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"Auseinandersetzung mit mir selbst"
Kerstin Ott beim Thema Gendern noch unschlüssig
Die lesbische Schlagerikone Kerstin Ott weiß noch nicht so richtig, was sie von Gendersternchen oder Gendergap halten soll.

Kerstin Ott äußert sich zum Thema Gendern – weiß aber selbst nicht so genau, was sie damit anfangen soll (Bild: NONA)
- 21. Juni 2023, 14:09h 2 Min.
Die 41-jährige Schlagersängerin Kerstin Ott hat sich in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Initiative Gesichter der Demokratie zwiespältig über geschlechtergerechte Sprache geäußert. Darauf angesprochen, was sie von "Gender*Sternchen, Gender:Doppelpunkt, Gender_Gap oder Sprechpausen" halte, antwortete die Künstlerin: "Ich befinde mich damit noch in einer Auseinandersetzung mit mir selbst, um herauszufinden, ob ich es gut finde oder nicht. Ich kann die Frage deshalb noch nicht beantworten."
In den Interview zeigte sich Ott auch froh darüber, dass sich der Umgang mit queeren Menschen in Deutschland in den letzten Jahren verändert habe: "Weil wir sichtbarer geworden sind. Zum einen, weil darüber gesprochen wird. Und sich die jungen Leute nicht mehr damit zufriedengeben, ihre Sexualität zwar leben zu dürfen, aber sie zu verstecken." Sie erklärte auch, dass sich Menschen "aus Frust oder Unwissenheit" nach rechts orientierten. "Diese Parteien arbeiten mit der Unsicherheit und der Angst der Menschen", so die Schlagersängerin. "Ein Seitenhieb – wohl insbesondere in Richtung der AfD", kommentierte die Initiative Gesichter der Demokratie die Äußerung.
Ott hatte mit Hits wie "Sag mir (wann beginnt endlich die Zeit)" und "Regenbogenfarben" auch für das Schlagergeschäft ungewöhnlich politischen Songs herausgebracht. Die in Schleswig-Holstein lebende Sängerin ging im August 2017 eine Lebenspartnerschaft mit ihrer langjährigen Freundin ein, die das Paar zwei Monate später in einer Ehe umwandeln ließen. Alle vier ihrer Alben schafften es zwischen 2016 und 2021 in die Top-Vier der deutschen Albumcharts.
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Die Initiative Gesichter der Demokratie – auch auf Englisch als Faces of Democracy bekannt – ist eine parteiunabhängige Organisation, die im Februar 2017 im nordrhein-westfälischen Kaarst gegründet wurde. Ziel ist es, ein Zeichen zum Schutz und zur Stärkung von Demokratie, Pluralismus und Pressefreiheit zu setzen und auf die zunehmenden Gefahren von Protektionismus und Nationalismus aufmerksam zu machen. Die Initative hat mehr als eine Million Unterstützer*innen. (cw)
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