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Nach Predigt von Nikola Eterović in Aachen
Katholischer LGBTI-Verband wirft Papst-Botschafter Queerfeindlichkeit vor
Der vatikanische Botschafter in Deutschland verbreitet Queerfeindlichkeit – und gerate damit "in gefährliche Nähe zu rechtspopulistischen Kräften", so das Katholische LSBT+-Komitee.

Nikola Eterović stellte in Aachen klar, dass queere Menschen keine gute Katholikinnen und Katholiken sein können (Bild: Deutsche Bischofskonferenz / Kopp)
- 13. Juni 2023, 10:24h 2 Min.
Queere Katholik*innen haben den Botschafter des Vatikans in Deutschland, Nikola Eterović, wegen Äußerungen bei der Heiligtumsfahrt in Aachen kritisiert. "Die Predigt des Bischofs enthält für queere Menschen keine Worte des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe", teilte Markus Gutfleisch, Co-Sprecher des Katholischen LSBT+-Komitees, am Dienstag mit. "Das Katholische LSBT+-Komitee ist entsetzt, dass die katholische Kirche erneut in gefährliche Nähe zu rechtspopulistischen Kräften gerät, die geschlechtliche Vielfalt als Angriff auf die Familie konstruieren anstatt unterschiedliche Lebens- und Beziehungsformen anzuerkennen."
Nuntius Eterović, der diplomatische Vertreter des Heiligen Stuhls in Berlin, hatte in einer Predigt bei der Aachener Pilgerfahrt am vergangenen Sonntag Papst Franziskus mit den Worten zitiert, der Mensch habe eine Natur, "die er nicht beliebig manipulieren" könne. Weiter zitierte er den Papst mit den Worten: "Eben deswegen ist die Einstellung dessen nicht gesund, der den Anspruch erhebt, den Unterschied zwischen den Geschlechtern auszulöschen, weil er sich nicht mehr damit auseinanderzusetzen versteht." Eterović selbst betonte: "Die katholische Kirche hat diese Lehre stets in Treue zum Herrn verkündet und alten wie neuen Angriffen auf die Familie standgehalten, welche die Urzelle von Kirche und Gesellschaft ist."
Gutfleisch sagte dazu, von Papst Franziskus gebe es auch ganz andere, wertschätzende Äußerungen. Eterović picke sich aber gezielt das heraus, was die heterosexuelle Ehe als die einzig erlaubte Beziehungsform hinstelle. Ein inhaltlicher Bezug zu der Heiligtumsfahrt sei im Übrigen nicht erkennbar.
Der Aachener Bischof Helmut Dieser, der Homosexualität letztes Jahr als "gottgewollt" bezeichnet hatte, reagierte lockerer auf die queerfeindlichen Äußerungen von Eterović: "Das war nicht anders zu erwarten. Der Nuntius vertritt – und muss vertreten – die offizielle römische Linie, aber er hat es nicht aggressiv getan", sagte er gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur. (dpa/cw)
















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