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Appell
Kim Petras: Thema Transidentität raus aus der Politik
Die ursprünglich aus dem Rheinland stammende Sängerin hofft, dass Politiker*innen endlich damit aufhören, trans Menschen für ihre Zwecke zu missbrauchen.

Kim Petras gehört seit letztem Jahr zu den erfolgreichsten Popstars der Welt (Bild: Universal Music)
- 23. Juni 2023, 10:09h - 2 Min.
Trans Popsängerin Kim Petras hält es für falsch, dass das Thema Transidentität Gegenstand politischer Diskussionen ist. "Ich glaube einfach, dass das aus der Politik raus sollte", sagte sie im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. Gerade in den USA sei das Thema ein politisches Werkzeug. Es sei einfach, damit Empörung zu erzeugen. "Ich glaube, die benutzen das einfach, um von anderen Sachen abzulenken, die wirklich schlimm sind", sagte die im kalifornischen Los Angeles lebende Sängerin, die 1992 in Köln geboren wurde und in Hennef-Uckerath aufwuchs.
Die 30-Jährige, deren Album "Feed the Beast" am heutigen Freitag erscheint, sagte weiter: "Ich finde, man sollte Leuten nicht sagen, wie sie sich wohlfühlen sollten und wie sie ihr Leben leben sollten." Trans Menschen machten weniger als ein Prozent der Weltbevölkerung aus. "Wir wollen ja auch nur einfach existieren und leben", sagte Petras, die durch ihre Geschlechtsangleichung bereits im Teenageralter bekannt geworden war.
In den USA gehen republikanisch kontrollierte Bundesstaaten mit aller Härte gegen queere Menschen und insbesondere trans Menschen vor (queer.de berichtete). Die harte Rhetorik zeigt Wirkung: Die Akzeptanz von homosexuellen Lebensweisen und trans Menschen ist dieses Jahr dramatisch eingebrochen (queer.de berichtete). Auch in Deutschland versuchen rechte Kräfte auf den queerfeindlichen Zug aufzuspringen: So gibt es politische Stimmungsmache gegen das geplante Selbstbestimmungsgesetz oder protestierten AfD und Co. vor gut einer Woche gegen eine Draglesung in München (queer.de berichtete).
Welttournee startet im Herbst
Ab September 2023 soll es für Kim Petras auf Welttournee gehen. Für 2024 sind auch Konzerte in Deutschland geplant – unter anderem in Köln, Berlin und München (queer.de berichtete).
Petras startete letztes Jahr durch, als sie gemeinsam mit Superstar Sam Smith den Song "Unholy" aufnahm (queer.de berichtete). Das Lied schaffte es auf Platz eins der US-Charts – damit sind Petras und Smith die ersten trans bzw. nichtbinären Solo-Künstler*innen, denen der Sprung an die Spitze der weltweit bedeutendsten Hitparade gelungen ist (queer.de berichtete). (dpa/cw)













