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Umfrage

USA: Akzeptanz von queeren Menschen geht dramatisch zurück

Die LGBTI-feindliche Rhetorik der Republikaner zeigt offensichtlich Wirkung: Die US-Bevölkerung steht Homosexuellen und trans Menschen inzwischen weit misstrauischer gegenüber als noch im Vorjahr.


"Gott hasst Schwuchteln": Aktivist der queerfeindlichen Westboro-Baptistenkirche 2015 in Washington (Bild: Elvert Barnes / flickr)
  • 22. Juni 2023, 12:32h 11 2 Min.

Das Meinungsforschungsinstitut Gallup hat in mehreren repräsentativen Umfragen einen starken Rückgang der Akzeptanz von Homosexuellen und trans Menschen in den Vereinigten Staaten gemessen. So halten laut einer aktuellen Erhebung nur noch 64 Prozent der Amerikaner*innen schwule oder lesbische Beziehungen für moralisch akzeptabel. Im vergangenen Jahr waren es noch 71 Prozent gewesen.

Auch in anderen zwischenmenschlichen Bereichen gibt es weniger Toleranz – so ging die Akzeptanz von Geburtenkontrolle sowie von "Sex zwischen einem unverheirateten Mann und einer unverheirateten Frau" um je vier Prozentpunkte zurück. Weniger Probleme hat die Bevölkerung hingegen mit der Todesstrafe: 60 Prozent halten es demnach für moralisch akzeptabel, einen Menschen auf Gerichtsbeschluss zu töten – und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahr.


(Bild: Gallup)

Gallup fragt seit 2001 regelmäßig nach der moralischen Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Hier zeigte sich generell ein Aufwärtstrend: 2002 lag die Akzeptanz mit 38 Prozent am niedrigsten, 2010 stieg sie erstmals über 50 Prozent. Zwar gab es im Jahresvergleich auch immer wieder leichte Rückgänge, allerdings noch nie einen so starken wie in diesem Jahr.


(Bild: Gallup)

Der Rückgang der Akzeptanz ist vor allem auf republikanische Parteianhänger*innen zurückzuführen. Letztes Jahr hatten noch 56 Prozent gleichgeschlechtliche Beziehungen als moralisch akzeptabel angesehen, dieses Jahr sind es nur noch 41 Prozent. Die oppositionellen Republikaner machen derzeit besonders aggressiv Stimmung gegen LGBTI-Rechte – allen voran Präsidentschaftskandidat Ron DeSantis.

Trans Menschen werden nur von Minderheit akzeptiert

Auch die Akzeptanz von trans Menschen brach dieses Jahr radikal ein, wie eine weitere Umfrage von Gallup zeigt. Demnach halten es nur noch 43 Prozent für moralisch akzeptabel, "das Geschlecht zu ändern". Vor zwei Jahren lag die Zustimmungsrate noch bei 46 Prozent. Außerdem sprechen sich nur noch 26 Prozent der US-Bevölkerung dafür aus, dass trans Athlet*innen in jenen Sportteams mitspielen sollten, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Bei der letzten Umfrage 2021 waren noch 34 Prozent dafür.


(Bild: Gallup)

In den letzten Jahren machten die Republikaner insbesondere Stimmung gegen trans Frauen, die sich sportlich betätigten – in mehreren Bundesstaaten wurde trans Mädchen sogar Schulsport verboten. Erst im April stimmte das republikanische kontrollierte US-Repräsentantenhaus für ein Trans-Verbot im Frauensport. Der Autor des Gesetzentwurfs sprach in diesem Zusammenhang von einer "Perversion unserer Kultur" (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 22.06.2023, 14:49h
  • Halten wir fest, es geht nicht nur um schwul/lesbisch/Trans oder Abtreibung. Auch nur 39% der Amis halten Pornografie für ok. Und wie viele haben es schon geschaut?

    Alles nur Schein und nichts mit Sein. Alles verlogen von A bis Z! Das ist krank.

    Wenn die Heten schon mit ihrer eigenen Sexualität nicht klarkommen, vergesst es uns zu erklären was ok ist und vor allem was nicht. Integriert eure Sexualität in euer Leben und kasteit euch nicht selbst.
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#2 SeraphinaAnonym
  • 22.06.2023, 15:32h
  • Antwort auf #1 von FinalmSposato
  • Das ist ein Ergebnis von Kampagnen von SWERFs und evangelikal nahen Anti-Porno Organisationen, die sehr viel mehr Publicity gewannen, nachdem Machenschaften auf großen kostenlosen Pornoseiten wie Pornhub aufgedeckt wurden (vor allem was Content mit Minderjährigen betrifft, aber auch Videos von Vergewaltigungungen) und die konnten dann die aufgeheizte Lage sehr gut für sich ausnutzen mit ihrer pauschalen Verteufelung von allem was in den breiten Begriff "Sexwork" reinpasst und am besten auch gleich noch Verteufelung von Sex vor der Ehe (im Falle gewisser evangelikal nahen Organisationen). Ansonsten gebe ich dir natürlich recht, dass die Sache in den USA längst viel größer ist als "bloß" die Rechte von besonders stark angegriffenen Trans und Inter oder Lesben, Schwulen & Bisexuellen.

    Was wir hier sehen ist die Transformation eines lange Zeit vermeintlich sicher (liberal/sozial) demokratisch geglaubten Landes in eine faschistische Diktatur, die komplett vollzogen werden dürfte im Falle eines Sieges von Donald Trump oder Ron DeSantis Ende 2024.
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#3 aux_Anonym
  • 22.06.2023, 15:56h
  • Antwort auf #2 von Seraphina
  • Propaganda wirkt.

    Und wenn wir bald im täglichen Wechsel Umfragen lesen, wie verhaßt Queers n u n schon sind und wieviel Prozent die blaurote Partei h e u t e sogar schon hätte, dann wird bald Asche wieder fliegen und noch bald darauf Ma*schberger fragen: Hätten wir n o c h aufmerksamer sein müssen Herr Scholz.
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