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TV-Tipp

Transition für Anfänger*­innen: Der neue "Theresa Wolff"-Fall

Was hat der tote trans Mann in einer schlagenden Verbindung gemacht? In der neuen Folge der ZDF-Krimireihe um die Jenaer Forensikerin Theresa Wolff treffen zwei scheinbar sehr unterschiedliche Welten aufeinander.


Rafael Gareisen spielt den trans Mann Patrik Kempter (Bild: ZDF / Steffen Junghans)
  • 3. Mai 2023, 05:44h 5 2 Min.

"Das wird mein schönster Tag", sagt der junge Mann noch auf der Party, wenig später liegt er tot am Ufer der Saale in Jena. Der Fund der Leiche bringt den inzwischen dritten Fall des Thüringen-Krimis "Theresa Wolff" am Samstag (6. Mai) um 20.15 Uhr im ZDF ins Rollen (schon jetzt kann der Film in der ZDF-Mediathek gestreamt werden). Soweit, so gewöhnlich. Die Ermittlungen aber dürften nicht wenige Zuschauende auf ungewohntes Terrain führen.

Bereits bekannt dürfte dem Publikum die unironische und eigenwillige Art sein, mit der die titelgebende Gerichtsmedizinerin auch in dieser Folge Kolleg*innen irritiert. Unsympathisch macht sie das nicht. Das liegt sicherlich auch am Spiel von Nina Gummich ("Alice"). Der "Charité"-Star verleiht der nüchternen Wissenschaftlerin eine unerwartete Wärme. Diese zeigt sich auch im Umgang mit den Toten, mit denen die Forensikerin spricht, als könnten sie noch antworten.

Trans-Aufklärung im Krimi

Bei der Arbeit an dem neuen Fall kommen der Medizinerin ihre überragende fachliche Expertise und ihre Menschenkenntnis zugute. Auch Respekt und Einfühlungsvermögen sind gefragt, denn der Tote (Rafael Gareisen) am Flussufer wurde bei Geburt als Frau deklariert. Dass die nach strikter Tradition geführte, schlagende Studentenverbindung, zu der der Tote gehörte, mit dessen Transgeschlechtlichkeit ein Problem gehabt haben dürfte, scheint auf der Hand zu liegen.


Patrik Kempter (Rafael Gareisen, r.) ist in einer Pfütze ertrunken. Er hat weder Portmonee, noch eine Jacke bei sich. Theresa Wolff (Nina Gummich, l.) vermutet zunächst ein Raubverbrechen (Bild: ZDF / Felix Abraham)

Vor allem in den Dialogen zeigt sich die Mühe der Serienschaffenden um einen umsichtigen Umgang mit dem queeren Thema. Dabei greift der Krimi auch Argumente aus der politischen Debatte über das Selbstbestimmungsgesetz auf.

Selbst Hauptkommissar Lewandowski lernt dazu

Wolff selbst lässt keinen Zweifel daran, dass der Tote schon immer ein Mann war und erklärt Hauptkommissar Lewandowski (Aurel Manthei) den langen Weg einer Geschlechtsangleichung. "Verstehe; versuch' ich zumindest", antwortet der Ermittler und wird im Laufe des Falles anscheinend tatsächlich verständiger.


Theresa Wolff (Nina Gummich) hilft Bruno Lewandowski (Aurel Manthei) bei den Ermittlungen (Bild: ZDF / Felix Abraham)

Auch dem von der Transition des eigenen Kindes enttäuschten Vater des Toten bietet Wolff schließlich Paroli, als dieser meint, dass Eltern ihr Kind im Zweifel auch vor sich selbst schützen müssten. Nach dem Gespräch mit dem Vater seufzt die Medizinerin: "Als Kind spüren, dass man in seinem eigenen Körper nicht zuhause ist: Das zugeben und daraufhin gar kein Zuhause mehr haben… uff, Menschen." (cw/dpa)

-w-

#1 LothiAnonym
  • 03.05.2023, 07:58h
  • Die Protagonistin gefällt schon mal. Erinnert mich an dem makabren Krimi mit A.M.Mühe Totenfrau.
    Denn sie redete auch mit den Toten.
    Werde ich mir ansehen.
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#2 StaffelbergblickAnonym
  • 03.05.2023, 10:47h
  • Rechtsmedizinerin redet mit den Toten ... Na ja bis zu einem gewissen Punkt kann ich mir das gut vorstellen. Solange der Körper noch vollkommen intakt ist. Aber bei den nachfolgenden Schnitten zur Eröffnung des Körpers oder gar bei der Gehirnentnahme mit Aufsägen des Schädels ... stelle ich mir das "etwas komisch" vor.
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#3 LothiAnonym
  • 03.05.2023, 14:59h
  • Antwort auf #1 von Lothi
  • Ich habe diesen Krimi heute angesehen und war angenehm überrascht was da so an Informationen zum Thema für die Zuschauer*innen bereitgehalten wurde. Zu kurz gegriffen fand ich. Aber wenn ich 6 Punkte zu vergeben hätte, bekäme dieser Film 4+
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