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Auftritt mit Dragqueens
Countrystar Kelsea Ballerini setzt Zeichen gegen Queerfeindlichkeit
Die Regierung von Tennessee will Draguqueen-Auftritte verbieten – als Protest zeigt sich Kelsea Ballerini bei einer Awardshow in Texas mit Drag-Stars.

Kelsea Ballerini (vorne) performte bei den CMT Awards mit Kennedy Davenport, Olivia Lux, Jan Sport und Manila Luzon (Bild: IMAGO / ZUMA Wire)
- 4. April 2023, 11:29h 2 Min.
Countrysängerin Kelsea Nicole Ballerini hat am Sonntagabend bei den live im Fernsehen übertragenen CMT Awards in Austin ein Zeichen gegen antiqueere Hardliner gesetzt: Die 29-Jährige performte ihren Song "If You Go Down (I'm Goin' Down Too)" mit einer Reihe prominenter Stars aus "RuPaul's Drag Race". Kennedy Davenport, Olivia Lux, Manila, Luzon und Jan Sport tanzten neben Ballerini in einem bunten Set, das einen traditionellen US-Vorstadtgarten symbolisierte.
Damit zeigt die Sängerin, was sie von einem queerfeindlichen Gesetz in ihrem Heimatstaat Tennessee hält: Die konservative Regierung in Nashville hatte ein Gesetz beschlossen, wonach "weibliche oder männliche Imitation" in der Öffentlichkeit verboten wird. Eigentlich sollte das Gesetz bereits am 1. April in Kraft treten, allerdings stoppte ein Bundesrichter in letzter Minute die Umsetzung, weil das Gesetz gegen das in der US-Verfassung verbriefte Rechte auf Redefreiheit verstoßen könnte (queer.de berichtete).
Sowohl Ballerini als auch die Dragqueens machten die politische Botschaft ihres gemeinsamen Auftritts in sozialen Medien und Interviews deutlich: "Genau wie all diese erstaunlichen Country-Musik-Künstler sind auch wir Dragqueens Künstler", erklärte etwa Manila Luzon gegenüber "Entertainment Tonight". "Und wir verdienen einen Raum, um wir selbst zu sein, uns auszudrücken und etwas Wunderbares zu schaffen, an dem sich alle erfreuen können."
Ballerini veröffentlichte am Montag auf ihrem Instagram-Profil ein Bild des Auftritts und erklärte: "Wenn ihr untergeht, gehe auch ich unter." Dazu setzte sie ein Emoji mit der Regenbogenfahne. Viele weitere Stars unterstützten die 29-Jährige dabei in Kommentaren – die kanadische Countrysängerin Shania Twain kommentierte den Eintrag etwa mit drei Herz-Emojis.
Derzeit findet in der Mehrzahl der US-Bundesstaaten ein Kulturkampf der politischen Rechten gegen queere Menschen statt. In Regionalparlamenten werden hunderte antiqueere Gesetzesinitiativen debattiert, einige von ihnen sind bereits beschlossen worden (queer.de berichtete). Die Aktivitäten erinnern an die Zeit zum Jahrtausendbeginn, als in vielen Bundesstaaten Verbote von gleichgeschlechtlichen Ehen beschlossen wurden, weil diese eine Gefahr für die heterosexuelle Ehe seien. Inzwischen ist die Ehe für alle in den USA weitgehend enttabuisiert, dafür wird gegenwärtig gegen Trans-Rechte Stimmung gemacht. (dk)















