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Auf Anordnung von Gerichten

Accountsperren gegen Hass im Netz geplant

Die ARD berichtet über Eckpunkte des Justizministeriums für ein "Gesetz gegen digitale Gewalt". Demnach sollen Konten von User*innen, die andere wiederholt persönlich angreifen, gesperrt werden können.


Wird das geplante "Gesetz gegen digitale Gewalt" queere Menschen besser vor Hass und Hetze im Netz schützen können? (Bild: pixabay / pexels)

  • 12. April 2023, 00:39h 15 2 Min.

Bei wiederholten persönlichen Angriffen in sozialen Medien sollen Gerichte nach dem Willen des Bundesjustizministeriums unter bestimmten Umständen künftig Konten von Nutzer*innen sperren lassen können. Wie das ARD-Hauptstadtstudio am Dienstag unter Berufung auf Eckpunkte für ein "Gesetz gegen digitale Gewalt" berichtete, sollen solche Sperren bei "schwerwiegenden Persönlichkeitsverletzungen" nur erfolgen, wenn andere Möglichkeiten wie die Löschung eines Posts nicht ausreichen und Wiederholungsgefahr besteht.'

Das Ministerium beantwortete eine Anfrage zu den Plänen zunächst nicht. Im Koalitionsvertrag der Ampel ist aber bereits festgehalten, dass richterlich angeordnete Accountsperren ermöglicht werden sollen.

Sperren nur für "angemessenen Zeitraum"

Die ARD berichtete, geplante Accountsperren richteten sich gegen "notorische Rechtsverletzer im digitalen Raum". Das Vorhaben soll besonders in solchen Fällen helfen, in denen nicht klar ist, wer hinter einem bestimmten Social-Media-Profil steckt. Ein*e Accountinhaber*in soll demnach von der jeweiligen Plattform auf ein Sperr-Ersuchen hingewiesen werden und Gelegenheit zur Stellungnahme haben. Außerdem soll ein Profil "nur für einen angemessenen Zeitraum" gesperrt werden können.

Dem Bericht zufolge sehen die Eckpunkte außerdem vor, dass die rechtlichen Hürden für Betroffene abgebaut werden sollen, wenn sie die Identität der Person erfahren wollen, die ein Hassposting verfasst hat. Auch das deutet sich bereits im Koalitionsvertrag an. Darin heißt es, dass rechtliche Hürden für Betroffene abgebaut und Lücken bei Auskunftsrechten geschlossen werden sollen.

Kritik am Eckpunktepapier

Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) und die Beratungsstelle HateAid begrüßten laut dem ARD-Bericht die Pläne. Beide Initiativen kritisierten jedoch, dass eine Person laut dem Eckpunktepaper erst mehrfach Hassbotschaften gepostet haben muss, damit eine Sperre in Betracht kommt. Außerdem würde diese nur dann greifen, wenn über ein Profil mehrfach dieselbe Person attackiert werde. Accounts, die ihren Hass auf verschiedene Opfer verteilen oder Volksverhetzung betreiben, wären davon nicht betroffen. (cw/dpa)

-w-

#1 Schon
  • 12.04.2023, 06:20hFürth
  • Ein zahnloser Tiger. Hater machen einfach einen neuen Kanal/Account auf und haten munter weiter. Ich habe das schon live erlebt.
    Der Forenbetreiber konnte mir keinen Realnamen geben, weil er ihn selbst nicht wusste. Solange das Internet so annonym ist, und Strafverfolgungsbehörden gegenüber Cyberkriminellen so wirkungslos sind, bleibt das Internet ein gesetzloser Raum.
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#2 BonnaAnonym
  • 12.04.2023, 07:25h
  • Das Hauptproblem dürfte dabei sein, den Begriff Hassrede überhaupt eindeutig festzulegen. Was die einen als sachliche Kritik eintüten, empfindet der andere bereits als übergriffig. Der eine lacht mit, der andere empfindet dasselbe als Mikroagression. Was nun? Und überhaupt: Wenn ich beispielsweise einem Bekannten sage, daß ich meine Schwiegermutter hasse, verabscheue und überhaupt völlig widerwärtig empfinde, was soll daran justiziabel sein? Meiner Meinung nach fiele das unter Meinungsfreiheit. Und drittens: Habe irgendwo den Spruch gelesen: Hassrede ist die Rede, die die Zenssoren hassen und deshalb nicht lesen wollen. Da ist was dran, finde ich. Wenn ich etwas nicht mag, tüte ich das einfach als Hass ein
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#3 War klarAnonym
  • 12.04.2023, 08:24h
  • ...und Sekunden, nachdem "THORsten88" gesperrt wurde, übernimmt "THORsten_AH".

    Zudem ist die Personengebundenheit wieder genau der Punkt, der jetzt schon den Rechten in die Hände spielt: "Wie? Nein, wir greifen doch keine Person direkt an. Reicht doch, wenn wir schreiben: 'LGBTQIA* ins Glas!' :engel: "

    Aber gut, so kann Politik sich wieder hinstellen und was von "wir tun doch was" heucheln, ohne dass sich etwas verbessert.
    Ich bin es so. scheiße. leid.
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