Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?44840

Berlin

Entsetzen nach Attacke auf Schwules Museum

Nach den Schüssen auf das Schwule Museum in der Bundeshauptstadt gibt es viel Solidarität aus Politik und Gesellschaft. Aus der CDU kommen konkrete Forderungen, wie man politisch auf die Tat reagieren könnte.


Der offen schwule Politiker Klaus Lederer war einer der ersten, die auf Twitter ihre Solidarität mit dem Schwulen Museum kundtaten (Bild: Wiki Commons / Martin Rulsch / CC-BY-SA-3.0)

Aus Politik und Gesellschaft gibt es entsetzte Reaktionen auf die nächtliche Attacke auf das Schwule Museum in der Berliner Lützowstraße. "Auf das Schwule Museum wurden Schüsse abgefeuert. Ich bin geschockt über diese entsetzliche Tat! Meine volle Solidarität gilt dem [Museum]", erklärte etwa der amtierende Kultursenator Klaus Lederer (Linke) auf Twitter. "Solche Attacken zeigen: Beim Einsatz gegen Queer­feindlichkeit darf es nicht das geringste Nachlassen geben!"

/ klauslederer
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Auch der Berliner CDU-Generalsekretär Stefan Evers zeigte sich solidarisch: "Das Schwule Museum ist mehr als ein Kulturort. Es ist Statement und Leuchtturm der Vielfalt in unserer Stadt. Berlin ist Toleranz-Hauptstadt – aber wir haben null Toleranz für Hassgewalt! Volle Solidarität mit dem Team des Museums."

/ BerlinGestalter
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Aus der Union kommen Vorschläge, wie auf diesen Vorfall reagiert werden könnte. Der Berliner Bundestags­abgeordnete Jan-Marco Luczak erklärte etwa auf Twitter: "Es braucht ein klares Signal in #Art3GG, dass hier jeder frei leben&lieben kann!" Eine entsprechende Änderung des Grundgesetzes, um queere Menschen im Anti­diskriminierungsartikel zu schützen, hat die Ampel 2021 im Koalitionsvertrag beschlossen, aber ist das Thema bislang noch nicht angegangen (queer.de berichtete). Ottilie Klein, die ebenfalls für die Berliner CDU im Bundestag sitzt, ergänzte: "Wir brauchen bessere Strafverfolgung & Aufklärung. #Berlin bleibt #bunt."

/ Ottilie_Klein
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Die Grünenpolitikerin Nyke Slawik, seit 2021 neben Tessa Ganserer die erste offen trans Bundestags­abgeordnete, merkte an: "Der Angriff aufs [Schwule Museum] macht mich betroffen, vor kurzem war ich noch dort zu Gast. Solidarität mit allen dort Engagierten!"

/ nyke_slawik
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Via Twitter brachten auch die Deutsche Aidshilfe und das queere Antigewaltprojekt Maneo ihre Betroffenheit zum Ausdruck. Die Amadeu Antonio Stiftung erklärte: "Antifeministischer Vorfall: Was ist das eigentlich? Zum Beispiel wenn über Nacht auf das [Schwule Museum] in Berlin Schüsse abgegeben werden, leider nicht zum ersten Mal und eine klare Botschaftstat, die es zu ächten gilt. Viel Kraft und Solidarität!" Die Stiftung, die sich dem Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus verschrieben hat, nutzte den Anschlag für einen Aufruf: "Solltet ihr ähnliche queer­feindliche, sexistische oder frauenfeindliche Botschaften mitbekommen, macht Gebrauch von unserer Meldestelle. Wir dokumentieren, analysieren und bieten Unterstützung. Bei allen Angriffen auf Gleichstellung!"

/ AmadeuAntonio
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Das Schwule Museum im Ortsteil Tiergarten meldete die Attacke am Dienstag: Demnach wurden insgesamt sechs Einschussstellen an der Hauswand festgestellt. Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen aufgenommen (queer.de berichtete). (dk)

-w-

-w-

-w-

#1 Pride
  • 02.03.2023, 12:51h...
  • Wie recht die Amadeu-Antonio-Stiftung hat, es ist ein antifeministischer Anschlag, und vor allem in seiner Brutalität eine weitere und noch höhere Grenzüberschreitung uns gegenüber. Ersteres sollten wir nach innen verstehen im Kampf auch dort gegen patriachale Allüren. Zweiteres wird weit parteiübergreifend und wohl auch als Anschlag gegen unsere demokratische Grundordnung gesehen.
  • Direktlink »
#2 TilgenDerStatistikAnonym
  • 02.03.2023, 16:01h
  • Antwort auf #1 von Pride
  • Ich finde es bedenklich, wenn queerfeindlichkeit als 'antifeministischer' Vorfall deklariert wird. Es sollten die Kriminaltitätsstatistken präzise geführt werden und nicht subsummiert auf gewisse Annahmen, die gesellschaftlich opportun sind.

    Fakt ist, es steht da 'schwules Museum' auf dem Gebäude. Es ist der Community nicht geholfen, wenn homo- oder transfeindliche Straftaten unter 'antifeministosch' geführt werden. Das führt nur dazu, dass sie noch unsichtbarer in der politischen und gesellschaftlichen Wahrnehmung werden.
  • Direktlink »
#3 Pride
  • 02.03.2023, 16:52h...
  • Antwort auf #2 von TilgenDerStatistik
  • Nein. Es müssen die Zusammenhänge gesehen werden. Queerfeindlichkeit begründet sich in sexistischen Rollenzuschreibungen. Es sind die einer heterosexistischen Binärität. Dabei werden Menschen mit männlichen Zuschreibungen bevorzugt, nur wenn sie die nicht erfüllen, sei es, daß sie zu feminin wirken, werden sie im bestehenden Patriachat wie auch Cis-Hetero-Frauen benachteiligt. Sicher müßte das jetzt in der Analyse weiter ausdifferenziert und graduiert werden, aber ich denke, wir Queers werden im Resümee diskriminiert, weil uns Femininität bzw. eine nicht erfüllte Männlichkeit zugeschrieben wird. Ursache unserer Diskriminierung ist diskriminierte Femininität wie bei Cis-Hetero-Frauen. Diese inhaltliche Auseinandersetzung um die Ursache unserer Diskriminierung müssen wir führen, um so auch effektiv-solidarisch mit den Cis-Hetero-Frauen gemeinsam gegen den Männlichkeitswahn zu kämpfen.
  • Direktlink »