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Kritik

Berlin: Babylon-Kino zeigt Doku von Homo-Hasser

In der Bundeshauptstadt gibt es Proteste gegen die Aufführung des "Propagandafilms" eines evangelikalen Hardliners, der queere Rechte ablehnt und sogar den Holocaust verharmlost.


Das Babylon ist Teil eines denkmalgeschützten Gebäudekomplexes am Rosa-Luxemburg-Platz gegenüber der Volksbühne (Bild: Jörg Zägel / wikipedia)

  • 13. Juni 2023, 12:13h 2 2 Min.

Am Freitag soll im Kino Babylon in Berlin-Mitte der umstrittene Film "Buying Her" des US-Filmemachers Benjamin Nolot gezeigt werden. Die Doku beschäftigt sich mit Kunden von Prostitution – und wirbt für ein Verbot des Sexgewerbes. Umstritten ist dabei vor allem der Macher: Nolot ist ein evangelikaler Aktivist, der etwa aus seiner Abneigung gegen queere Menschen nie einen Hehl gemacht hat.

"Am 16.6. soll im @BABYLON_Berlin der Propagandafilm 'Buying Her' des Evangelikalen Benjamin Nolot seine Premiere feiern. Nolot ist CEO und Gründer von Exodus Cry, einer christlichen Sekte mit Links zu Trump, Nazis und aggressiv gegen LGBTQ, Abtreibung und Sexarbeitende", kritisierte etwa die Berliner Organisation "Sex Worker Action Group", die sich für die Rechte von Sexarbeitenden einsetzt.

/ SWAG_Berlin
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Das Babylon-Kino, das immer wieder auch queere Inhalte zeigt, möchte sich zu dem Vorfall offenbar nicht äußern: Die Presseabteilung hat auf eine queer.de-Anfrage vom Montag bislang nicht reagiert.

Homosexualität ein "unaussprechliches Vergehen gegen Gott"

Nolot hat mit extremen Positionen immer wieder für Aufregung gesorgt. 2013 erklärte er etwa auf Twitter: "Ich lehne homosexuelle Ehen ab, weil das ein unaussprechliches Vergehen gegen Gott und seinen Entwurf der Ehe von einem Mann und einer Frau ist." Im selben Jahr bezeichnete er auch Abtreibungen als "modernen Holocaust". Die letzten Jahre versuchte er, sein Image aufzubessern, und erklärte etwa, dass er sich für die "Rechte aller Menschen" einsetze.

Nolots Organisation Exodus Cry, die sich vordergründig gegen Sexhandel engagiert, kam 2020 in die Schlagzeilen, als sie zu den geförderten Projekten von Schauspielerin Melissa McCarthy gehörte. Sie wollte damals mit "20 Days of Kindness" Organisationen fördern, die sich für die gute Sache einsetzen, darunter etwa auch die queeren Gruppen Human Rights Campaign und The Trevor Project. Als sie von den queerfeindlichen Ansichten des Exodus-Cry-Chefs hörte, zog sie aber die Reißleine und entschuldigte sich öffentlich auf Instagram. (dk)

-w-

#1 la_passanteAnonym
  • 14.06.2023, 10:13h
  • Nicht zu fassen. Und boycottwürdig.
  • Direktlink »
#2 CptnNemoAnonym
  • 15.06.2023, 19:45h
  • "Die Doku" ist keine.

    Schaut man den Trailer, könnte man manche Szenen noch für authentisch halten; die mit Kinoqualität fallen gleich als inszeniert auf.

    Eine Filmbesprechung ist nicht einmal auf Englisch zu finden, allerdings eine setlist, die alle im Film auftretenden Personen als Schauspieler ausweist.

    Wir hatten so einen Fall vor ein paar Jahren in Deutschland: "Lovemobil" von Elke Lehrenkrauss, mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis prämiert - dann allerdings als zu 95% gescripted enttarnt. Immerhin missbraucht "Buying her" nicht Laienschauspieler als vermeintlich echte Freier und Zuhälter, die sich danach ihren Mitmenschen in der Provinz gegenüber zu rechtfertigen hatten (sie glaubten, in einem Spielfilm mitzuwirken).
    Die US-Produktion ist die ehrlichere Fälschung, insofern sie lediglich das Etikett "Doku" irreführend verwendet.

    Die Szene der organisierten GegnerInnen der Sexarbeit kann ohne Täuschungen nicht operieren, was die Erfindung von "Zeuginnen der Anklage" einschließt. Zum Glück kochen sie überwiegend im eigenen Saft, jedenfalls diesmal. Weitere Vorführungen in Berlin, oder Deutschland sind nicht geplant, und die Veranstaltung wird wohl keine zufällig interessierten Gäste haben.

    Dem Podium der begleitenden "Diskussion", inklusive eines leibhaftigen Offiziers der Heilsarmee (Kapitänsrang) wünsche ich einträchtiges Beisammensein - Ahoi!
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