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West Hollywood
Mord an Pornodarsteller Billy London nach 32 Jahren aufgeklärt
1990 ereignete sich ein brutaler Mord im schwulen Viertel von Los Angeles. Eine trans Frau, die in ihrem früheren Leben Neo-Nazi und Skinhead war, gestand jetzt die Tat.

Billy London alias William Newton starb 1990 in Los Angeles (Bild: Rachel Mason)
- 10. Februar 2023, 14:43h 2 Min.
Am 29. Oktober 1990 fand die Polizei einen menschlichen Kopf und zwei Füße in einem Müllcontainer am Santa Monica Boulevard in West Hollywood, dem queeren Stadtteil von Los Angeles. Die Leichtenteile gehörten zu dem schwulen Pornostar Billy London (bürgerlich William Newton). Lange Jahre blieb die Tat unaufgeklärt – viele gingen davon aus, dass Newton Opfer von Serienkiller Jeffrey Dahmer gewesen war, der zu diesem Zeitpunkt sein Unwesen trieb. Immerhin hatte ein Augenzeuge berichtet, dass Newton erst kurz vor seinem Tod den Nachtclub Rage an der Seite eines Mannes verlassen hatte, der Dahmer sehr ähnlich sah.
Doch nun, mehr als 32 Jahre nach der Tat, gibt es Gewissheit: Täterin ist die 57-jährige trans Frau Daralyn M., die den Mord laut "Los Angeles Times" gestanden hat. M. sitzt bereits wegen Mordes an zwei anderen Männern eine lebenslange Haftstrafe im Bundesstaat Oklahoma ab. Sie trat in ihrem alten Leben als rechtsextremer Skinhead in Erscheinung, identifiziert sich heute aber als orthodoxe Jüdin.
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Hobby-Detektiv Clark Williams hat laut dem L.A.-Stadtpolizisten John Lamberti den größten Anteil an der Lösung des Falls: Williams hatte entdeckt, dass M. bereits vorher behauptet habe, dass sie einmal einen Mann in Los Angeles getötet habe. Das führte zu weiteren Ermittlungen. M. habe dann bei einer Befragung laut Lamberti zugegeben, dass sie und "Skinhead-Freunde" Newton auf der Straße gesehen und ihn überfallen hätten. Sie habe ihr Opfer mit einem Kleiderbügel schließlich erdrosselt.
Keine Anklageerhebung
Die Staatsanwaltschaft will allerdings keine Anklage gegen die geständige Frau erheben, da es schwierig sei, eine solche Tat nach mehr als drei Jahrzehnten zweifelsfrei zu beweisen und sie ohnehin schon eine lebenslange Haftstrafe verbüßt. M. wollte zudem nicht die Namen ihrer Mittäter nennen, obwohl sie diese kenne. "Ich bin eine Mörderin, aber keine Verräterin", so habe sie dies begründet. Die Leiche habe sie nach dem Mord ihren zwei Skinhead-Freunde überlassen. Sie betonte, dass sie nicht an der Zerstückelung des Toten beteiligt gewesen sei.
Laut Lamberti habe M. Anfang der Neunzigerjahre drei Leben parallel gelebt. Sie sei als schwuler Pornodarsteller mit dem Pseudonym "Billy Houston" aufgetreten, habe als Prostituierte namens "Lyn" gearbeitet und außerdem als Skinhead "Richie Rich" schwule Männer ausgeraubt. (cw)















Das Leben schreibt doch immer wieder die absurdesten Geschichten.