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Jetzt im Kino
Eine queere Zeitreise in die Vergangenheit
Das Fantasy-Drama "The Five Devils" von Léa Mysius erzählt von unglücklicher Liebe und Familienkonstellationen, von tragischen Fehlern und der Frage, was uns zu dem macht, wer wir sind.

Julia (Swala Emati, li.) war einst die große Liebe von Joanne (Adèle Exarchopoulos, re.) (Bild: Wild Bunch)
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13. April 2023, 06:38h - 3 Min.
Wenn eine Geschichte mit der immer ein wenig unheimlichen Musik der österreichischen Künstlerin Soap&Skin beginnt, dann ahnt man schnell, dass wenn schon nicht Unheil, dann doch mindestens Mysteriöses ansteht. So ist es auch im Film "The Five Devils" der französischen Regisseurin Léa Mysius, der jetzt auf deutschen Leinwänden und ab 2. Juni 2023 beim Streamingdienst MUBI zu sehen ist. Mit dem Song "Me and the Devil" (sowie der Erinnerung an einen fatalen Brand) setzt er ein, bevor die Filmemacherin dann später auch mit einem herzergreifenden Karaoke-Auftritt zu "Total Eclipse of the Heart" ihr Händchen für Musik beweist.
Aber der Reihe nach. Im Zentrum von "The Five Devils", benannt nach dem fiktiven Bergort in den Alpen, wo die Geschichte spielt, stehen Joanne (Adèle Exarchopoulos), die im örtlichen Schwimmbad unter anderem Wassergymnastik für ältere Damen unterrichtet, und ihre siebenjährige Tochter Vicky (Sally Dramé). Die beiden sind ein so eingeschweißtes wie eigenwilliges Team: Joanne schwimmt täglich im eiskalten Bergsee, während das Mädchen darauf achtet, dass sie nicht zu lange im Wasser bleibt, bevor es lebensgefährlich wird. Jimmy (Moustapha Mbengue), der aus dem Senegal stammende Ehemann und Vater, ist durchaus anwesend, hat aber in diesem Gespann trotzdem nicht wirklich Platz.
Jimmys Schwester Julia war Joannes große Liebe

Poster zum Film: "The Five Devils" startet am 13. April 2023 im Kino. Ab 2. Juni kann der Film auf MUBI gestreamt werden
Die Familiendynamik verändert sich nochmal, als Jimmys Schwester Julia (Swala Emati) wieder auf der Bildfläche auftaucht, die eigentlich einmal Joannes große Liebe war. Vicky spürt die langen, dunklen Schatten der Vergangenheit, die plötzlich aufziehen. Und nicht nur das: Das Mädchen, das einen ungewöhnlich ausgeprägten Geruchssinn hat und bei seiner Tante im Zimmer eine seltsame Tinktur entdeckt, findet einen Weg, in der Zeit zurückzureisen und so mehr über Joannes und Julias Geschichte herauszufinden.
Das mag nach einem schräger Fantasy-Szenario, doch tatsächlich ist "The Five Devils" trotz dieses Elements des Übernatürlichen eine eigentlich bodenständige Angelegenheit. Leicht zu greifen ist das Drama nicht, doch gerade das macht den Reiz des Films aus, mit dem sich Mysius selbstbewusst in die Reihe der spannendsten Regisseurinnen Frankreichs eingliedert. Ihre Geschichte erzählt von unglücklicher Liebe und Familienkonstellationen, von tragischen Fehlern und der Frage, was uns zu dem macht, wer wir sind. Aber es geht auch um die rassistischen Erfahrungen, die nicht zuletzt Vicky durchmacht, und die homophobe Enge, der Joanne und Julia einst entfliehen wollten.
Überzeugende Schauspielerinnen
Neben Mysius' reizvollem Spiel mit magischem Realismus, dem Alpen-Setting und dem interessanten Soundtrack überzeugen dabei nicht zuletzt die Schauspielerinnen. Allen voran Mutter und Tochter: Sally Dramé ist fantastisch als sehr besonderes, schweigsam beobachtendes Mädchen – und Adèle Exarchopoulos, die demnächst auch in Ira Sachs' queerem Beziehungsdrama "Passages" zu sehen ist, beweist zehn Jahre nach dem großen Durchbruch mit "Blau ist eine warme Farbe" einmal mehr, dass ihr in der Auswahl der faszinierendsten Rollen so schnell niemand das Wasser reicht.
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The Five Devils. Fantasyfilm. Frankreich 2022. Regie: Léa Mysius. Cast: Sally Dramé, Adèle Exarchopoulos, Moustapha Mbengue, Swala Emati. Laufzeit: 96 Minuten. Sprache: französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. FSK 12. Filmverleih: MUBI. Kinostart: 13. April 2023. Ab 2. Juni 2023 kann der Film auf MUBI gestreamt werden
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