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Südstaaten
Victoria Jackson: "Gott hasst Homosexualität"
Die Komikerin und Schauspielerin wollte mit Hilfe der Bibel erreichen, dass ein CSD in Tennessee verboten wird – fast hätte sie damit Erfolg gehabt.

Victoria Jackson will mit Bibelsprüchen erreichen, dass CSDs verboten werden (Bild: David Shankbone / wikipedia)
- 14. April 2023, 09:31h 3 Min.
Die amerikanische Schauspielerin Victoria Jackson hat am Mittwoch bei einer Anhörung des Stadtrats von Franklin (US-Bundesstaat Tennessee) für ein CSD-Verbot geworben. Dabei behauptete die in der Nähe der 83.000 Einwohner*innen zählenden Bezirkshauptstadt wohnende Prominente, dass der christliche Gott Schwule und Lesben hasse.
"Gott hasst Unzucht. Er hasst Homosexualität – er hat gesagt, das ist ein Gräuel. Und Gott hasst alle Arten von Hurerei", so die 63-Jährige. "Und Gott hasst Pride. Also, das ist eines der Dinge, die er am meisten hasst." Als Beweis für ihre Behauptungen führte sie die Auslöschung der biblischen Städte Sodom und Gomorra an. Ferner erklärte sie: "Ich will diese Generation ermutigen, sich der Gehirnwäsche zu entziehen."
/ HotMoozikHer stupid act on @nbcsnl wasnt an act. #SNL #VictoriaJackson #Homophobic pic.twitter.com/DoWCYUmVpF
Jamison Eklund (@HotMoozik) April 12, 2023
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Ein Video der Rede wurde bereits mehr als 1,6 Millionen Mal angeklickt. Jackson erntete viel Kritik. Der offen schwule "Star Trek"-Schauspieler George Takei kommentierte etwa, die Komikerin sei "wie immer erbärmlich".
/ GeorgeTakeiDeplorable as always. https://t.co/ZtfxKUkDwF
George Takei (@GeorgeTakei) April 12, 2023
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Insgesamt hatte 106 Menschen bei der Anhörung in Franklin ihre Meinung zum CSD abgegeben. Die Hälfte des Stadtrats stimmte danach dafür, die Demonstration zu verbieten – damit lag die Entscheidung Bürgermeister Ken Moore, der den CSD schließlich erlaubte.

Die lokalen Medien berichteten über die Anhörung (Bild: Screenshot WSMV)
Der CSD in der Bezirkshauptstadt ist für den 3. Juni geplant. 5.000 Teilnehmende werden erwartet. Die Pride-Veranstalter*innen haben im Vorfeld versucht, mit Selbstzensur eine Erlaubnis zu erhalten. So wurden Drag-Aufführungen abgesagt, "weil das gerade ein sehr sensibles Thema ist", wie CSD-Cheforganisator Clayton Klutts gegenüber dem Lokalsender WSMV erklärte. Hintergrund ist ein kürzlich von Tennessee beschlossenes Gesetz, dass Auftritte von Dragqueens in der Öffentlichkeit verbietet – es wurde kurz vor Inkrafttreten von einem Bundesrichter vorläufig ausgesetzt (queer.de berichtete).
Jackson war insbesondere in den Achtziger- und Neunzigerjahren als Komikerin bekannt – so war sie zwischen 1986 und 1992 in der Stammbesetzung der bis heute erfolgreichen Sketch-Serie "Saturday Night Live" (SNL) dabei. Außerdem spielte sie in Filmkomödien wie "Baby Boom – Eine schöne Bescherung" oder "Der Couch-Trip" mit. Sie übernahm auch Gastrollen in beliebten Fernsehserien wie "Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI" oder "Sabrina – Total Verhext!".
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Seit 20 Jahren ist Jackson auch politisch aktiv – sie begründete dabei ihren Standpunkt stets mit ihrem christlichen Glauben. 2011 kritisierte sie etwa die Fernsehserie "Glee", weil sich dort zwei Männer küssten – dies widerspreche der Bibel und "nimmt der Jugend ihre Unschuld". Sie kritisierte auch immer wieder Musliminnen und Muslime ("Sie mögen Enthauptungen und pädophile Ehen") oder abtreibende Frauen ("Wenn ich vergewaltigt werden würde, würde ich das Kind zur Welt bringen"). (dk)
















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