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Ostafrika

Uganda: Bischof geht neues Anti-LGBTI-Gesetz ein bisschen zu weit

Für den katholischen Erzbischof von Kampala Paul Ssemogerere ist Homosexualität ein "sündhaftes Übel". Allerdings sollte seiner Meinung nach nur "die Sünde und nicht der Sünder" bestraft werden.


Paul Ssemogerere ist katholischer Erzbischof von Ugandas Hauptstadt Kampala

  • 3. April 2023, 03:34h 4 2 Min.

Erstmals hat die katholische Kirche in Uganda Stellung zu dem vom Parlament verabschiedeten neuen extrem queer­feindlichen Gesetz bezogen. Homosexualität sei ein "Übel" und werde von der Kirche weiter als "sündhaft" betrachtet, erklärte der Erzbischof von Kampala, Paul Ssemogerere. Dennoch geht selbst dem Geistlichen das Gesetz ein wenig zu weit. Dem Vorbild Jesu gemäß solle "die Sünde und nicht der Sünder" bestraft werden, kritisierte Ssemogerere. Die Bischöfe des ostafrikanischen Landes würden in den kommenden Tagen zusammenkommen, um über das Gesetz zu "diskutieren".

Vor anderthalb Wochen brachte Uganda eines der weltweit schärfsten Anti-LGBTI-Gesetze auf den Weg (queer.de berichtete). Nur zwei Abgeordnete stimmten gegen das Vorhaben. In der vom Parlament gebilligten Fassung steht auf den Straftatbestand der "schweren Homosexualität" nun die Todesstrafe. Das sei etwa der Fall, wenn es sich bei den Involvierten um Elternteile oder "Serientäter" handelt.

Dem Gesetzentwurf zufolge kann eine verdächtige Person, die wegen "versuchter schwerer Homosexualität" verurteilt wird, mit einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren bestraft werden, und der Straftatbestand der "versuchten Homosexualität" wird mit bis zu zehn Jahren geahndet.

Strafbar macht sich, wer sich als nicht hetero identifiziert

Strafbar ist jedoch nicht nur gleichgeschlechtlicher Sex und dessen Anbahnung. Auch jede Person, die sich lediglich als nicht heterosexuell identifiziert, verstößt gegen das Gesetz. Zudem können Menschen bestraft werden, wenn sie vermeintliche LGBTI-Personen nicht denunzieren oder queere Menschen und Gruppen – zum Beispiel durch Zurverfügungstellung von Räumen oder Finanzen – unterstützen.

Bislang ist das Gesetz noch nicht in Kraft getreten, da es der ugandische Staatspräsident Yoweri Museveni noch nicht unterzeichnet hat. Er hat eine Frist von 60 Tagen. Innerhalb dieses Zeitraums muss er das Gesetz mit seiner Unterschrift in Kraft setzen oder Änderungen vom Parlament verlangen.

Mehrere Onlinepetitionen (etwa von Let's Walk Uganda und All Out) fordern Museveni auf, das queerfeindliche Gesetz nicht zu unterzeichnen. Die LGTBI-Hilfsorganisation Let's Walk Uganda veröffentlichte zudem einen Hilferuf auf der Spendenplattform GoFundMe, um vor Ort Aktivismus, Rechtsberatung sowie Fluchthilfe weiterzuführen und das Leben von queeren Menschen zu retten. (mize)

-w-

#1 LothiAnonym
  • 03.04.2023, 08:46h
  • Eine einzelne Person macht keine Verbesserungen. Hier müßte der Vatikan direkt einschreiten. Zudem ist das Kind leider schon längst in den Brunnen gefallen.
    Danke an d.Redaktion das Ihr den Spendenaufruf im Artikel mit eingeblendet habt. Ich glaube hier muß jetzt viel mehr ein Augenmerk draufgelegt werden. Jede Person an welche dieses fürchterliche u.abscheuliche Gesetz gerichtet ist in diesem Land, sollte schleunigst von dort verschwinden. Dazu wird Geld und Unterstützung benötigt.
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#2 VerlogenAnonym
  • 03.04.2023, 10:49h
  • "Homosexualität sei ein "Übel" und werde von der Kirche weiter als "sündhaft" betrachtet, erklärte der Erzbischof von Kampala, Paul Ssemogerere."

    Solange die Popen sowas verbreiten, sind sie mit verantwortlich und brauchen sich dann auch später nicht rauszureden, wenn es ans Morden geht.

    Das ist völlig durchschaubar. Man schafft zwar das Klima für Faschismus und Morden, will aber im Nachhinein nicht dafür verantwortlich sein, weil man weiterhin internationales Geld haben will.

    Es gibt nur eine Lösung:
    ALLE Gelder komplett und vollständig streichen. Nur das kann etwas bewegen.
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#3 kuesschen11
  • 03.04.2023, 10:59hFrankfurt
  • Die katholische Kirche mit all ihren Anhängern trägt durch ihr bisheriges Schweigen die Mitschuld an diesem geplanten queer-feindlichen Gesetz.
    Die Parallelen der Verfolgung gleichen dem Faschismus.

    Jede Politik in demokratischen Ländern ist jetzt gefragt, um diesem mörderischen Gesetz einen Riegel vorzuschieben. Sonst wird in Uganda eine große Fluchtwelle stattfinden.

    Es gibt nur eine große Sünde auf der ganzen Welt: Den Aufruf zum Morden und Diskriminieren gegenüber Menschen, die nichts anderes tun, als sich lieben.

    Und diese Sünde hat die Religion selbst zu verantworten.
  • Direktlink »