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Vorwurf

George Santos soll 30-Jährigen sexuell belästigt haben

Neuer Vorwurf gegen den offen schwulen US-Abgeordneten George Santos: Ein ehemaliger Mitarbeiter wirft dem Republikaner vor, ihn sexuell bedrängt zu haben.


Die US-Nachrichtensendungen sind voller Enthüllungen über George Santos (Bild: Youtube / Screenshot CBS New York)

Der 30-jährige Journalist Derek Myers wirft dem US-Abgeordneten George Santos einen sexuellen Übergriff vor. Myers zeigte die angebliche Tat beim US-Kongress an und forderte Ermittlungen der Parlamentspolizei und des Ethik-Ausschusses. Den Brief veröffentlichte er am Freitag auf Twitter.

Twitter / DerekMyers
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Laut dem Brief bewarb sich Myers für einen Assistentenposten bei dem 34-jährigen Politiker und sollte probeweise arbeiten. Am 25. Januar habe Santos ihn gefragt, ob er ein Profil auf der queeren Datingseite Grindr habe. Später habe Santos seinen Untergebenen eingeladen, neben ihm auf einen Sofa zu sitzen. Dann habe der Politiker seine Hand unvermittelt auf Myers' Knie gelegt und ihn zu einem Karaokeabend eingeladen. Myers habe die Einladung abgelehnt, dann habe Santos "die Hand auf meinen inneren Oberschenkel und anschließend in die Leistengegend gelegt". Zudem habe Santos erklärt, dass sein Ehemann derzeit nicht in der Stadt sei, und den angehenden Mitarbeiter zu sich nach Hause eingeladen. Dieser habe das abgelehnt und "die Hand des Abgeordneten schnell weggeschoben".

Sechs Tage später sei Myers mitgeteilt worden, dass er nicht als Assistent für Santos arbeiten werde. Er äußerte gegenüber "CBS News" die Vermutung, dass seine Zurückweisung der Grund für die Absage gewesen sei.

"Es geht mir nicht um Aufmerksamkeit. Es geht mir darum, dass jemand für Taten zur Verantwortung gezogen wird", so Myers weiter. "Es gibt viele Opfer von gewalttätigen Übergriffen, die den Rest ihres Lebens unter einem Trauma leiden. Der Übergriff, den ich erlebt habe, war nicht gewalttätig." Niemand sollte jedoch einer derartigen Attacke ausgesetzt sein. Myers bezweifelte jedoch, dass Santos wegen des Übergriffs sein Mandat verliert, weil seine republikanische Partei derzeit eine Mehrheit im Parlament hat.

Viele Skandale um Santos

Santos war im November in einem Wahlkreis auf Long Island erstmals ins Repräsentanthaus gewählt worden. Er war der erste offen schwule Kandidat der Republikaner, der als Neuling eine Wahl in den US-Kongress gewann. Seitdem gibt es eine ganze Reihe von Vorwürfen gegen ihn: So kam heraus, dass er große Teile seines Lebenslaufs gefälscht hatte (queer.de berichtete). Außerdem soll er Spendengelder für einen sterbenden Hund gestohlen haben (queer.de berichtete). Wegen dieses Vorwurfs ermittelt inzwischen die Bundespolizei FBI (queer.de berichtete). Auch die brasilianischen Behörden ermitteln gegen Santos – der Politiker soll in dem südamerikanischen Land Scheckbetrug begangen haben.

Twitter / MSignorile | George Santos war vom ebenfalls offen schwulen Richard Grenell, dem umstrittenen früheren US-Botschafter in Deutschland, unterstützt worden
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Santos profilierte sich in den letzten Jahren als Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump und verbreitete die Verschwörungstheorie von der "gestohlenen Wahl" im Jahr 2020 weiter. Er profilierte sich außerdem als extremer Abtreibungsgegner und verglich Schwangerschaftsabbrüche mit Sklaverei. (dk)

