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Fünf neue Serien mit queeren Figuren

Ob Billie Eilish als lesbische Sekten-Führerin oder Noah Tinwa als trans Frau vor dem Coming-out: Pünktlich zum Ende des Winters blühen im TV und auf Streamingportalen die queeren Figuren auf.


Billie Eilish als queere Sekten-Führerin in "Bienenschwarm" (Bild: Amazon Studios)

Ganz losgelöst von Wetter und Jahreszeiten reißt die Flut neuer Serien nicht ab, doch pünktlich zum Ende des Winters blühen dabei nicht zuletzt die queeren Figuren auf. Nicht immer stehen dabei LGBTI-Geschichten im Vordergrund – manchmal ist die Queerness einfach ganz nebenbei Bestandteil des Geschehens, manchmal ist es nicht zuletzt die Besetzung einer Rolle, die das Ganze aus Community-Sicht spannend macht. Fünf solcher neuen Serien stellen wir an dieser Stelle kurz vor.

Bienenschwarm (Prime Video)

Dass Popstars ziemlich krasse Fans haben können, deren Verhalten nicht zuletzt online dieser Tage ganz schön irre Blüten treibt, ist nichts Neues. Die Idee, daraus eine reichlich brutale Horror-Satire mit bitteren Untertönen zu machen, allerdings schon. Dominique Fishback ist atemberaubend gut als Dre, die in ihrer Liebe zu Soul-Diva Ni'Jah (die nicht zufällig an Beyoncé erinnert) vor rein gar nichts zurückzuschrecken scheint. Auf ihrem blutigen Trip kreuz und quer durch die USA begegnet ihr dabei nicht nur Paris Jackson als Stripperin, sondern auch Kiersey Clemons als Love Interest und vor allem Billie Eilish als lesbische Sekten-Führerin.

American Auto (Sky & Wow)


Michael Benjamin Washington als schwuler Produktdesigner Cyrus in "American Auto" (Bild: Sky)

So genannte Workplace-Comedies erfreuen sich schon immer großer Beliebtheit, und wenige kennen sich damit so gut aus wie Justin Spitzer. Der Drehbuchautor und Showrunner, der einst schon an der US-Version von "Queer as Folk" mitschrieb, zeichnete jahrelang als Autor bei "The Office" verantwortlich und dachte sich zuletzt die sehr lustige Serie "Superstore" (verfügbar bei Netflix) aus. Nun kommt endlich sein neues Werk nach Deutschland, und auch wenn es hier um Mitarbeiter*innen eines Autokonzerns geht, dürften auch Radfahrer*innen sehr großen Spaß daran haben. Denn die Dialoge sind herrlich komisch – und das Ensemble rund um Comedy-Urgestein Ana Gasteyer hat fantastisches Timing. Mit dabei ist auch der schwule Schauspieler Michael Benjamin Washington (bekannt u.a. aus Ryan Murphys "The Boys in the Band"), der hier den auf Männer stehenden Produktdesigner Cyrus spielt.

Luden (Prime Video)


Noah Tinwa kämpft in "Luden" mit dem trans Coming-out (Bild: Amazon Studios)

Wie man es von einer Serie über Zuhälter und Prostitution auf der Hamburger Reeperbahn in den 1980er Jahren erwartet, dreht sich die Geschichte in "Luden" vor allem um Hetero-Sex. Doch zu den Elementen, die diese Serie sehr viel interessanter, stimmiger und sehenswerter machen, als man zu hoffen gewagt hätte, gehört tatsächlich auch ein queerer Handlungsstrang. Denn Lude Bernd (Noah Tinwa) träumt davon, trotz des Milieus irgendwann als Linda ihre wahre Identität auszuleben – und fällt dabei dem "konkurrierenden" Zuhälter Mischa (Stefan Konarske in einem seiner stärksten Auftritte!) ins Auge.

Mayfair Witches (Sky)


In "Mayfair Witches" gibt es ein Wiedersehen mit trans Schauspielerin Jen Richards (Bild: Sky)

Kleine Vorwarnung gleich vorweg: Wer nach der gelungenen Neuauflage von "Interview with the Vampire" gehofft hatte, dass auch die nächste Anne-Rice-Adaption ein großer Serien-Wurf wird, sieht sich getäuscht. "Mayfair Witches" ist weder so spannend noch visuell so ansprechend wie die Bruder-Serie. Und so queer schon gar nicht. Immerhin gibt es in der Geschichte über Neurochirurgin Rowan (schwach: Alexandra Daddario), die ihrer Abstammung aus einem mächtigen Hexen-Clan auf der Spur ist, ein Wiedersehen mit der wunderbaren trans Schauspielerin Jen Richards ("Stadtgeschichten"). Und zum Autor*innen-Team gehört auch der schwule Schreiber Sean Reycraft.

Unstable (Netflix)


Aaron Branch spielt in "Unstable" den queeren Angestellten Malcom (Bild: Netflix)

Nochmal eine Workplace-Comedy, wobei hier mehr noch als die Arbeit beim Biotech-Konzern von Ellis Dragon (Rob Lowe) dessen Beziehung zu seinem längst erwachsenen und von der Persönlichkeit her sehr unterschiedlichem Sohn Jackson (John Owen Lowe) im Fokus steht. Am amüsantesten ist "Unstable" immer dann, wenn die Drehbücher sich an der liebenswürdigen Absurdität von Vorbildern wie "Schitt's Creek" orientiert. Doch der ganz große Wurf ist dem Vater-Sohn-Gespann aus dem Hause Lowe mit der gemeinsam kreierten Serie nicht gelungen, was auch daran liegt, dass nur einer von beiden über echtes Charisma verfügt. Wenigstens "Fleabag"-Entdeckung Sian Clifford trumpft komödiantisch auf. Und dem queeren Angestellten Malcolm (gespielt von Comedian Aaron Branch) wird sogar echtes Privatleben gegönnt.

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