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Neuer Job

Alfonso Pantisano soll Berlins Queer­beauftragter werden

Der Berliner LGBTI-Aktivist Alfonso Pantisano wird laut einem Medienbericht der erste Queerbeauftragte der Hauptstadt.


Alfonso Pantisano ist seit Jahren eine feste Größe in der LGBTI-Community Berlins (Bild: M. Hillig)

Alfonso Pantisano, der Chef des Berliner Landesverbands von SPDqueer, soll nach "Tagesspiegel"-Informationen erster Queerbeauftragter der Bundeshauptstadt werden. Anders als der Grünenpolitiker Sven Lehmann, der erste Queerbeauftragte der Bundesregierung, soll Pantisano aber nicht Staatssekretär werden.

Der neue Posten ist Teil des schwarz-roten Koalitionsvertrags, auf den sich CDU und SPD Anfang April geeinigt haben (queer.de berichtete). Beide Parteien müssen dem Vertrag noch zustimmen. Die SPD führt dazu derzeit eine Mitgliederbefragung durch. Dabei gibt es auch viel Widerstand von Sozialdemokrat*innen, die eine Fortführung der rot-grün-roten Koalition unter Führung der SPD bevorzugt hätten. Das Ergebnis wird für Sonntag erwartet. Das Ja der CDU gilt als sicher.

/ Pantisano | In sozialen Medien ist Pantisano sehr aktiv
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Pantisano engagiert sich seit Jahren in der Hauptstadt für LGBTI-Rechte. Bereits vor anderthalb Jahrzehnten organisierte der heute 48-Jährige Demonstrationen gegen Queerfeindlichkeit (queer.de berichtete). Später war er in der jahrelang ein führendes Gesicht der sehr aktiven LGBTI-Gruppe "Enough is enough". 2019 wurde er in den Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes gewählt und war einer der in den Medien am meisten zu hörenden Stimmen der LGBTI-Organisation. Er engagierte sich unter anderem für einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 im Verfolgerstaat Katar (queer.de berichtete). Das Amt gab er vor wenigen Wochen auf.

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Persönlicher Referent von Saskia Esken

In den letzten Jahren wurde Pantisano vermehrt für die SPD aktiv. So ist er Mitglied des Kreisvorstandes der SPD Pankow und seit 2020 auch Co-Landesvorsitzender der SPDqueer Berlin. Seit Februar ist er außerdem persönlicher Referent von SPD-Bundesparteichefin Saskia Esken aus Calw. Zudem ist Pantisano, der als Sohn italienischer Gastarbeiter in Waiblingen geboren worden war, auch Mitglied der Partido Democratico, der sozialdemokratischen SPD-Schwesterpartei in Italien. Er ist außerdem aktiv für mehrere andere Gewerkschaften und Organisationen, etwa Sea Watch und die Berliner Obdachlosenhilfe.

Bei der Wiederholungswahl in Berlin am 12. Februar hatte die CDU mit 28,2 Prozent vorne gelegen, SPD und Grüne erhielten je 18,4 Prozent, die Linke kam auf 12,2 Prozent und die AfD auf 9,1. Die FDP flog mit 4,6 Prozent aus dem Parlament. Der Koalitionsvertrag von CDU und SPD wurde vom LSVD als "queerpolitischer Aufbruch für Berlin" gelobt. Kritik kam dagegen von Die Linke.queer, die vor einem "schwarz-roten Stillstand" warnte. (dk)

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#1 _Patrick_Ehemaliges Profil
  • 17.04.2023, 13:14h
  • Wieder ein Parteisoldat, wieder eine krasse Fehlbesetzung. Das bedeutet, analog zum Bund, dass im Zweifel wieder die Parteipolitik schöngeschwurbelt und verteidigt wird, statt für die Interessen queerer Menschen zu streiten und den Bruch von Wahl- und Koalitionsversprechen zu kritiseren. Das lässt sich aktuell schon eindrücklich bei Herrn Lehmann beobachten.
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#2 Politverdrossene_rAnonym
  • 17.04.2023, 13:34h
  • Antwort auf #1 von _Patrick_
  • Herrn Kühnert nicht vergessen. Seit er sein "gehobenes Pöstchen" hat, ist er "überraschend" still geworden. Insbesondere im Vergleich zu seinen damaligen Themen und wie er da agierte.
    Aber gut, überrascht es mich? Nein.
    Zudem muss man es leider so deutlich sagen: Alle Personalien, die von der CDU, insbesondere die unter Wegner, akzeptiert werden, kann man als Fehlbesetzungen ansehen, fürchte ich. Die werden schon verhindern, dass Personalien aufkommen, die den reaktionären Kurs beider Parteien, die CDU und die Berliner SPD unter Giffey, auch nur ansatzweise "negativ" beeinflussen.
    Wenn ich überlege, wie schnell aus Berlin eine reaktionär-spießige Brummbrumm-Metropole geworden ist - tja.
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#3 Ayida
  • 17.04.2023, 13:40hHessen
  • Antwort auf #1 von _Patrick_
  • Seien wir ehrlich, der Posten der/des Queerbeauftragten ist Augenwischerei, egal wer ihn besetzt. Die Person hat nur wenig politischen Einfluss, da Politik für queere Menschen immer mit anderen Feldern kollidiert.
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