen Dijsselbloe von der sozialdemokratischen Partij van de Arbeid (PvdA) die Initiative: "Schwule werden in den Niederlanden oft diskriminiert. Besonders muslimische Jugendlichen schikanieren homosexuelle Männer und Frauen. Das ist ein großes Thema hier." (dk)














