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Potsdam

Protest verhinderte AfD-Rede bei Hissung von Pride-Flagge am Brandenburger Landtag

Einhundert Demonstrant*innen pfiffen so lange, bis die Redezeit von Birgit Bessin vorrüber war. Die erwartete AfD-Hetzrede zum IDAHOBIT blieb somit aus.


Birgit Bessin im Jahr 2018 im Hof des Potsdamer Landtags anlässlich einer Flaggenhissung zum Tag gegen Gewalt gegen Frauen (Bild: Screenshot / Youtube)
  • 17. Mai 2023, 14:09h 23 2 Min.

Wie am Dienstag berichtet, war für die Hissung einer Pride-Flagge am Brandenburgischen Landtag anlässlich des Internationalen Tags gegen Homo-, Bi, Inter- und Transphobie auch eine Rede der AfD-Frau Birgit Bessin angekündigt.

Dazu soll es nach dpa-Informationen nun aber nicht gekommen sein. Etwa einhundert Menschen protestierten demnach in Potsdam gegen die angekündigte Rede der AfD-Frau mit bunten Fahnen und Transparenten. Beobachtet hatte das eine Reporterin der Presseagentur.

Fünf Minuten lang ausgepfiffen

Bessin wurde demnach fünf Minuten lang ausgepfiffen und damit so lange, wie ihre Redezeit betragen hätte. "Das ist ein starkes Stück", sagte Bessin in einer ersten Reaktion. Ein auf Twitter verbreitetes Foto zeigt die Situation:

Twitter / chri28 | Foto von verhinderter Bessin-Rede auf Twitter
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Fotos von den Demonstrierenden verbreitete zudem der Twitter-Account der Linken-Fraktion im Landtag von Brandenburg:

Twitter / linke_ltbb | Die Fotos zeigen die Demonstrant*innen, die wegen der angekündigten AfD-Rede gekommen waren
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Auf Facebook beklagte Bessin zudem "Ausgrenzung im Landtag", die "heute sogar geduldet" werde. Der Grund: Ein Protestplakat gegen die AfD, die in einem Fenster angebracht wurde. Gestern hatte der LSVD Berlin-Brandenburg dazu aufgerufen, zur Flaggenhissung zu kommen und ein Zeichen zu setzen.


(Bild: Screenshot / Facebook Birgit Bessin)

Mit dem Hissen der Regenbogenfahne würdigt der Landtag seit 2019 jedes Jahr den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi, Inter- und Transphobie. Nach Angaben des Landtags hatten sich die Fraktionen darauf geeinigt, dass zu Gedenktagen reihum Redner*innen entsandt werden. In diesem Fall war Bessin an der Reihe, die auch stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD im Landtag ist. Die Präsidentin des Landtags, Ulrike Liedtke, verteidigte am Dienstag Abend gegenüber queer.de die Ansetzung des Tagesordnungspunktes mit der AfD-Rede.

Regenbogenfahne mit Müll verglichen

Dass die Demonstrant*innen allen Grund hatten, gegen die Rede Sturm zu laufen, zeigt sich nicht nur anhand der Liste queerfeindlicher Ausfälle der AfD-Frau. Sie hatte das Ende der Finanzierung queerer Vereine und Projekte durch den Landtag gefordert, sah die "heterosexuelle Mehrheit" und die "traditionelle Familie" "diskriminiert", machte sich über Ausgrenzungserfahrungen von Queers lustig oder verbreitete Falschinformationen über das Selbstbestimmungsgesetz.

Dennis Hohloch, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion, kommentierte die Flaggenhissung am Mittag in einer Instagram-Story. Ein von ihm verbreitetes Foto zeigt dabei die Regenbogenfahne am Fuß des Fahnenmastes sowie eine Müll- bzw. Plastiktüte, in der sie aufbewahrt worden war. Dazu schrieb der AfD-Mann: "Noch ist die Flagge, wo sie hingehört" und ergänzte das Ganze mit einem Clowns-Symbol. (dpa/jk)


(Bild: Screenshot / Instagram Dennis Hohloch)