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Evangelische Kirche

"Gott ist queer": Pastor verteidigt Kirchentags-Predigt

Nach Quinton Ceasars Plädoyer für einen aktiven Einsatz gegen Ausgrenzung hagelte es Hassbotschaften. Die Predigt würde er wieder halten, betonte er jetzt.


Ceasar bei der Predigt am Sonntag (Bild: Screenshot BR)

Die Abschlusspredigt des Evangelischen Kirchentags in Nürnberg sorgt auch Tage später noch für Diskussionen und Hass. Pastor Quinton Ceasar hatte am Sonntag auf dem Hauptmarkt vor rund 25.000 Menschen gepredigt. Dabei sagte er unter anderem den Satz: "Gott ist queer."

Er habe damit in bestimmten Teilen der Gesellschaft einen Nerv getroffen, sagte Ceasar am Donnerstag dem Deutschlandfunk. "Gott sprengt ja selber die Zweigeschlechtlichkeit in vielen Stellen der Bibel und deshalb ist es für mich kein Satz, der provozieren muss", so der in Südafrika geborene Pastor aus Wiesmoor (Ostfriesland), der nach der Predigt viele queerfeindliche und rassistische Botschaften erhalten hatte. Gott sei viel größer, als "wir uns das vorstellen können".

Direktlink | Der Abschlussgottesdienst wurde u.a. vom BR übertragen. Ceasars Predigt beginnt in der 28. Minute. Auch das Video bei Youtube erhielt etliche Hasskommentare
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Dem Sender sagte Ceasar, dass er überwiegend positive Rückmeldungen auf seine Predigt bekommen habe. Einige wenige Kommentare seien jedoch sehr laut "und an vielen Stellen ziemlich schrecklich" gewesen. "Kein Teil meiner Predigt war nicht einladend", sagte er weiter. Der Satz "Gott ist queer" sei auch eine Absage an patriarchale Strukturen.

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"Ich würde diese Predigt genau so wieder halten, viele Menschen haben daran mitgeschrieben, sie erträumen sich eine Kirche und diese Menschen haben mir den Mut gegeben", so Ceasar. Er bekomme von Menschen aller Altersstrukturen positive Rückmeldungen, von Menschen, die sich in ihrer Kirche gesehen fühlten.

/ kirchehannovers
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Der Kirchentag stand unter dem Motto "Jetzt ist die Zeit: Hoffen. Machen." Ceasar forderte in der Predigt unter anderem einen aktiven und jetzigen Einsatz gegen Rassismus, Queerfeindlichkeit oder den Klimawandel. Auch sein Satz "Wir sind alle die Letzte Generation" sorgte für Hassbotschaften.

Kirchentags-Leitung beklagt Hasskommentare

Die Kirchentags-Leitung hatte tags zuvor in einer Mitteilung darauf hingewiesen, dass die Predigenden vom Sonntag "einer Welle von Hasskommentaren" ausgesetzt seien. Betroffen sei vor allem Ceasar, aber auch Alexander Brandl und Constanze Pott, die bei einem weiteren, kleineren Abschlussgottesdienst des Kirchentags gesprochen hatten. "Der Kirchentag war ein Ort des Dialogs. Das ist gut so. Unsere Gesellschaft braucht diese Form des respektvollen und offenen Austausches dringend. Umso bitterer ist es nun, mitanzusehen, wie viele Menschen unseren Schlusspredigern ebendiesen Respekt versagen", teilten Kirchentags-Präsident Thomas de Maizière und Generalsekretärin Kristin Jahn mit.

In der Kirchentags-Mitteilung hieß es, Ceasar habe Rassismus angeprangert und deutlich gemacht: Viele Menschen fühlten sich in der Kirche nicht sicher. Niemand müsse den Aussagen der Predigten oder den Elementen der Schlussgottesdienste zustimmen. "Austausch und selbst produktiver Streit darüber sind sogar erwünscht – auch unter uns. Aber Angriffe auf jene, die berechtigt Rassismus und Diskriminierung in der Kirche anprangern, entbehren jeder Form von Anstand und Streitkultur, sie sind zutiefst unchristlich. Wir stellen uns diesem Hass entschieden entgegen." (cw/dpa)

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#1 RosmullahAnonym
  • 15.06.2023, 20:08h
  • Was nicht existiert, kann auch nicht queer sein.
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#2 ConstantinAnonym
  • 15.06.2023, 21:01h
  • Antwort auf #1 von Rosmullah
  • Stimmt, falls Gott nicht existiert, ist Gott auch nicht queer.
    Aber sei doch einfach froh, dass dieser Pfarrer gegen Hass predigt und tausende Gläubige applaudieren, und hör auf, anderen deinen Antitheismus aufzuzwingen. Das Resultat davon ist nämlich, dass sich gläubige Menschen in queeren Kreisen unwillkommen fühlen. Als ob wir noch mehr Ausgrenzung bräuchten. Wir müssen als Community zusammenstehen, und dazu gehört es auch, Verschiedenheit z.B. im Bezug auf Weltanschauung auszuhalten und respektvoll miteinander umzugehen.
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#3 RosmullahAnonym
  • 15.06.2023, 21:25h
  • Antwort auf #2 von Constantin
  • Danke, ich ziehe es dennoch vor, mich von religiösen Glauben scharf abzugrenzen. Religion hat uns einfach viel zu sehr geschadet, als dass das je wieder gutgemacht werden könnte. Wer heute noch an Gott glaubt, ist einfach nur kindisch oder in komplettem Selbstbetrug gefangen.
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