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Ermittlungen wegen Brandstiftung
Haus des "Kannibalen von Rotenburg" abgebrannt
Die Staatsanwaltschaft Fulda ermittelt gegen zwei Jugendliche, die das frühere Haus des als "Kannibalen von Rotenburg" bekannt gewordenen Mannes angezündet haben sollen. Der Bürgermeister will einen "Wallfahrtsort" verhindern.

Das Haus des "Kannibalen von Rotenburg" vor der Zerstörung durch einen Band am 17. April (Bild: michael.k.la / instagram)
- 15. Juni 2023, 02:26h - 2 Min.
Nach dem Brand im früheren Wohnhaus des als "Kannibalen von Rotenburg" bekannt gewordenen Mannes ermittelt die Staatsanwaltschaft Fulda gegen zwei Jugendliche als Tatverdächtige. Festnahmen habe es nicht gegeben, sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde am Mittwoch. Derzeit werde den durch Anwält*innen vertretenen Beschuldigten rechtliches Gehör gewährt. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.
Aus ermittlungstaktischen Gründen machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben darüber, was auf die Spur der mutmaßlichen Brandstifter geführt hat. In dem Ermittlungsverfahren gehe es um insgesamt vier Brände, die zwischen dem 6. und dem 17. April in Alheim-Heinebach sowie Rotenburg-Wüstefeld gelegt worden sein sollen.
Ehemaliger Besitzer sitzt seit Ende 2002 im Gefängnis
Das in der mutmaßlichen Serie zuletzt abgebrannte Haus in Rotenburg an der Fulda (Kreis Hersfeld-Rotenburg) stand seit Jahren leer. Der ehemalige Bewohner wurde wegen Mordes und Störung der Totenruhe zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der Computertechniker hatte im Jahr 2001 einen Internet-Bekannten getötet, zerlegt und Teile des Körpers gegessen.
Das dreistöckige Fachwerkhaus wurde vollständig zerstört. Als die Einsatzkräfte eintrafen, hatte das Haus laut Polizei bereits in Vollbrand gestanden. Die Feuerwehr habe es nur noch kontrolliert abbrennen lassen können. Verletzt wurde dabei niemand, allerdings entstand ein Schaden im unteren sechsstelligen Bereich. Brandstiftung schlossen die Ermittler schon zu Beginn nicht aus.
Bürgermeister beklagte "Pilgerfahrten" zum Haus
Die Stadt Rotenburg kündigte kurz nach dem Brand an, die Ruine dauerhafte entfernen zu wollen. Es dürfe kein "Wallfahrtsort entstehen", sagte Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald (CDU). Die Zerstörung des Hauses werde hoffentlich auch den "Pilgerfahrten" von Menschen ein Ende setzen, die aus rituellen Gründen oder aus Neugier das leer stehende Fachwerkhaus regelmäßig besucht hätten. (cw/dpa/AFP)












