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- 23. März 2006 2 Min.
Die katholische Kirche in St. Pölten kommt nicht zur Ruhe: Ein weiterer Homo-Sex-Skandal steht vor der Tür.
Von Dennis Klein
Ein angesehener Pfarrer in St. Pölten wird beschuldigt, einen jungen Kaplan (einen Junior-Priester) sexuell belästigt zu haben. Österreichische Medien überschlagen sich nun mit Meldungen wie vor zwei Jahren, als ein Sex-Skandal die 50.000-Einwohner-Stadt erschütterte.
Damals soll es in einem Priesterseminar so gar nicht keusch zugegangen sein. Österreichische Zeitungen druckten Fotos von Seminarteilnehmer in inniger Umarmung ab, zudem wurden auf kirchlichen Computern über 40.000 Bilder und zahlreiche Filme "mit teils abartigen Sexdarstellungen" entdeckt (queer.de berichtete). Darunter befanden sich auch einige kinderpornografische Bilder. Dafür wurde später ein 27-jähriger Student zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt (queer.de berichtete). Sogar der mächtige Bischof Kurt Krenn, der die Aktivitäten zunächst als "Buben-Dummheiten" abgetan hatte, stolperte über die Affäre. Er trat Ende September 2004 zurück.
Nun schwelgen die österreichischen Zeitungen erneut in Enthüllungen: Demnach soll ein deutscher Kaplan einen Pfarrer in St. Pölten angezeigt haben. Das Nachrichtenmagazin "News" hat die schriftliche Stellungnahme des Mannes abgedruckt, der in der Kirche vom Pfarrer bedrängt worden sein soll: "Als ich ihm sagte, dass das nicht gehe, griff er mir unerwartet an die Geschlechtsteile und wollte den Reißverschluss öffnen, um mich an Ort und Stelle oral zu befriedigen, wie er mir sagte. Ich stieß ihn zurück und sagte ihm, dass er wohl übergeschnappt sei." Der Kaplan sagte auch, er könne Personen benennen, die die Homosexualität des Pfarrers bezeugen könnten.
Dagegen schrieb die Zeitung "Kurier", der deutsche Kaplan (der "angebliche Aufdecker") habe in seiner Zeit in St. Pölten selbst "wenig Abstand von Drogen und der Homo-Szene" gehalten. Außerdem hätte er einen Strichjungen ins Pfarrhaus mitgenommen, den er dann mit einem Messer niederstach. Deswegen habe er bereits "eine mehrjährige Haftstrafe" verbüßt.
Das Büro des Bischofs Klaus Küng weist alle Vorwürfe zurück. "Anschuldigungen kann man natürlich leicht aussprechen. Aber man kann davon ausgehen, dass wir die Sache genau untersuchen werden", so ein Sekretär. Bischof Küng wolle "ganz gewiss keine Leichen im Keller".
In diversen Internet-Foren diskutieren die User. So merkt mino2 bei "Vorarlberg Online" überrascht an: "Da war es im alten Rom unter Caligula ja geradezu harmlos und friedlich." Jona vermutet dagegen den "Rufmord" von "verleumdeten Priestern". Ein ganz entrüsteter User namens "Sepp" will nun die ganz jungen Österreicher schützen: "Kann allen Eltern nur raten, ihre Kinder vor der größten Schwulenorganisation (der scheinheiligen Kirche) fernzuhalten."
23. März 2006













