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Skandalnudel
George Santos will erneut antreten
Der offen schwule Republikaner legte wie kaum einer vor ihm einen von Skandalen geprägten Einstand als Kongress-Abgeordneter hin – trotzdem will er wieder antreten.

George Santos machte mit seinen Affären weltweit Schlagzeilen (Bild: U.S. House Office of Photography / wikipedia)
- 18. April 2023, 10:44h 2 Min.
Der skandalumwitterte US-Abgeordnete George Santos will bei den Kongresswahlen im November 2024 erneut kandidieren. Er strebe die Wiederwahl als Abgeordneter des Dritten Kongressdistrikts in New York an, teilte der 34-Jährige am Montag mit. In seiner Ankündigung bezeichnete sich der Republikaner als Amerikaner erster Generation und als "armer Junge von Einwanderer-Eltern", dem die Probleme seines Wahlkreises nicht fremd seien. Sein Wahlkreis befindet sich im Norden von Long Island und ist der wohlhabendste im gesamten Bundesstaat.
/ goldengateblond | Twitter reagierte mit etwas Skepsis auf die Ankündigung von Santosreading his tweet, I couldnt help but wonder where does this bitch get off pic.twitter.com/a3FphnPojm
shauna (@goldengateblond) April 17, 2023
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Santos schrieb im November letzten Jahres Geschichte: Er wurde als erster offen schwule Republikaner neu ins Repräsentantenhaus gewählt. Doch Betrugs- und Täuschungsvorwürfe haben den Republikaner schnell in die Kritik gebracht. Er soll einen großen Teil seines Lebenslaufes, mit dem er sich den Wähler*innen 2022 präsentierte, erfunden und sich teils bizarre Einzelheiten ausgedacht haben.
Im März wurde zudem bekannt, dass das FBI wegen der mutmaßlichen Veruntreuung von Spendengeldern gegen ihn ermittelt (queer.de berichtete). Dazu kam kürzlich ein Betrugsfall in Brasilien, in dem Santos seine Schuld einräumte, was ihm US-Medien zufolge einen Prozess ersparte.
Rücktrittsforderungen sind wiederholt laut geworden. Santos, der auch Donald Trumps erneute Präsidentschaftsbewerbung unterstützt, hat den eigenen Rückzug bisher aber stets ausgeschlossen und nun mit der angekündigten Kampagne seinen Willen bekräftigt, als Abgeordneter weiterzumachen.
Auch die republikanische Führung im Kongress hat ein Interesse, dass der Hinterbänkler aus New York sein Mandat behält. Denn käme es zu einer Nachwahl in dem in der jüngeren Vergangenheit eher demokratisch geprägten Wahlkreis, könnte die hauchdünne Mehrheit bröckeln, über die die Republikaner seit Januar im Repräsentantenhaus verfügen. Die nach Rechts driftende Partei verfügt derzeit über 222 Sitze im Parlament – und damit nur vier mehr, als für die absolute Mehrheit notwendig sind. (dpa/cw)













