https://queer.de/?45986
"Bock auf Rimming?"
Österreich: FPÖ zeigt Regierung wegen Safer-Sex-Kampagne an
Die FPÖ wirft Österreichs Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) wegen der harmlosen Präventionskampagne "Ja. SAFE!" Verbreitung von Pornografie vor. Der Fokus liege "auf der Bewerbung der Sex-Praktiken", so die Rechtsaußenpartei.

Die geschockte FPÖ-Abgeordnete Rosa Ecker musste erst einmal googeln, was "Rimming" überhaupt bedeutet (Bild: Pressestelle BFK Urfahr-Umgebung / wikipedia)
- 19. Juni 2023, 08:45h 3 Min.
Die extrem rechte österreichische Oppositionspartei FPÖ sieht in einer neuen Safer-Sex-Kampagne des Gesundheitsministeriums einen Verstoß gegen das Pornografiegesetz. Die FPÖ-Abgeordnete Rosa Ecker erstattete deshalb Strafanzeige gegen Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne). "Diese Kampagne ist ein Skandal", empörte sich Ecker. "Unter dem Deckmantel des Gesundheitsschutzes und auf Steuerzahlerkosten macht der grüne Gesundheitsminister im Grunde genommen nichts anderes als Werbung für diverse Sexualpraktiken."

Ein Bierdeckel der Kampagne "Ja. SAFE!"
Die Kampagne "Ja. SAFE!" mit Plakaten, Postkarten und Bierdeckeln hatte das Gesundministerium zum Pride Month gestartet. Auf den bunten Motiven sind keine erotischen Fotos zu sehen, sondern lediglich Tierköpfe und knackige Fragen wie "Spitz auf Doggy?", "Scharf auf Scissoring?", "Bock auf Rimming?" oder "Lust auf Lecken?". Die Antwort lautet jeweils: "Ja. Safe!"
Mit der Kampagne will das Gesundheitsministerium mehr Bewusstsein im Umgang mit sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten schaffen. Zudem wird die Notwendigkeit von Konsens beim Sex und anderen Formen von Intimität hervorgehoben. Die unterschiedlichen Motive kommen vor allem in Clubs und Bars zum Einsatz.
Ecker beklagt "'Enttabuisierung' wenig bekannter Sexualpraktiken"
Mit der Kampagne würden die "landläufig wenig bekannten Begriffen wie 'Rimming', 'Doggy' oder 'Scissoring' beworben", beschwerte sich Ecker in einer offiziellen Parlamentsanfrage (PDF). Zur Vermeidung der Übertragung der Krankheiten werde keine Information vermittelt, log die FPÖ-Politikerin, obwohl es etwa auf der Rückseite der Postkarten weitere Informationen gibt.

Rückseite der Postkarte "Lust auf Lecken?"
"Vielmehr scheint die 'Enttabuisierung' wenig bekannter Sexualpraktiken bzw. das Bewerben dieser Praktiken im Vordergrund zu stehen", empörte sich die 54-jährige FPÖ-Politikerin weiter. Es bestehe der Verdacht, dass das Gesundheitsministerium "wissentlich anstößige Inhalte für Personen unter 16 Jahren durch gezielte Verbreitung im Online- und Offline-Bereich zugänglich" mache.
Rauch weist Vorwürfe zurück
Das Gesundheitsministerium wies die Vorwürfe zurück. Auf Darstellungen von Erotik oder Pornografie sei aus Gründen des Kinder- und Jugendschutzes bewusst verzichtet worden. Gestaltung und Sprache der Werbemittel sei auffällig und der Zielgruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen angepasst. Zudem würden diese "zielgruppenspezifisch zum Beispiel in Nachtlokalen verteilt, wo Kinder in der Regel keinen Zugang haben". Auch der österreichische Werberat habe bestätigt, dass keine Gefährdung von Kindern und Jugendlichen bestehe.
"Mit unserer Informationskampagne möchten wir Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität gezielt aufklären und sensibilisieren", hatte Gesundheitsminister Rauch zum Start der Kampagne erklärt. "Sexuell übertragbare Infektionen und Krankheiten sind auch heute oft noch ein Tabuthema. Um Sex sorglos und sicher genießen zu können, muss das geändert werden", heißt es auf der Kampagnen-Website. "Nur wer über mögliche Risiken Bescheid weiß, kann sich selbst und andere schützen!" (cw)
















Sonst hat die FPÖ keine anderen Probleme??
Kann man die FPÖ nicht wegen Doofheit anzeigen?