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LGBTI-Kinocharts
Kino in Deutschland wird queerer
Laut einer Studie stieg der queere Anteil im Filmjahr 2022 stark an. Im Fernsehen ist die queere Filmquote aber ausbaubar.

"Oskars Kleid" zog letztes Jahr eine halbe Million Menschen ins Kino (Bild: Warner Bros. Pictures Germany)
- 2. Mai 2023, 14:12h 2 Min.
Der Anteil von Kinofilmen mit schwuler, lesbischer, bisexueller oder trans* Thematik erreichte im vergangenen Jahr einen Höchstwert. Das geht aus der Untersuchung des Medienprojekts QUEERmdb hervor, das alle im Kino gezeigten Filme ausgewertet hat.
Demnach hatten 9,6 Prozent der in Deutschland gestarteten Filme "relevante LGBT-Charaktere" – ein Anstieg um 1,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr und der bislang höchste gemessene Wert. Erstmals wurden dabei mehr lesbische als schwule Figuren gemessen. Der erfolgreichste dieser Filme war "Einfach mal was Schönes" von Regisseurin Karoline Herfurth, der 600.000 Menschen in die Lichtspieltheater lockten. Dahinter folgten "Oskars Kleid", "Tod auf dem Nil" und "Scream".
4,7 Prozent der Filme mit queerer Hauptthematik
Eine queere Hauptthematik hatten demnach 4,7 Prozent der in Deutschland gestarteten Filme. Sie waren allerdings nur zu 1,1 Prozent am Ticketumsatz beteiligt.
Das sind die Top-10 der queeren Filme
1. Oskars Kleid (Deutschland, 500.000 Kinobesucher*innen)
2. Bros (USA, 52.000)
3. Tove (Finnland/Schweden, 20.000)
4. Der Sommer mit Anaïs (Frankreich, 6.500)
5. Peter von Kant (Frankreich, 5.900)
6. Nelly & Nadine (Schweden/Belgien/Norwegen, 5.500)
7. Rex Gildo – Der letzte Tanz (Deutschland, 4.000)
8. Loving Highsmith (Schweiz/Deutschland, 3.500)
9. Moneyboys (Österreich/Frankreich/Belgien/Taiwan, 3.500)
10. Charlatan (Tschechien/Irland/Slowakei/Polen, 3.000)
Bei den Direct-To-Video-Filmen bliebt die Quote von Filmen mit relevanten queeren Figuren mit 7,8 Prozent stabil. 4,7 Prozent hatten eine queere Hauptthematik. Das bedeutet einen Anstieg um 0,6 Prozentpunkte.
Queere Filmquote im TV niedriger
Im Fernsehen hatten nur 3,7 Prozent der Filme relevante queere Figuren, in der Primetime sogar nur 0,7 Prozent. Der Anteil der Filme mit queerer Hauptthematik betrug ebenfalls 0,7 Prozent. Arte war dabei am diversesten, gefolgt vom rbb-Fernsehen. Auf dem dritten Platz landeten gemeinsam Das Erste, das WDR-Fernsehen, das BR-Fernsehen und 3Sat. Queerster Privatsender war Sixx.
Besser sieht es bei internationalen Streaminganbietern aus: Bei Netflix hatten 10,5 Prozent eine queere Thematik und 2,4 Prozent eine queere Hauptthematik. Bei Amazon Prime lag der Anteil bei 10,2 Prozent bzw. 2,2 Prozent. (cw)
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Das deckt sich mit meiner Erfahrung. Und vor allem: bei Arte laufen solche Filme auch mal zur Primetime und nicht nur irgendwo nach 23 Uhr vor Arbeitstagen.
Dass der rbb auf Platz 2 ist, liegt wohl an deren Reihe "Summer of Love". Die haben oft gute Filme, aber leider eben meist sehr spät an Abenden vor Werktagen.