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Tag der lesbischen Sichtbarkeit
"Wir fordern nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch Anerkennung"
Der 26. April ist der Tag der lesbischen Sichtbarkeit: Aktivistinnen machen deutlich, dass der Weg bis zur Gleichbehandlung noch weit ist.

Die lesbische Sichtbarkeit ist selbst innerhalb der LGBTI-Community ausbaufähig (Bild: LFT)
- 26. April 2023, 09:19h 3 Min.
Wie in den letzten 15 Jahren wird auch 2023 wieder der Tag der lesbischen Sichtbarkeit am 26. April begangen: Dabei soll on- und offline auf die spezifische Situation von Lesben innerhalb der Gesellschaft und LGBTI-Community aufmerksam gemacht werden und sollen lesbische Frauen mehr Sichtbarkeit erhalten. In vielen Städten – darunter etwa Berlin, Köln oder Frankfurt am Main – finden Events wie Kundgebungen oder Gesprächsabende statt (siehe queer.de-Termine). In der bayerischen Landeshauptstadt wird an allen U- und S-Bahnhöfen der Videoclip "lesbisch* – queer in München" gezeigt (queer.de berichtete).
/ Koeln | Event in KölnHeute ist der internat. Tag der lesbischen Sichtbarkeit. Dazu gibt es eine sehenswerte Fotoausstellung im Stadthaus Deutz. Die Fotos zeigen lesbische Frauen aus verschiedenen Mitgliedsstädten des #Rainbow Cities Network.
Stadt Köln (@Koeln) April 26, 2023
https://t.co/XxsQ9DLCFo #LesbianVisibilityWeek pic.twitter.com/3yDhc7fLHl
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LGBTI-Aktivistinnen erinnern angesichts des Aktionstages daran, dass noch viel zu tun sei: "Sichtbarkeit und vor allem Akzeptanz ist für lesbische Frauen in der Gesellschaft auch 2023 noch nicht vollständig erreicht", beklagte etwa Henny Engels, Bundesvorstandsmitglied des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD).
"Lesbische Frauen erfahren nicht nur lesbenfeindliche Gewalt und Anfeindungen, sondern auch Sexismus, Antifeminismus oder Transfeindlichkeit. Lesben sind keine homogene Gruppe. Ihre Erfahrungen, Chancen und Identitäten sind neben der sexuellen Orientierung auch abhängig von vielen anderen Faktoren wie etwa Hautfarbe, Staatsbürgerschaft und Aufenthaltsstatus, Einkommen, Religion oder ob sie eine Beeinträchtigung haben oder nicht", erläuterte Engels. Sogenannte Mehrfachmarginalisierung könne lesbische Frauen doppelt unsichtbar machen.
LSVD-Bundesverband (@lsvd) April 26, 2023/ lsvd | Der LSVD will mit #TheLWorksOut für mehr lesbische Sichtbarkeit kämpfen
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Auch innerhalb der LGBTI-Community seien Lesben unterrepräsentiert. So seien beispielsweise in queeren Unternehmensnetzwerken oft weit mehr Männer als Frauen aktiv, so Engels. Das lesbische Berufsnetzwerk Wirtschaftsweiber beklagt, dass dies beträchtliche Auswirkungen haben könne: "Wenn wir als Lesben nicht sichtbar sind, werden unsere Themen und Anliegen nicht gesehen und so eben auch nicht beachtet", erklärte Vorstandsmitglied Simone Allard.
Lesben überdurchschnittlich oft in prekären Lebenslagen
Der Lesbenring weist darauf hin, dass lesbische Frau besonders oft mit Armut zu kämpfen hätten: "Besondere Bedarfe von Lesben* sehen wir vor allem im Bereich Wohnen sowie allgemein im Bereich prekäre Lebenslagen, von denen Lesben* überdurchschnittlich häufig betroffen sind", erklärte Kathrin Schultz vom 1982 gegründeten Verein. Mit dem Sternchen hinter Lesben wird darauf verwiesen, wie vielfältig die lesbische Community ist und dsss diese etwa auch trans Frauen beinhaltet. Ferner erklärte Schultz: "Lesben* sind vom Gender Pay Gap, aber auch dem Gender Pension Gap, quasi doppelt betroffen und geraten daher besonders in der Rentenzeit in prekäre Lebenslagen. Dies muss sich ändern. Denn es gibt uns – Lesben* sind überall präsent und fordern nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch Anerkennung."
Der Tag der lesbischen Sichtbarkeit geht auf das Jahr 2008 zurück, als eine spanische LGBTI-Organisation erstmals den "Día de la Visibilidad Lésbica" ausgerufen hatte. Bereits zuvor war jeweils Ende März in den USA die "Lesbian Visibility Week" gefeiert worden – erstmals 1990 in Kalifornien. (cw)















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