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Spree-Neiße-Kreis

"Schulpersonal täglich mit Rechtsextremismus, Sexismus und Homophobie konfrontiert"

Lehrkräfte in einem ostdeutschen Landkreis schlagen Alarm: Das Problem von Rechtsextremismus, Sexismus und Homophobie nehme überhand. Inzwischen ermittelt auch die Polizei.


Symbolbild: Die Polizei hat sich eingeschaltet (Bild: René Mentschke / flickr)

  • 25. April 2023, 13:35h 21 2 Min.

Die Polizei hat an einer Schule im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße Ermittlungen zu möglichen Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund aufgenommen. Lehrkräfte hatten sich mit einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt. "Wir wenden uns an die Öffentlichkeit, da wir in unserem Arbeitsalltag als Schulpersonal an einer Schule im Spree-Neiße-Kreis täglich mit Rechtsextremismus, Sexismus und Homophobie konfrontiert werden und nicht mehr länger den Mund halten wollen", heißt es in dem Schreiben.

Der Polizei liegt der Brief vor. "Die Kriminalpolizei ermittelt zu möglicherweise strafrechtlich relevanten Sachverhalten", sagte Polizeisprecher Maik Kettlitz der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

In dem "Brandbrief" zeichnen die Lehrkräfte, die das Schreiben nicht namentlich unterschrieben haben, ein düsteres Bild vom Geschehen an ihrer Schule. Als Beispiele nennt die Lehrerschaft unter anderem die verfassungsfeindliche Verbreitung von rechtsextremen Symbolen, Schriften, Musiktiteln und Gewalt an der Schule. Schulmobiliar werde mit Hakenkreuzen beschmiert, im Unterricht werde rechtsextreme Musik gehört, in den Schulfluren demokratiefeindliche Parolen gerufen.

Gefühl der Machtlosigkeit

"Lehrkräfte und Schüler, die offen gegen rechtsorientierte Schüler- und Elternhäuser agieren, fürchten um ihre Sicherheit", heißt es weiter. Die wenigen ausländischen und toleranten Schüler erlebten Ausgrenzung, Mobbing und Gewaltandrohungen. Es herrsche ein Gefühl der Machtlosigkeit und der erzwungenen Schweigsamkeit.

Der designierte Brandenburger Bildungsminister, Staatssektretär Steffen Freiberg (SPD), sagte am Dienstag bei einer Pressekonferenz, man sei mit der Schulleitung in Kontakt und versuche zu klären, was vorgefallen ist. Die Berichte nannte er schockierend.

Die Lehrkräfte fordern die Politik auf, mehr Sozialarbeiter an den Schulen einzustellen, mehr demokratiefreundliche Projekte zu fördern, ein niedrigschwelligeres Fortbildungsangebot für Lehrkräfte zu ermöglichen und eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Rechtsextremismus, Homophobie und Sexismus zu zeigen.

Immer wieder gibt es Berichte, dass in Deutschland zu wenig gegen die Ausgrenzung von Minderheiten, etwa queeren Menschen, an Schulen getan wird. Eine NDR-Umfrage unter den 16 Landesschülervertretungen kam etwa letztes Jahr zu dem Ergebnis, dass "Queerfeindlichkeit, Homophobie, Transphobie und Diskriminierung" an Schulen Alltag seien (queer.de berichtete). (dpa/cw)

-w-

#1 NickAnonym
  • 25.04.2023, 16:02h
  • Mehr Geld in Bildung und demokratische Projekte investieren! Aufwachen. Das kann doch nicht so schwer sein!
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#2 Neu hierAnonym
  • 25.04.2023, 16:27h
  • Mit Geld ist da überhaupt nichts zu machen. Ich selbst habe Verwandte 1 und 2 Grades in Ost Berlin. Die sind alle in Ost Berlin geboren. Ich habe schon vor über 14 Jahren den Kontakt komplett abgebrochen. Dieser Hass, dieser Rechtsextremismus, Homophobie, Transphobie sitzt bei vielen so tief im Kopf, das ist überhaupt nicht mehr reparabel. Selbst die kleinen Kinder werden, rasistisch, homophob erzogen, nicht alle aber viele. Hinzu kommt daß eine Partei in Ost Berlin das immer wieder befeuert. Auch meine Verwandtschaft wählt diese Partei. Ich schäme mich für zutiefst für diese Verwandtschaft.
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#3 _Patrick_Ehemaliges Profil
  • 25.04.2023, 16:38h
  • Kein Kind auf dieser Erde kommt mit rechtsradikalem, rassistischem oder queerfeindlichem Gedankengut auf die Welt. Menschenfeindlichkeit wird erlernt. Das Problem sind also nicht (nur) die Schüler:innen, sondern die Elternschaft und das gesamte soziale Umfeld.

    Wer das nicht sah, muss ja unter einem Stein gelebt haben. Ich kann mich jedenfalls noch an gut gefüllte Straßen voller Reichskriegsflaggen, Galgenbilder, QAnon-Plakate und Holocaustverharmlosungen während der Covid-Maßnahmen-Hochphase erinnern. Außerdem kann mir kein Mensch erzählen, dass die Menschen, die die AfD 2022 in Umfragen stärkste Kraft werden lassen, im Osten, frustrierte Protestwähler:innen sind.

    Der erste Schritt um ein Problem zu lösen, ist anzuerkennen, dass man eines hat. Deutschlands Bevölkerung beherbergt eine konstante Menge Menschen, die voller Hass und Verachtung für Pluralität und Demokratie sind. Diese Menge ist zu groß, um sie kleinreden zu dürfen.
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