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Mike Pence
Weißes Haus kritisiert homophoben Trump-Vize
Mike Pence hat immer wieder mit queerfeindlichen Äußerungen für Aufregung gesorgt. Jetzt lästerte er über den einzigen offen schwulen Bundesminister – das Weiße Haus reagiert.

Mike Pence hat in seiner gesamten politischen Karriere stets versucht, mit Queerfeindlichkeit zu punkten (Bild: Gage Skidmore / flickr)
- 14. März 2023, 08:22h 3 Min.
Das Weiße Haus hat einen Witz des früheren US-Vizepräsidenten Mike Pence gegen den Vaterschaftsurlaub von Verkehrsminister Pete Buttigieg scharf kritisiert. "Die homophoben Witze des Ex-Vizepräsidenten über Minister Buttigieg waren abstoßend und unangemessen", sagte die offen lesbische Sprecherin Karine Jean-Pierre der queeren Zeitung "Washington Blade" am Montag (Ortszeit).
Pence hatte am Samstag beim Abendessen einer Journalist*innen-Vereinigung gegen den 41-jährigen Buttigieg gestichelt, der mit seinem Ehemann Chasten im Sommer 2021 neugeborene Zwillinge adoptiert hatte und Elternzeit genommen hatte, was schon damals von rechten Gruppen kritisiert worden war (queer.de berichtete). Der Verkehrsminister habe zwei Monate "Mutterschaftsurlaub" genommen, während der Flugverkehr in den USA zusammengebrochen und Tausende Reisende auf Flughäfen gestrandet seien, wurde Pence in US-Medien zitiert. In den USA gibt es keine gesetzliche Regelung für bezahlte Elternzeit – nur in einigen Bundesstaaten gibt es einen gesetzlichen Anspruch. "Pete ist die einzige Person in der Geschichte der Menschheit, die ein Kind kriegt und damit allen anderen postpartale Stimmungskrisen verpasst", kalauerte Pence weiter.
Weißes Haus: Pence muss sich entschuldigen
Pence müsse sich bei Frauen und Mitgliedern der LGBTQ-Community entschuldigen, "die ein Recht darauf haben, mit Würde und Respekt behandelt zu werden", hieß es aus dem Weißen Haus. Buttigiegs Ehemann Chasten veröffentlichte auf Twitter ein Foto des Verkehrsministers, auf dem dieser mit einem seiner Kinder auf dem Schoß im Krankenhaus zu sehen ist. "Eine ehrliche Frage", wandte sich Chasten an den ehemaligen US-Vize, "wenn dein Enkelkind zu früh geboren und an ein Beatmungsgerät angeschlossen wäre – seine winzigen Finger um deine geklammert, während im Hintergrund die Monitore piepsen – wo wärst du?"
/ ChastenAn honest question for you, @Mike_Pence, after your attempted joke this weekend. If your grandchild was born prematurely and placed on a ventilator at two months old – their tiny fingers wrapped around yours as the monitors beep in the background – where would you be? pic.twitter.com/pCWvl8pb5N
Chasten Buttigieg (@Chasten) March 13, 2023
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Buttigieg hatte als Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten für die Wahl 2020 für Furore gesorgt. Zuvor war er auf nationaler Ebene noch weitgehend unbekannt gewesen. Im Wahlkampf arbeitete er sich zeitweise in Umfragen an die Spitze des parteiinternen Bewerberfeldes e und gewann an Bekanntheit, bevor er aus dem Rennen ausstieg. US-Präsident Joe Biden machte Buttigieg zu seinem Verkehrsminister (queer.de berichtete). Er ist der erste offen schwule Bundesminister der USA.
Im Gegensatz dazu ist Pence wegen seiner christlich geprägten Homophobie berüchtigt. So unterstützte der jetzt 63-Jährige während seines ersten Kongress-Wahlkampfs 2000 offen die "Heilung" von Homosexualität. Als US-Kongressabgeordneter, Gouverneur von Indiana und Vizepräsident sprach er sich stets gegen LGBTI-Rechte aus. 2019 sagte er als Vizepräsident, er sei "stolz" darauf, dass er in der Frage der Rechte queerer Menschen "entschieden gehandelt" habe (queer.de berichtete). 2020 streamte das Weiße Haus live eine Predigt im Beisein von Mike Pence, in der Homosexualität als teuflisch beschrieben wurde (queer.de berichtete). (dpa/dk)














