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CDU-Grundsatzkonvent

LSU kritisiert Pechstein-Rede – Merz lobt "brillanten" Auftritt

Bei ihrer rechtspopulistischen Rede in Uniform beim CDU-Grundsatzkonvent äußerte sich die Eisschnellläuferin und Bundespolizistin Claudia Pechstein am Samstag auch abwertend über gleichgeschlechtliche und alleinerziehende Eltern.


Claudia Pechstein, Olympiasiegerin im Eissschnelllauf, spricht in ihrer Uniform als Bundespolizistin beim CDU-Grundsatzkonvent (Bild: Screenshot phoenix)
  • 19. Juni 2023, 05:40h 54 3 Min.

Die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) haben die Rede von Olympionikin Claudia Pechstein am Samstag beim CDU-Grundsatzkonvent in Berlin kritisiert. "Liebe Fr. #Pechstein, alle Kinder, egal ob sie in einer tradit. Familie, bei Alleinerziehenden oder in Regenbogenfamilien aufwachsen, müssen die gleichen Chancen und Rechte haben", schrieb die LSU am Sonntag auf Twitter. "Wir als LSU setzen uns dafür ein, dass die #CDU die Partei ALLER Kinder u. Familien ist u. bleibt."

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In ihrer Rede hatte sich die Eisschnellläuferin und Bundespolizistin abwertend über gleichgeschlechtliche und alleinerziehende Eltern geäußert. "Die Kinder hierzulande wollen nicht nur einen guten Job, eine heile Familie, eine traditionelle Familie, sie wollen Mama und Papa", sagte Pechstein wörtlich. "Die Familienpolitik der Christlich-Demokratischen Union sollte sich grundsätzlich zuallererst mit der traditionellen Familie beschäftigen."

Verstoß gegen die Neutralitätspflicht kritisiert

In ihrer in Polizeiuniform vorgetragenen Rede hatte Pechstein zunächst für eine Stärkung des Vereins- und Schulsports geworben, setzte anschließend jedoch fast ausschließlich auf Ressentiments gegen Minderheiten. So müssten für mehr Sicherheit im Alltag abgelehnte Asylbewerber*innen sofort abgeschoben werden. Öffentliche Verkehrsmittel "ohne ängstliche Blicke" nutzen zu können, gehöre zu Problemen, die besonders Ältere und Frauen belasteten. Verbesserungen dort sollten wichtiger sein, "als darüber nachzudenken, ob wir ein Gendersternchen setzen oder ob ein Konzert noch deutscher Liederabend heißen darf oder ob es noch erlaubt ist, ein Z***schnitzel zu bestellen."

Direktlink | Die komplette Rede von Claudia Pechstein
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Die rechtspopulistische Rede in Uniform hatte am Wochenende heftige Kritik ausgelöst. Beamt*innen unterliegen nach dem Beamtenstatusgesetz der Neutralitätspflicht. Die Bundespolizei leitete in der Folge eine dienstrechtliche Prüfung ein.

Claudia Pechstein würde es wieder tun

Pechstein selbst wies die Kritik an ihrem Auftritt zurück. Die Eisschnellläuferin sagte der "Bild"-Zeitung, sie sei kein CDU-Mitglied, sondern bei der CDU zu Gast gewesen – "und zwar als Sportlerin, Beamtin und Bundespolizistin". Gemäß Polizeidienstvorschrift sei das Tragen der Uniform außerhalb des Dienstes erlaubt und nur bei Krankheit oder der Ausübung eines öffentlichen Ehrenamtes verboten, sagte sie weiter. "Ein ausdrückliches Verbot des Uniformtragens auf Parteiveranstaltungen besteht nicht", so Pechstein.

Pechstein sagte der "Bild" weiter, es sei ihr eine Ehre, die Uniform zu tragen und sie würde dies auch wieder tun. Ihren eigenen Angaben zufolge hatte Pechstein laut "Bild" im Vorfeld des Auftritts sowohl einen Gewerkschaftsvertreter der Bundespolizei als auch einen Vorgesetzten angefragt. Der Auftritt in Uniform sei ihr freigestellt worden, so Pechstein.

Merz sprach von einem "brillanten" Auftritt Pechsteins

Davor hatte bereits CDU-Chef Friedrich Merz die Kritik zurückgewiesen. Er sprach am Samstagabend von einem "brillanten" Auftritt Pechsteins. Sie habe aus ihrer Erfahrung gesagt, wie wichtig Vereine und Breitensport seien. Ihm ginge es nicht um das Äußere, sondern um den Inhalt. "Der war wirklich interessant und der hat uns auch ein Stück motiviert, in diese Richtung weiterzuarbeiten."

Claudia Pechstein gewann bei Olympischen Winterspielen unter anderem fünfmal die Goldmedaille. Die Sportlerin war 2021 für die CDU in Berlin bei der Bundestagswahl angetreten, jedoch nicht ins Parlament eingezogen. (cw/dpa)

-w-

#1 LothiAnonym
  • 19.06.2023, 08:01h
  • Das der Merz dabei einer abgegangen ist, war zu erwarten, passt alles zu seinem Kalkül.
    Über die Person Pechstein bin ich maßlos enttäuscht.
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#2 Der SüdländerAnonym
  • 19.06.2023, 08:20h
  • Die schafft es nicht, einen einzigen Satz ohne Versprecher vom Blatt zu lesen.
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#3 agneta
  • 19.06.2023, 08:37h
  • Die nächste, die von der traditionellen Familie spricht, aber für sich selbst natürlich nicht. Also so wie Weidel und Storch.
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