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- 17. März 2006 3 Min.
Einst sang sie Schlager, nun startet sie ihre Disco-Karriere. Doch wer verbirgt sich hinter Tanja Thomas wirklich? queer.de war beim Showcase.
Von Jan Gebauer
Donnerstagabend, 20 Uhr, Triple A in Köln. Rund 400 Leute – darunter vor allen Dingen Schwule – haben sich in dem kleinen Club versammelt, um die Auferstehung einer Schlager-Prinzessin zu erleben. Jedenfalls wurde sie bisher unter diesem Label vermarktet. Von Schlager merkt man in der glitzernd dekorierten Location allerdings wenig: Der Sound klingt eindeutig nach 70s-Disco, der Chic könnte aus der gleichen Zeit sein und an den Wänden sieht man die lasziven Fotos einer Frau, die mit Rollenschuhen bekleidet, den ultimativen Schritt in die Vergangenheit wagt. Tanja Thomas ist ihr Name –dahinter verbirgt sich keine Geringere als Tanja Hewer-Oberloher. Besser bekannt ist diese allerdings als Michelle (34). Immer gut für einen Skandal und einen Hit in den Schlagercharts ("Dein Püppchen tanzt nicht mehr", "Der letzte Akkord", "Idiot"). Und dort verkauft sie seit Jahren fast konkurrenzlos, wäre da nicht Andrea Berg.
Michelle macht eine Pause und lässt ihrem neuen Alterego Tanja Thomas den Vortritt. Mit langen Haarteilen, grellen Glitzerklamotten und sichtlich guter Laune wird aus der ehemaligen Hundesalon-Besitzerin eine leicht durchgeknallte Disco-Maus. Und die Rolle steht der Sängerin von "Wer Liebe lebt" (Eurovision Song Contest 2001, Platz 8) überraschend gut. Die allgegenwärtigen 14 Cover-Songs des neuen Albums "My Passion" mischen die Fangemeinde mächtig auf. Selbst die zahlreichen Journalisten und Fotografen können sich das Mitwippen nicht verkneifen und spätestens nach dem kurzen Playback-Auftritt der Künstlerin heißt es "Tanzfläche frei und Abtanzen". Auch die überaus sympathische Schlager-Newcomerin Helene Fischer und Ex-No-Angel Lucy Diakovska sind mit von der Partie und steppen zu Gassenhauern wie "Yes Sir, I Can Boogie" (Baccara), "Lay Love On You" (Luisa Fernandez) oder "Lady Bump" (Penny McLean), von denen man eigentlich dachte, sie wären uncoverbar.
Die Produzenten Florian Richter und Chris Zippel mitsamt ihrer Tanja Thomas haben sich bei den Songs sehr stark an die Original-Arrangements der 70er Jahre gehalten. Der Sound und die Beats wurden aufgefrischt, ohne dass die Remakes zu billigen Kopien verkommen. Auch die englische Aussprache der Sängerin hat sich gegenüber dem holprigen Versuch von 2001 ("To Live For Love") extrem verbessert. Dem Schlager hat sie damit aber nicht abgeschworen, wie sie mir versichert: "Im Herbst wird es ein neues Michelle-Album geben und darauf wird dann wieder Schlager zu hören sein." Bis dahin heißt es: "Dance Little Lady" (Tina Charles)! Und sollten die Fans im CD-Laden nicht gleich drauf anspringen, bleibt noch die Nebeneinkunft durch ihre heißen Nacktbilder im aktuellen Playboy. Die sieht "unsere Michelle" quasi als Befreiung an: "Angebote für Nacktfotos hatte ich ja schon immer. Aber irgendwann habe ich mir gesagt: Ich habe einen schönen Körper, ich brauche mich nicht zu verstecken. Die Fotos helfen außerdem, mein neues Selbstbewusstsein zu stärken."
17. März 2006
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