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Berlin

Klaus Lederers Zukunftspläne: Queer- statt Spitzenpolitik

Nach dem Koalitionswechsel der Berliner SPD will sich der bisherige Kultursenator Klaus Lederer von der Linken "nach inhaltlichen Projekten und weniger nach Amtsverantwortung" umschauen.


Klaus Lederer war seit 2016 Kultur- und Europasenator im rot-rot-grünen Berliner Senat (Bild: DIE LINKE / flickr)
  • 27. April 2023, 00:24h 5 2 Min.

Berlins bisheriger Kultursenator Klaus Lederer will sich nach dem Ende seiner Amtszeit aus der Spitzenpolitik zurückziehen. "Ich bin nicht derjenige, der die Zukunft der Partei verkörpert", sagte der Linke-Politiker dem "Tagespiegel" im Interview (Bezahlartikel). Seine Landespartei müsse nun Menschen nach vorne stellen, mit denen man die Berlin-Wahl 2026 gewinnen wolle. "Ich war elf Jahre Landesvorsitzender, sechseinhalb Jahre Kultursenator und Bürgermeister. Das war eine lange Zeit auf der Überholspur", sagte der schwule Linke-Politiker in dem Interview. Er gehe schwermütig aus dem Amt, aber ohne Groll.

Der 49-Jährige erklärte, Kultursenator sei "der beste Job", aber auch die Arbeit als Regierender Bürgermeister hätte ihn gereizt. "Kulturpolitik ist teils sehr kleinteilig – was auch Spaß macht -, aber das Makromanagement der Stadt hätte ich spannend gefunden." Deshalb hätte er sich gewünscht, dass es der Bundespartei besser gehe. "Ich sehe da gerade nicht, wie es besser werden soll. Die Hoffnung gebe ich trotzdem nicht auf."

"Gefühlt zehn Jahre gealtert"

Insgesamt ziehe er eine "sehr, sehr positive Bilanz" seiner Amtszeit, sagte Lederer, "obwohl uns die Pandemie manches erschwert hat. Wir hätten sicherlich manches lieber gemacht, als Feuerwehr zu spielen."

Gefühlt sei er in den sechseinhalb Jahren wegen der Pandemie "zehn Jahre gealtert". Als Kultursenator sei er nicht dafür da, Kultureinrichtungen dichtzumachen. "Aber wir mussten das tun. In der damaligen Lage musste ich ins Team Vorsicht gehen."

Im Nachhinein räumte er jedoch ein: "Die bundesweit verordneten harten Lockdowns für den Kulturbereich waren unnötig. Das war der Denkfaulheit einerseits und der mangelnden Bereitschaft zur Differenzierung andererseits geschuldet."

"Ich muss jetzt unbedingt mal wieder ins About:Blank!"

Er werde ab Donnerstag im Berliner Landesparlament "in der letzten Reihe ganz links außen den Platz als Abgeordneter" einnehmen, sagte Lederer. "Ich würde gern im Bereich Queerpolitik arbeiten, wenn mich meine Fraktion lässt. Nach einiger Zeit im Abklingbecken werde ich mich dann mal umschauen … nach inhaltlichen Projekten und weniger nach Amtsverantwortung!"

Auf die Frage, wo der Privatmann Klaus Lederer als Erstes hingehe, meinte der scheidende Kultursenator: "Ich muss jetzt unbedingt mal wieder ins About:Blank!" Der Technoclub im Stadtteil Friedrichshain ist auch für seine queeren Partys bekannt. (mize/dpa)

-w-

#1 LothiAnonym
  • 27.04.2023, 05:46h
  • Ein sympathischer Mensch. Ich hätte ihn gerne weiterhin als Kultursenator gesehen.
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#2 Lederer war klasseAnonym
  • 27.04.2023, 09:07h
  • Antwort auf #1 von Lothi
  • Stimme ich aus ganzem Herzen zu. Und er wird fehlen. Die treffendste Zusammenfassung zum Wechsel der Senatoren fand ich übrigens die hier:

    "Der alte #Berliner Kultursenator Klaus #Lederer hat in seiner Amtszeit den jährlichen Kulturetat von 492 auf 803 Mio. Euro erhöht, sich um das gesamte Spektrum von der Oper über Clubs bis zu Bibliotheken gekümmert und während der Coronakrise tausenden Kulturschaffenden die Existenz gerettet.

    Der künftige Berliner Kultursenator Joe #Chialo war mal Manager der Kelly Family, redet pausenlos von Entrepre­neur­ship und Kreativwirtschaft und will eine Berliner Straße nach Helmut Kohl benennen."

    Quelle:
    chaos.social/@kernpanik/110269241670823839
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#3 StaffelbergblickAnonym
  • 27.04.2023, 12:23h
  • Antwort auf #1 von Lothi
  • Das zeigt sich doch auch daran, dass er mit zu den beliebtesten Politkern des nunmehr abgehenden Senats gehörte. Ich sehe hier einen Verlust für den neuen Senat.
    Außerdem hat er auch klare Stellung positioniert zur "Bundes-Linken".
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