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Stade
SPDqueer-Chef bei Angriff bewusstlos geschlagen
Der Sprecher der SPDqueer Stade wurde von einem Unbekannten queerfeindlich beleidigt, schwer verletzt und beraubt. Eine Stunde lag er bewusstlos am Tatort, ehe er gefunden wurde.

Symbolbild: Polizistin vor einem Einsatzwagen in Niedersachsen (Bild: IMAGO / Werner Scholz)
- 19. März 2023, 04:32h 3 Min.
- Zu Update springen: Zweifel an queerfeindlichem Tathintergrund
Bei einem offenbar queerfeindlichen Raubüberfall wurde der Sprecher der SPDqueer Stade am Donnerstagabend schwer verletzt. Wie die SPDqueer am Freitag auf Instagram mitteilte, sei der 34-Jährige "nach einer kurzen queerfeindlichen Äußerung" unvermittelt angegriffen worden und habe durch den Schlag des Unbekannten das Bewusstsein verloren.
Die Polizei informierte ebenfalls am Freitag über den Vorfall, allerdings ohne den homophoben Hintergrund in der Pressemitteilung zu erwähnen. Demnach war der SPD-Funktioinär gegen 21.15 Uhr zu Fuß in der Straße "Am Bahndamm" unterwegs, als es "unvermittelt von hinten von einem unbekannten Mann in akzentfreiem Deutsch angesprochen wurde. Als das Opfer sich umdrehte, erhielt er plötzlichen einen Schlag gegen den Kopf und ging bewusstlos zu Boden."
Das Opfer will sich nicht einschüchtern lassen
Erst nach fast einer Stunde wurde der 34-Jährige durch eine zufällig vorbeikommende Frau gefunden, die sofort den Rettungsdienst und die Polizei verständigte. Der SPDqueer-Chef erlitt bei dem Überfall erhebliche Verletzungen und musste von einer Rettungswagenbesatzung ins Krankenhaus eingeliefert werden.
"Auch wenn es unserem Sprecher körperlich gar nicht gut geht, will er sich durch diesen Akt der Gewalt nicht einschüchtern lassen, sowohl auf medizinischer wie auch auf queer-politischer Ebene", teilte die SPDqueer mit. "Und auch wir lassen uns durch diese queerfeindliche, verachtende Tat nicht unterkriegen."
Bei dem Angriff erbeutete der Unbekannte eine graue Tasche aus Kunstleder, die auch als Rucksack getragen werden kann, mit einem IPad und einer Geldbörse mit Personalausweis und Krankenkassenkarte. Zeug*innen, die sachdienliche Hinweise zu dem Überfall oder einem möglichen Täter geben können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer (04141) 10 22 15 bei der Stader Polizei zu melden. (mize)
Update 05.04.23: Zweifel an queerfeindlichem Tathintergrund
Auch über zwei Wochen nach dem Angriff konnte eine tatverdächtige Person bislang nicht ermittelt werden. Das teilte Polizeisprecher Rainer Bohmbach auf Anfrage von queer.de mit.
Das "Stader Tageblatt" (Bezahlartikel) äußerte zwischenzeitlich Zweifel an einem queerfeindlichen Hintergrund der Tat. Tatsächlich haben sowohl die SPDqueer als auch der Betroffene ihre Social-Media-Posts zum Überfall kommentarlos gelöscht. Trotz mehrfacher Nachfrage von queer.de gab das Opfer dafür keine Begründung ab. Auch auf die Frage, was denn der Angreifer genau zu ihm gesagt habe, verweigerte er eine Antwort. Stattdessen forderte der 34-Jährige unter Androhung rechtlicher Schritte die Löschung dieses Artikels.
Laut Bohmbach habe die Polizei "im Rahmen der Befragungen des Opfers" von einer möglichen querfeindlichen Äußerung des Täters erfahren. "Ob diese aber Grund des Überfalls war oder ob es sich dabei nur um eine Redewendung im Rahmen des eigentlichen Raubes gehandelt hat, ist weiter Gegenstand der Ermittlungen", so der Polizeisprecher. "Bisher gehen wir davon aus, dass es sich hierbei um einen Raub gehandelt hat, da der Täter ja einen Rucksack mit Inhalt erbeutet hat." Zu möglichen Meldungen von Zeug*innen machte er "aus ermittlungstaktischen Gründen" keine Angaben.
Um dem Opfer der Gewalttat entgegenzukommen, haben wir seinen Namen nachträglich aus diesem Text und in den Kommentaren gelöscht. (mize)













Da muss man die Ermittlungen einfach abwarten. Kann natürlich sein,dass im Zuge dieser rauskommt,dass doch die Homphobie und nicht die Erlangung der Wertsachen im Vordergrund stand.