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Türkei

Erdogan: "LGBT darf nicht in unsere Nachbarschaft kommen"

Erneut macht der türkische Staatschef Stimmung gegen queere Menschen – und bezichtigt den Oppositionsführer, die "LGBT-Geißel" zu legitimieren.


Präsident Recep Tayyip Erdoğan liefert die nächste Tirade gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten ab (Bild: Screenshot VOA Türkçe)

  • 23. Juni 2023, 07:41h 6 2 Min.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Mittwoch bei einer Sitzung seiner AKP-Fraktion im Parlament von Ankara mit queer­feindlichen Parolen seine Anhänger*­innen um sich geschart. Es ist wichtig für uns, die Familie als das Rückgrat unserer Gesellschaft und unsere Kinder, unseren Augapfel, vor Perversionen wie LGBT zu schützen, LGBT darf nicht in unsere Nachbarschaft kommen", erklärte Erdoğan laut der "Türkischen Allgemeinen".

"Ihnen ist die Hosenschnur heruntergerutscht"

Der Staatschef schimpfte auch gegen Oppositionsführer Kemal Kılıçdaroğlu – und warf ihm sogar vor, selbst Teil der LGBTI-Community zu sein. "Ihnen ist die Hosenschnur heruntergerutscht. Um vor den globalen Machtzentren 'gut dazustehen', haben Sie versucht, die LGBT-Geißel zu legitimieren, die das Überleben der Gesellschaft bedroht. Herr Kemal, Sie sind LGBT. Ihre Anhänger sind ebenfalls LGBT." Weder seine Partei noch seine Verbündeten hätten hingegen eine derartige "Geißel", versicherte Erdoğan weiter.

Erdoğan hatte in den letzten Monaten immer wieder gegen queere Menschen polemisiert, insbesondere im Präsidentschaftswahlkampf (queer.de berichtete). Er gewann die Wahl am 28. Mai knapp mit 52 Prozent der Stimmen gegen Kılıçdaroğlu und festigte so seine Macht. Der Vorsitzende der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe, der Grünenpolitiker Max Lucks, warf dem türkischen Staatschef vor, queere Menschen "als Spielball für seine menschenfeindliche Propaganda" zu missbrauchen (queer.de berichtete).

In den letzten Jahren haben staatlichen Repressionen gegen die LGBTI-Community in der Türkei zugenommen. So ging die Polizei erst vor wenigen Tagen mit Gewalt gegen einen Trans-Pride vor (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 NasowasAnonym
  • 23.06.2023, 12:10h
  • Ach, dieser schreckliche Erdogan.
    Mir kann keiner erzählen daß die Wahlen korrekt abliefen. Ich glaube kein Ton. Dieser Erdogan ist ein Vertreter der ganz üblen Sorte.

    Voller Komplexe und idiotischen Männlichkeitswahn.
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#2 _Patrick_Ehemaliges Profil
  • 23.06.2023, 12:19h
  • Daran denken, dass das Gedankengut auf breite Zustimmung bei den in Deutschland lebenden Wahlberechtigten stößt und ebenfalls staatlich gelenkt durch DITIB-Moscheen unter Gläubigen verbreitet wird, mit denen u.a. gerade Rheinland-Pfalz wieder am Verhandlungstisch sitzt.
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#3 EdowawoAnonym
  • 23.06.2023, 12:38h
  • Antwort auf #2 von _Patrick_
  • Bei dieser Betrachtung aber auch bitte nicht vergessen, dass hierzulande eher nicht nicht ganz so hellen Leuchten in den 60ern zum Arbeiten gekommen und zum Leben geblieben sind.

    Bekanntlich ist aber insbesondere Bildung in Deutschland extrem vom Elternhaus abhängig.

    Wenn wir jetzt kritisieren, dass 3.-Generation-Einwandernde noch immer auf solchen plumpen Populismus hereinfallen, dann ist es zu großen Teilen auch eine Kritik am Bildungssystem, welches es verschlafen hat, ein humanistisches Weltbild zu vermitteln.
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