Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?45394

Gleichstellungsausschuss

Queer­beauftragte*r in Koblenz: Trans Frau schlägt AfD-Mann 9:1

Patricia Pederzani ist einen Schritt näher am Amt der Queerbeauftragten. Im Koblenzer Gleichstellungsausschuss ließ sie einen prominenten AfD-Politiker weit hinter sich.


In Koblenz ist Patricia Pederzani eine bekannte LGBTI-Aktivistin und Kommunalpolitikerin (Bild: Screenshot/Youtube / Grüne Koblenz)

  • 27. April 2023, 12:57h 4 2 Min.

Der Koblenzer Gleichstellungsausschuss hat am Dienstag laut "Rhein-Zeitung" (Bezahlartikel) in geheimer Wahl für die 33-jährige trans Frau Patricia Pederzani als Queer­beauftragte der Großstadt gestimmt. Die grüne Kommunalpolitikerin und LGBTI-Aktivistin, die unter anderem im Vorstand des Vereins Queer Mittelrhein sitzt, erhielt neun Stimmen, ihr AfD-Herausforderer Joachim Paul eine, vermutlich seine eigene. Es gab sechs Enthaltungen.

Vor knapp einem Monat war bekannt geworden, dass Paul überraschend als Gegenkandidat um den ehrenamtlichen Posten antritt (queer.de berichtete). Der nach eigenen Angaben nicht queere Rechtsaußenpolitiker, der auch im AfD-Bundesvorstand und im rheinland-pfälzischen Landtag sitzt, hatte beim Koblenzer CSD 2018 das nun angestrebte Amt noch für überflüssig erklärt.


Joachim Paul ist stellvertretender Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz und zudem seit 2015 stellvertretender Vorsitzender der AfD-Fraktion im Stadtrat von Koblenz. Seit 2019 ist er Beisitzer im AfD-Bundesvorstand (Bild: ots / AfD)

Paul hatte vor vier Jahren wegen seiner Nähe zu Neonazis und rechtsextremem Gedankengut für Schlagzeilen gesorgt: Damals wurde er als Vorsitzender des Lantagsausschusses für Medien, Digitale Infrastruktur und Netzpolitik abgewählt, nachdem bekannt geworden war, dass er offenbar unter einem Pseudonym für das NPD-Organ "hier & jetzt" geschrieben hatte.

Bei der Abstimmung handelt es sich lediglich um eine Beschlussempfehlung. Am Ende muss der Stadtrat entscheiden. Es wird laut "Rhein-Zeitung" angenommen, dass Pederzani jeweils vier Stimmen von Grünen und SPD sowie eine Stimme der Linken erhalten hat. Wahrscheinlich haben sich die Vertreter*innen von CDU, FDP und Freien Wählern enthalten. Im Stadtrat verfügen Grüne, SPD und Linke über 27 der 56 Stimmen.

Erste Queerbeauftragte in Koblenz war Ruby Nilges. Die bisexuelle Aktivistin war 2020 für eine vierjährige Amtszeit gewählt worden, schied aber aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Amt aus.

Patricia Pederzani ist in sechs von 13 queeren Vereinen in Koblenz aktiv, bei dreien sitzt sie sogar im Vorstand. Bei Queer Mittelrhein berät und begleitet sie trans Menschen, außerdem führt sie Schulungen zu LGBTI-Themen für Institutionen durch. "Ich will, dass Koblenz eine queerfreundliche Stadt wird, dass es queeren Menschen hier gut geht und es viele tolle queere Veranstaltungen gibt", hatte sie vor einem Monat gegenüber der "Rhein-Zeitung" erklärt. (cw)

-w-

#1 suave25Anonym
  • 27.04.2023, 15:49h
  • *lach* AfD und Gleichstellungsbeauftragte*r passt nicht in ein Satz.
  • Direktlink »
#2 Win-WinAnonym
  • 28.04.2023, 08:53h
  • Antwort auf #1 von suave25
  • Eben. Das ist natürlich offensichtlich komplett irre.
    Und ich denke, das wissen die Blaubraunen auch sehr gut, dass es niemand ernsthaft glaubt.

    Aber - und das ist der Perfide daran:
    Für die AfuckD ist diese Taktik, die sie ja nicht nur in Koblenz anwendet, dennoch eine Win-Win-Situation:

    Entweder werden sie einen solchen Posten irgendwann mal besetzen (spätestens, wenn die CDU/CSU ganz offen ihre Maske fallen lässt - bei der Wahl Wegners in Berlin gestern hat man wieder sehr [un-]schön gesehen, wie viel das selbsterzählte Unions-Märchen von der "Brandmauer nach rechts" zu halten ist - nämlich niente).

    Oder sie haben wieder Gelegenheit, sich als Opfer der "woken, linksgrün-versifften LGBT-Diktatur" gerieren, weil sie den Posten nicht bekommen haben und "das hat mit Demokratie ja nichts zu tun!" (ähm, doch - aber da es euch nicht um Demokratie, sondern um deren Abschaffung geht, muss man dieses Framing nutzen, damit das eigene Wahlvolk und idealerweise neue "Besorgte" geködert werden).
  • Direktlink »
#3 MagsAnonym
  • 28.04.2023, 12:53h
  • Antwort auf #1 von suave25
  • Ich denke das war ein Versehen. Er hat vermutlich Gleichstellung mit Gleichschaltung verwechselt. Klingt ja auch ähnlich, kann passieren.
  • Direktlink »