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ITB-Partnerstaat Oman

Berliner Tourismusmesse wirbt erneut für Verfolgerstaat

Eigentlich wollte die ITB seit letztem Jahr nicht mehr queerfeindliche Länder als Partner akzeptieren – doch daraus wird erstmal nichts.


Die Internationale Tourismusbörse Berlin wendet sich offenbar nur an heterosexuelle und cisgeschlechtliche Reisende, die kein Problem mit Verfolgung queerer Menschen haben (Bild: Messe Berlin)

Im vorderasiatischen Sultanat Oman steht auf Homosexualität drei Jahre Haft. Alle LGBTI-Organisationen sind verboten, sogar das "Imitieren" des anderen Geschlechts kann mit einem Jahr Haft geahndet werden. Doch diese Fakten halten die Verantwortlichen der ITB Berlin, der weltweiten Leitmesse der Tourismusindustrie, nicht davon ab, im kommenden Jahr den Oman als offizielles Gastland intensiv zu promoten.

"Wir sind sehr beeindruckt vom touristischen Angebot und der Vielfalt dieses Reiseziels", teilte David Ruetz von der Messe Berlin schon fast höhnisch am Dienstag mit, als der Verfolgerstaat als offizielles Partnerland vorgestellt wurde. "Wir freuen uns, mit dem Sultanat einen so attraktiven Partner für die Messe im nächsten Jahr gewonnen zu haben." In der Pressemitteilung behauptete die ITB zudem, beim Oman handle es sich um "eine gastfreundliche Destination".

2019 war ein Auspeitscher-Staat ITB-Partner

Mit der Wahl für Oman kommt eine neue Auseinandersetzung auf die städtische Messe zu, obwohl man es seit 2019 besser wissen müsste: Damals hatte die ITB Malaysia zum Partnerland erhoben – also einen Staat, in dem queere Menschen Folterstrafen erhalten. Das führte zu viel Kritik: Die damalige Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sagte wegen der Werbung für den Verfolgerstaat ihren Besuch bei der Messe ab (queer.de berichtete).

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Eigentlich gelobte die ITB danach, künftig alles besser zu machen. Ab 2022 sollte ein Verhaltenskodex gelten, den die Partnerländer unterzeichnet müssen. Darin sollte etwa enthalten sein, dass Tourist*innen weder wegen ihres Geschlechts, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Herkunft diskriminiert werden dürften (queer.de berichtete). Anschließend vergaß man in der Hauptstadt offenbar, den Kodex umzusetzen.

Der Oman hätte bereits 2020 Partnerland der ITB sein sollen – doch dann musste die Messe wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. 2021 und 2022 war dann der Freistaat Sachsen Partnerland, 2023 folgte Georgien – und jetzt ist es laut den ITB-Verantwortlichen offenbar wieder an der Zeit, ein wenig Queerfeindlichkeit zu verbreiten.

-w-

#1 _Patrick_Ehemaliges Profil
  • 18.04.2023, 14:50h
  • Soziale Marktwirtschaft bedeutet marktkonforme Demokratie. Wer das nach den bundesdeutschen Darmerkundungen Russlands, Chinas und Katars immer noch nicht begriffen hat, wird es nie begreifen. Außerdem wäre ich als Bürger:in eines Landes, dessen Innenministerin bis vor kurzem noch selbstverständlich queere Menschen in eben diese Verfolger- und Hinrichtungsstaaten abgeschoben hat, etwas vorsichtig. Europarecht und damit Menschenrechte scheinen in Berlin und insbesondere in der SPD-Parteizentrale einen An- und Ausschalter zu haben. Herr Bundeskanzler - ich habe es nicht als Folter empfunden - Scholz und Herr Bundespräsident - ich gratuliere im Namen der Deutschen zur Jährung der islamischen Revolution Irans - Steinmeier wollen wir da natürlich nicht vergessen.
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#2 PetterAnonym
  • 18.04.2023, 15:07h
  • Da die ITB sich immer wieder unbelehrbar zeigt und immer wieder ihre Versprechen bricht, dass sowas nicht nochmal passiert, hilft nur noch eines:

    radikaler Boykott.
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#3 LedErich
  • 19.04.2023, 07:01h
  • Ich habe selbst schwule Freunde, die dorthin schon gereist sind und so brgeistert waren. Mir ist das unbegreiflich, wie einem die politische Situation im Reiseland - auch und gerade für Frauen und uns wueere Nenschen - si egal sein kann.
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