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Niedersachsen
Die neuen Ampelpärchen in Göttingen leuchten nur bei Grün
Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) weihte am Donnerstag die ersten Vielfaltsampeln in Göttingen ein. Für die Kosten in Höhe von rund 1.500 Euro wollte die Stadt nicht aufkommen – sie kamen durch Spenden zusammen.

Die Stadt Göttingen möchte mit den neuen Ampelscheiben ein Zeichen für Vielfalt setzen
- 16. Juni 2023, 02:42h 2 Min.
In Göttingen wurden am Donnerstag sogenannte Vielfaltsampeln mit schwulen, lesbischen und heterosexuellen Ampelpärchen eingeweiht. Sie befinden sich am Geismar Tor sowie am Weender Tor in der Innenstadt.
Die Lampen wurden im Beisein von Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt umgebaut. "Göttingen steht für Vielfalt, unsere Stadt ist bunt, daher freue ich mich, dass wir das mit diesen Ampelfiguren nun noch deutlicher zum Ausdruck bringen", erklärte die SPD-Politikerin zur Einweihung.
Für die neue Optik wurden Schablonen vor die grünen Leuchten montiert. Es werden zwei Menschen dargestellt, die sich an der Hand halten und laufen. Zwischen den beiden Piktogrammen ist ein Herz abgebildet.
"Grün steht für losgehen, für Aufbruch; Rot für anhalten, Stillstand"
Die neuen Ampelpärchen waren im Dezember 2022 vom Göttinger Rat beschlossen worden. Da die Stadt für die Umrüstung jedoch kein Geld zur Verfügung stellen wollte, startete der private "Arbeitskreis Ampelmenschen" einen Spendenaufruf. Dabei kamen rund 1.500 Euro zusammen, für die insgesamt 30 Ampelscheiben angeschafft werden konnten.
In Göttingen sind die neuen Ampelpärchen nur bei einer Grünphase zu sehen. "Grün steht für losgehen, für Aufbruch; Rot für anhalten, Stillstand", erklärte dazu Baudezernent Frithjof Look. "Wir wollen auch die Symbolik der Farbe nutzen, um deutlich zu machen, dass wir als Stadt auch in diesem Punkt vorangehen."
Wien machte 2015 den Anfang
Die ersten gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen wurden 2015 im Vorfeld des Eurovision Song Contests in Wien installiert (queer.de berichtete). Das führte zu weltweiter Berichterstattung, was die österreichische Hauptstadt dazu brachte, die eigentlich zeitlich begrenzte Aktion fortzusetzen. In Folge galt die Aktion für viele weitere Städte auch als vergleichsweise günstige Werbemaßnahme, um Schlagzeilen zu generieren und queere Tourist*innen anzuziehen. Die Idee wurde seitdem von mehreren Städten in Deutschland, Europa und sogar in Australien übernommen (queer.de berichtete).
Im März sorgte die Installation von gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen in Saarbrücken für eine Hass-Welle gegen CDU-Oberbürgermeister Uwe Conradt (queer.de berichtete). Seitdem wurden auch queere Ampeln in Bielefeld und Darmstadt eingeweiht. Diese Woche hat sich auch ein Ausschuss in Hildesheim für die Einführung von Ampelpärchen ausgesprochen. (mize/dpa)















Nochmal gefragt: Wo bleibt endlich derselbe Aktionismus in der Bundeshauptstadt von Seiten der Politik? Ok, Berlin hat zurzeit ganz andere Probleme. Fragen wird man ja wohl noch dürfen gelle Herr Wegener? Jetzt der Oberste Mann in d. Stadt. Wir warten schon zu lange das mehr als nur Zeichen gesetzt werden.