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Italien

Queer­feindlicher Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi ist tot

Sivlio Berlusconi bestimmte über Jahrzehnte die Politik Italiens – und sorgte dabei mit queerfeindlicher Politik und Machosprüchen auch dafür, dass Italien bei der LGBTI-Gleichbehandlung gegenüber den anderen westeuropäischen EU-Staaten den Anschluss verpasst hat.


Silvio Berlusconi bestimmte in den letzten Jahrzehnten wie kaum ein anderer die italienische Politik (Bild: Global Panorama / flickr)

  • 12. Juni 2023, 09:16h 13 2 Min.

Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist nach übereinstimmenden italienischen Medienberichten am Montag gestorben. Der 86-Jährige hatte sich seit Freitag in der Mailänder Klinik San Raffaele befunden. Berlusconi litt an einer chronischen Form der Leukämie.

Erst kürzlich war er wegen seiner Erkrankung und einer Lungenentzündung behandelt worden. Er lag rund zwei Wochen auf der Intensivstation, konnte die Klinik aber nach sechseinhalb Wochen wieder verlassen.

Berlusconi war Unternehmer (Fininvest) und mit einem Milliardenvermögen einer der reichsten Menschen Italiens. Vier Mal übte er das Amt des italienischen Ministerpräsident aus (1994 bis 1995, 2001 bis 2005, 2005 bis 2006 und 2008 bis 2011). Der Konservative begründete den Berlusconismus, eine moderne Form des Populismus in Italien. Dabei arbeitete er auch mit Neofaschist*­innen zusammen, was zuvor als Tabu gegolten hatte. Seine Partei "Forza Italia" ist Mitglied der Europäischen Volkspartei, zu der auch CDU und CSU gehören. In seiner Politik setzte Berlusconi auch immer wieder auf Queer­feindlichkeit. So erklärte er als Regierungschef, dass Homo-Paare "nie auf einer Stufe mit Familien" stehen könnten (queer.de berichtete).

Zudem machte er sich wiederholt über Schwule lustig. Für besondere Kritik sorgte etwa ein Machospruch aus dem Jahr 2010: "Es ist besser, leidenschaftlich über schöne Mädchen zu sein, als schwul", sagte er damals (queer.de berichtete). Zum Teil machte er auch widersprüchliche Äußerungen – so lobte er etwa die deutsche Lebenspartnerschaft (queer.de berichtete).

Letztes Jahr heiratete Francesca Pascale, die langjährige Freundin Berlusconi, eine Frau (queer.de berichtete). Berlsconi war bis 2020 mit Pascale liiert – in Italien wurde während der Beziehung gemunkelt, dass er seine queerfeindlichen Tiraden zurückgefahren habe, weil sie als liberal gilt. (cw)

-w-

#1 StaffelbergblickAnonym
  • 12.06.2023, 11:55h
  • das ist aber schade ... da gab es doch immer Berichte zu so schönen hemmungslosen Parties.
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#2 EuropäerAnonym
  • 12.06.2023, 12:05h
  • Antwort auf #1 von Staffelbergblick
  • Es ist zwar heikel, in solchen Situationen zu scherzen, aber mein erster Gedanke war auch, "Na was machen denn jetzt die jungen Mädels?" ... Stichwort "Bunga-Bunga" ;). Er war einfach ein Nimmersatt ;).
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#3 _Patrick_Ehemaliges Profil
  • 12.06.2023, 12:11h
  • Ich empfehle, die kommenden Nachrufe aus der ersten Reihe deutscher und europäischer Politik zu lesen, die nun Lobeshymnen auf seine Staatsmännigkeit singen werden. Das sind jedenfalls für mich, aus der Erfahrung vergangener Nachrufe heraus, immer erleuchtende Einblicke in die Innerlichkeiten unserer Politiker:innen, die für die sogenannte demokratische, bürgerliche Mitte sprechen. Wobei es zu erwähnen gilt, dass seine Queerfeindlichkeit bei der Gesamtbetrachtung seines "Schaffens" nur ein winziger Stein im großen, hässlich verfärbten Mosaik ist. Ein Mann, der die unabhängige Justiz das Krebsgeschwür der Demokratie nannte.
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