Direktlink | Bei Late-Night-Komikern wie Stephen Colbert ist Santos (Fake-)Dauergast
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#1 SeraphinaAnonym
  • 06.02.2023, 16:42h
  • Wundert alles nichts mehr, dass nach der geballten komplett erfundenen Lebensgeschichte auch noch sexuelle Belästigung hinzukommt. Trumpfaschist Richard Grenell hat natürlich auch keine Scham so jemanden unterstützt zu haben und hat noch so eine große Klappe auf Twitter, beide Menschen widern mich an.
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#2 wadimAnonym
  • 06.02.2023, 19:57h
  • " Außerdem soll er Spendengelder für einen sterbenden Hund gestohlen haben " - auf den Hund gekommen.
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#3 queergay
  • 07.02.2023, 01:54h
  • Etwas gruselig empfinde ich es schon, wenn ein 30-jähriger die hier beschriebene Bedrängnis oder Belästigung durch einen 34-jährigen als übergriffige Tat und als Attacke deklariert und sogleich einen Vergleich mit vielen Opfern von gewalttätigen Übergriffen anstellt, durch die sie den Rest ihres Lebens unter einem Trauma leiden.
    Der sich beklagende Journalist fordert jetzt dazu Parlamentspolizei-Ermittlungen und ein Einschreiten eines Ethik-Ausschusses. Die Medien werden auch umfassend informiert. Derek Myers gibt Interviews; ich glaube, er wird es noch weit bringen.
    Unabhängig davon, was George Santos sonst so alles vorgeworfen wird, dieses Reagieren und Vorgehen des twitternden Journalisten ist mir irgendwie unheimlich und macht mir eher Angst. Wenn mir dagegen ein anderer Mann "nur" seine Hand auflegt und unkomplizierte Fragen stellt, das macht mir überhaupt keine Angst.
    Kommt vielleicht noch eine hohe Schmerzensgeld-Forderung von Myers und seinen Anwälten für angeblich erlittene Qualen?
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#4 PiakAnonym
  • 07.02.2023, 07:58h
  • Antwort auf #3 von queergay
  • Ich weiß nicht, was daran unheimlich sein soll. Es ist doch mehr als in vielen, vielen Me-Too-Geschichten passiert sein soll (mal den Wahrheitgehalt aller dieser Berichte unterstellt). Oder ist es jetzt wieder ganz anders, bloß weil es in einer Mann-Mann-Konstellation stattfand? Mich nervt dieses Verharmlosen von Übergriffen gewaltig ...
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#5 SchnellAnonym
  • 07.02.2023, 09:24h
  • Antwort auf #3 von queergay
  • Ah, das ging ja schnell - und da ist er schon, der erste bewusste Verharmloser von Übergriffgkeiten.
    Übergriffe werden bei manchen Leuten vermutlich auf einer Skala "Anal oder oral eingeführte cm gewichtet.
    Weiteres spare ich mir, da ich die Netiquette nicht überstrapazieren möchte.
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#6 SchleicheRAnonym
  • 07.02.2023, 11:48h
  • Antwort auf #5 von Schnell
  • Also mein erster Gedanke war:
    Santos am Boden, jetzt kann man nochmal Kapital schlagen und nachtreten.

    In den USA gibt es imho gerade so eine Welle, wo z.b. Leute sich selbst im Gym filmen und darauf zu warten scheinen, dass sie von anderen Leuten, die ebenso Kraftsport machen, angesprochen werden und das dann als ´harassment" Belästigung betiteln.
    Wenn ich in einem Gym nichteinmal mehr andere Teilnehmer anschauen darf, weil die sich belästigt fühlen, dann läuft dort was falsch.
    Wenn mich ein Mann anspricht und irgendwie Interesse an mir ausdrückt, dann fühle ich mich nicht belästigt. Der Fall tritt für mich erst ein, wenn er trotz meiner Ablehnung an mir dran bleibt.
    Der grundlegende Gedanke dabei ist: Wie kann man einen anderen Menschen überhaupt noch persönlich ansprechen ohne in Gefahr zu geraten wegen sexueller Belästigung angeklagt zu werden, wenn man jemand anders nichteinmal mehr anschauen darf?

    Santos ist schon ein übler Bock und Myers Beschreibung des Vorgangs ist eine sexuelle Belästigung. Es scheint aber außerdem sehr einfach zu sein, jemanden mit so einer Anschuldigung zu vernichten.

    Ich ergreife hier keine Partei für Santos. Wir, -ich habe nur diese Aussage von Myers, der die Tat beschreibt. Allerdings ergreife ich jetzt mal Partei für queergay, auch wenn ´"nur" die Hand aufgelegt´ nicht ganz richtig ist, denn Myers beschreibt schon etwas mehr.

    Man muss auch nicht gleich so übergriffig werden, wenn man meint, dass man die Netiquette nicht überstrapazieren wolle und damit einen persönlichen Angriff ausdrückt. ´bewusster Verharmloser von Übergriffigkeiten´ - was soll das?
    Da hat jemand eine differenzierte Meinung, die aber eigentlich der eigenen gar nicht soo fern ist. Zumindest ist man erstmal auf der selben Seite. Das macht auf mich den Eindruck, wie diese Geschichten im Gym in den USA.
    Kuck mich nicht an oder du gehst in den Knast. / Sei genau meiner Meinung oder ich gehe dich persönlich an.
    Die Welt wäre eine bessere, wenn wir nicht gleich so emotional reagieren. Ich raste auch manchmal aus und habe hier schon Posts gemacht, die nicht veröffentlicht wurden. Nicht das jemand denkt, hier schreibe ein Moralapostel und käme von oben.... (Auf was man heute so alles achten muss..., um nicht gebraten zu werden.) Werde ich jemals wieder einen Meinungsbeitrag schreiben?
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#7 remixbeb
  • 08.02.2023, 12:42h
  • Antwort auf #3 von queergay
  • Und genau hier beschreibst du das Problem. Ich weiß, dass dieses "Rumgetouche" für viele schwulen Männer ganz selbstverständlich ist. Aber nein! Es ist NICHT selbstverständlich, NICHT "normal", NICHT geil und schon gar NICHT eine nette Geste. Oder fändest Du es toll, von einer älteren Dame beim Vorstellungsgespräch angegrabscht zu werden, weil sie Dich gut findet??
    Ich jedenfalls möchte von niemandem Ungefragt angefasst werden. Und dafür sollte man sich nicht rechtfertigen müssen.
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