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Katholische Kirche
Papst fordert im Flieger: Homosexuelle nicht ausgrenzen
Auf dem Rückflug von seiner Afrikareise fand Papst Franziskus mal wieder warme Worte für Lesben und Schwule. Konkrete Verbesserungen hat sein zehnjähriges Pontifikat bislang jedoch nicht gebracht.

Papst Franziskus am Sonntag im Flugzeug nach Rom (Bild: IMAGO / ZUMA Press)
- 6. Februar 2023, 05:01h 2 Min.
Papst Franziskus hat erneut darum geworben, homosexuelle Menschen in der Gesellschaft nicht zu benachteiligen. "Man darf sie nicht ausgrenzen", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag auf dem Rückflug von seiner Afrikareise nach Rom. Der Pontifex war auf einer Pressekonferenz gefragt worden, was er dazu sage, dass Schwule und Lesben in den von ihm in dieser Woche besuchten Ländern Demokratische Republik Kongo und Südsudan von der Gesellschaft und sogar deren Familien zumeist nicht akzeptiert werden.
Der 86-Jährige ging in seiner Antwort nicht konkret auf die Frage ein. Er wiederholte nur, dass Homosexualität kein zu bestrafendes Verbrechen sein dürfe. So ähnlich hatte sich Franziskus bereits in der jüngeren Vergangenheit zu dem Thema geäußert. Der Papst hält jedoch daran fest, dass gleichgeschlechtliche Liebe eine "Sünde" sei (queer.de berichtete).
Katholische Kirche kämpft in mehreren Ländern für Kriminalisierung Homosexuelle
Trotz der Äußerungen des Papstes setzt sich die katholische Kirche in mehreren Verfolgerstaaten für die Kriminalisierung von Homosexualität ein. So sprach sich die nationale Bischofskonferenz etwa 2020 in Gabun dafür aus, Homosexuelle weiter ins Gefängnis zu schicken – das Parlament stimmte aber trotzdem für die Aufhebung des entsprechenden Gesetzes (queer.de berichtete).
Franziskus belohnte sogar Geistliche, die sich für die Kriminalisierung von Homosexuellen einsetzen: Letztes Jahr ernannte er etwa Bischof William Goh zum Kardinal, obgleich dieser in Singapur für die Beibehaltung des Paragrafen 377a kämpfte, der männlichen Homosexuellen mit bis zu zehn Jahren Haft drohte (queer.de berichtete). Trotz Gohs Widerstand schaffte Singapur das Homo-Verbot kurz nach dessen Beförderung ab (queer.de berichtete).
Zick-Zack-Kurs seit zehn Jahren
Der aktuelle Papst verfolgt bei der Frage der Homosexualität einen Zick-Zack-Kurs. Besonders bekannt wurde sein Satz aus dem Jahr 2013, in dem er über Schwule sagte: "Wenn jemand schwul ist und guten Glaubens den Herrn sucht – wer bin ich, über ihn zu urteilen?" (queer.de berichtete). Gleichzeitig bekräftigte er in seiner Amtszeit, dass Schwule wegen ihrer sexuellen Orientierung grundsätzlich nicht Priester werden dürften, nannte Homosexualität eine Mode und bekräftigte 2021 das insbesondere in Deutschland kritisierte Segnungsverbot für gleichgeschlechtliche Paare. (cw/dpa)















Ich denke, dass dieser "Zickzack"-Kurs eine perfide Strategie ist, Hardliner bei der Stange zu halten die Hoffnung der "Nächstenliebe"-Fraktion aufrecht zu erhalten, dass die Kirche doch "gut" ist.